{"id":122874,"date":"2014-04-14T00:09:00","date_gmt":"2014-04-14T00:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=122874"},"modified":"2014-04-13T20:45:55","modified_gmt":"2014-04-13T20:45:55","slug":"die-invasion-der-lupinen-forschergruppe-sucht-nach-wirkungsvollen-bekaempfungsformen-der-fremden-art","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=122874","title":{"rendered":"Die Invasion der Lupinen &#8211; Forschergruppe sucht nach wirkungsvollen Bek\u00e4mpfungsformen der fremden Art"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/140313_Lupine.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-122876\" alt=\"140313_Lupine\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/140313_Lupine.jpg\" width=\"560\" height=\"456\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rh\u00f6n. Die urspr\u00fcnglich aus Nordamerika stammende Lupine ist in der Rh\u00f6n heimisch geworden und breitet sich auf Kosten der angestammten Arten immer weiter aus. Eine Forschergruppe der Universit\u00e4t Bayreuth sucht jetzt nach Strategien zur Bek\u00e4mpfung der robusten Pflanze. Etwa 25 Zuh\u00f6rer waren jetzt zu einem Vortrag ins B\u00fcrgerhaus von W\u00fcstensachsen gekommen. Die Leiterin der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Anke Jentsch, hatte ihn mit \u201eLupineninvasion in der Rh\u00f6n\u201c \u00fcberschrieben und damit auch klar gemacht, worum es geht \u2013 um das massenhafte Eindringen einer fremden Art in das heimische \u00d6kosystem.<!--more--><\/p>\n<p>Jentsch ist Professorin f\u00fcr St\u00f6rungs\u00f6kologie in Deutschland und befasst sich vor allem mit dem Einfluss einwandernder Tier- und Pflanzenarten auf die angestammte Fauna und Flora. Im Gebiet der Langen Rh\u00f6n hat sie schon vor 20 Jahren die Pflanzen erforscht, damals vor allem die angestammte Flora, und bei der Kartierung f\u00fcr den Landschaftsschutzplan Hohe Rh\u00f6n mitgewirkt. Damals, so Jentsch, war die Lupine buchst\u00e4blich eher eine Randerscheinung an Gr\u00e4ben und Stra\u00dfenr\u00e4ndern. Jetzt hat sie sich in der Fl\u00e4che breit gemacht und dominiert gro\u00dfe Teile der offenen Fernen.<\/p>\n<p>Zwei ihrer Doktorandinnen und ein Student befassen sich derzeit mit der Ausbreitung der Pflanze; F\u00f6rdergeld f\u00fcr die Arbeiten ist beantragt. Eine der Kernfragen, die auch die Zuh\u00f6rer, die zumeist selbst in der Lupinenbek\u00e4mpfung aktiv sind, brennend interessierte, ist: Wo ist die Grenze der Invasionskraft der Lupine? Jentsch verwies darauf, dass solche \u201einvasiven\u201c Arten oft ganze Landschaften nachhaltig ver\u00e4nderten. Als Beispiel nannte sie den in Chile eingef\u00fchrten Biber, der dort durch die Anstauung von Gew\u00e4ssern ganze W\u00e4lder \u201eabsaufen\u201c lasse.<\/p>\n<p>Ob die Lupine durch den Eintrag von Stickstoff in den kargen Rh\u00f6ner Boden eine \u00e4hnlich gravierende und unumkehrbare Ver\u00e4nderung der heimischen Pflanzenwelt bewirken k\u00f6nne, ist eine weitere Kernfrage der Forschung. Diese F\u00e4higkeit der Lupine, auch aus der Luft Stickstoff gewinnen zu k\u00f6nnen, verschafft ihr laut Jentsch einen Wettbewerbsvorteil gegen\u00fcber anderen Pflanzen. Zudem ist die Lupine durch ihre Bitterstoffe vor Fra\u00dffeinden weitgehend sicher; lediglich Schafe finden an dieser Pflanze Geschmack. Dies ist aber ein Problem, da Schafe durch ihre umherwandernde Lebensweise zur Verbreitung der Lupine beitragen. Die Samen werden nicht verdaut und dann von den Schafen, wenn sie weitergezogen sind, andernorts mit dem Kot wieder ausgeschieden.<\/p>\n<p>Vielerorts scheint der Kampf gegen die Lupine schon verloren. So gibt es in der Langen Rh\u00f6n kaum noch einen Flecken, der nicht von ihr dominiert wird. Jentsch empfahl, besonders die Fl\u00e4chen zu pflegen, die noch ganz oder weitgehend frei von der Lupine sind. Zudem gelte es, Schw\u00e4chemomente des Einwanderers auszunutzen. Lange Trockenheit macht den Lupinen zum Beispiel schwer zu schaffen; dann sind die Best\u00e4nde auch besonders angreifbar und lassen sich leichter ausmerzen. Auch sp\u00e4ter Frost scheint den Lupinen nicht zu bekommen. \u201eGanz genau kennen wir ihre Achillesferse noch nicht\u201c, bekannte Jentsch. Die Suche nach der Schwachstelle ist aber Bestandteil der geplanten Forschungen.<\/p>\n<p>Auch gibt es Anzeichen, dass die Vitalit\u00e4t der Lupine bei regelm\u00e4\u00dfiger Mahd nachl\u00e4sst. Bei dem Kampf gegen das Gew\u00e4chs setzt Jentsch auch auf den Austausch mit den Praktikern vor Ort. Sie bot an, den Erfahrungsaustausch zwischen den Forschern und den Landwirten und Forstleuten zu verdichten. Nach ihrem Eindruck ist es noch nicht zu sp\u00e4t, die Lupine zu stoppen, bevor sie tats\u00e4chlich die Landschaft in der Rh\u00f6n endg\u00fcltig ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Alle zeigten sich bei der anschlie\u00dfenden Diskussion zuversichtlich, dass man dem \u201eEinheitsblau entlang der Hochrh\u00f6nstra\u00dfe\u201c \u2013 so Ewald Sauer von der gastgebenden hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n \u2013 noch etwas entgegensetzen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Die urspr\u00fcnglich aus Nordamerika stammende Lupine ist in der Rh\u00f6n heimisch geworden und breitet sich auf Kosten der angestammten Arten immer weiter aus. 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