{"id":122266,"date":"2014-04-07T00:13:04","date_gmt":"2014-04-07T00:13:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=122266"},"modified":"2014-04-06T16:57:34","modified_gmt":"2014-04-06T16:57:34","slug":"neue-studie-zum-deutschen-wandermarkt-2014-mehrheit-wandert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=122266","title":{"rendered":"Neue Studie zum deutschen Wandermarkt 2014 &#8211;  Mehrheit wandert"},"content":{"rendered":"<p>Berlin. Wandern wird nicht nur zunehmend beliebter, sondern ist inzwischen auch die mit Abstand beliebteste Outdooraktivit\u00e4t der Deutschen. Das ist ein Ergebnis der Studie \u201eDer deutsche Wandermarkt 2014\u201c. Die Studie basiert auf drei Erhebungen mit insgesamt rund 63.300 Personen. Sie f\u00fchrt eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) aus dem Jahr 2010 fort.<!--more--><\/p>\n<p>Laut neuer Untersuchung unter Leitung von Professor Heinz-Dieter Quack von der Ostfalia Hochschule f\u00fcr angewandte Wissenschaften in Salzgitter werden nach innen gerichtete Wandermotive wie \u201eStress abbauen\u201c oder \u201ezu sich selber finden\u201c f\u00fcr immer mehr Menschen wichtiger. Zudem entwickelt sich die Nachfrage nach Wandern im Urlaub und in der Freizeit weiterhin positiv. Mit einem Zuwachs von 13 Prozent gegen\u00fcber der Gesamtnachfrage aus dem Jahr 2010 sind jetzt 69 Prozent und damit die Mehrheit der deutschsprachigen Bev\u00f6lkerung aktive Wanderer. Im Vergleich zur BMWI-Studie hat die Altersabh\u00e4ngigkeit der Wanderintensit\u00e4t deutlich abgenommen. Zwar wandern \u00e4ltere Menschen weiterhin tendenziell regelm\u00e4\u00dfiger als j\u00fcngere. Unterm Strich aber n\u00e4hert sich die Wanderintensit\u00e4t \u00e4lterer der von j\u00fcngeren Menschen an. Au\u00dferdem wird inzwischen h\u00e4ufiger angegeben, selten beziehungsweise gelegentlich zu wandern. Quack: \u201eDie erh\u00f6hte Nachfrage ist jedoch kein Selbstl\u00e4ufer: Zur Sicherung des Nachfragewachstums ist Engagement gefragt.\u201c<\/p>\n<p>Bei den Wandermotiven hat sich gegen\u00fcber den Zahlen von 2010 ebenfalls etwas getan. Auch wenn die vier wichtigsten Wandermotive nach wie vor \u201eNatur erleben\u201c, \u201esich bewegen, aktiv sein\u201c sowie \u201eetwas f\u00fcr die Gesundheit tun\u201c und \u201eeine Region erleben\u201c sind. Im Gegensatz zur BMWI-Untersuchung folgen dann n\u00e4mlich sofort die nach innen gerichteten Wandermotive wie \u201eStress abbauen\u201c, \u201efrische Kraft sammeln\u201c oder \u201ezu sich selber finden\u201c und \u201eauf sich selbst besinnen\u201c. An Bedeutung verloren haben dagegen nach au\u00dfen gerichtete Motive wie \u201eneue Eindr\u00fccke gewinnen\u201c und \u201eviel erleben\u201c. Quack begr\u00fcndet diesen Befund mit der derzeit hohen psychischen Belastung vieler Menschen:\u00c2\u00a0 \u201eImmer mehr auch j\u00fcngere Menschen entdecken, dass ihnen das Wandern gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche mentale Entspannung bei moderater k\u00f6rperlicher Anspannung bietet.\u201c Zudem sei die bewusste Langsamkeit beim Wandern eine Gegenwelt zum hektischen Alltag, ein Ausstieg auf Zeit.<\/p>\n<p>Neben dem Gehen als Solchem wollen Wanderer Quack zufolge beim Wandern vor allem spektakul\u00e4re und einzigartige Landschaften erleben. \u201eGehen ist Mittel zum Zweck, die \u00c2\u00b4Landschaft` als Ressource wurde bislang untersch\u00e4tzt\u201c, so der Forscher. Dabei w\u00fcrden keineswegs ausschlie\u00dflich Berglandschaften von den Aktiven in den Blick genommen. Auch Seen- und Flachlandschaften haben laut Quack gute Chancen auf dem Wandermarkt. Dank neuer Infrastruktur und \u201efrischem\u201c Marketing h\u00e4tten diese Regionen zumindest kurzfristig sogar Vorteile. Hier m\u00fcssten die f\u00fcr das Wandern bereits etablierten Destinationen nachziehen, um nicht verdr\u00e4ngt zu werden.<\/p>\n<p>Ebenfalls unter die Lupe nahmen die Forscher aus Salzgitter das Thema Wanderreisen. Sie stellten fest, dass eher \u00e4ltere Menschen diese Reisen unternehmen: Das Durchschnittsalter der aktiven Wanderreisenden betr\u00e4gt laut Untersuchung 52 Jahre. Aber immerhin 21 Prozent der 35- bis 49-J\u00e4hrigen haben im Untersuchungsjahr 2012 ebenfalls mindestens eine Wanderreise unternommen.<\/p>\n<p>Insgesamt, so Quack, h\u00e4tten Wanderer heute einen hohen Qualit\u00e4tsanspruch entlang der gesamten Kette von Ber\u00fchrungspunkten, die sie vor der Entscheidung f\u00fcr eine Destination, eine Dienstleistung oder ein Produkt passieren. \u201eWanderqualit\u00e4t muss im Wettbewerb der Regionen neu definiert werden &#8211; gute Wege reichen nicht aus\u201c, so der Experte. Infostellen, die Qualit\u00e4t der Unterk\u00fcnfte und die genaue Zielgruppenansprache etwa w\u00fcrden zunehmend wichtiger.<\/p>\n<p>Kaum Ver\u00e4nderungen gegen\u00fcber der BMWI-Studie registrierten die Forscher beim Thema Haushaltseinkommen und Wandern. Hatte die 2010er Studie ergeben, dass 41 Prozent der aktiven Wanderer \u00fcber ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 2.250 Euro verf\u00fcgten, besagt die 2014er Studie, dass rund 40 Prozent der Wanderreisenden \u00fcber ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 3.250 Euro verf\u00fcgen. Die Bereitschaft an der Aktivit\u00e4t Wandern scheint also mit der H\u00f6he des Einkommens zu steigen.<\/p>\n<p>Neben der Ostfalia Hochschule f\u00fcr angewandte Wissenschaften aus Salzgitter waren an der neuen Studie das Beratungsunternehmen\u00c2\u00a0 ProjectM, das Institut f\u00fcr Management und Tourismus der Fachhochschule Westk\u00fcste (IMT) und der Deutsche Wanderverband beteiligt. Die Studie ist f\u00fcr 89 Euro zu bekommen bei ProjectM, Tempelhofer Ufer 23\/24, 10963 Berlin, www.wanderstudie.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Berlin. 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