{"id":121839,"date":"2014-03-28T06:40:25","date_gmt":"2014-03-28T06:40:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=121839"},"modified":"2014-03-28T06:40:25","modified_gmt":"2014-03-28T06:40:25","slug":"qualitaetsverbesserungen-fuer-kunstgelenke-patienten-in-hessen-profitieren-vom-endoprothesenregister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=121839","title":{"rendered":"Qualit\u00e4tsverbesserungen f\u00fcr Kunstgelenke \u2013 Patienten in Hessen profitieren vom Endoprothesenregister"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt. In Hessen wurden Patienten im Jahr 2012 insgesamt 10.895 k\u00fcnstliche H\u00fcftgelenke und 10.113 Kniegelenke eingesetzt. Hinzu kamen 2.781 Wechseloperationen, also Operationen, in denen ein Kunstgelenk oder Teile des Gelenks erneuert werden mussten. Ein so h\u00e4ufiger Wechsel von Kunstgelenken Zahl muss nicht sein. &#8220;Viele dieser Eingriffe sind auf M\u00e4ngel bei der Erstoperation oder Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel des Implantats zur\u00fcckzuf\u00fchren und k\u00f6nnten vermieden werden&#8221;, sagt Dr. Barbara Vo\u00df, Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen.<!--more--><\/p>\n<p>Das deutsche Endoprothesenregister, das zum Jahresbeginn 2014 den Betrieb aufgenommen hat, kann helfen, die Behandlungsqualit\u00e4t beim Gelenkersatz zu verbessern. Ab sofort k\u00f6nnen sich bundesweit alle Kliniken auf freiwilliger Basis an diesem Register beteiligen. Mehrere hessische Kliniken sind bereits aktiv mit dabei, darunter beispielsweise die Vitos Orthop\u00e4dische Klinik in Kassel, die Orthop\u00e4dische Klinik Braunfels, die Asklepios Klinik Langen oder das Klinikum in Frankfurt H\u00f6chst.<\/p>\n<p><strong>Ziele und Arbeitsweise des Registers<\/strong><br \/>\nZiel des Registers ist es insbesondere, mehr \u00fcber die Standzeit k\u00fcnstlicher Gelenke zu erfahren, also \u00fcber die Zeit, in der Implantate im K\u00f6rper funktionst\u00fcchtig sind. Langfristig soll mit Hilfe des Registers die Zahl der Wechseloperationen gesenkt werden. Um diese Ziele zu erreichen, werden dem Register alle Details des k\u00fcnstlichen Gelenks mit s\u00e4mtlichen Implantat-Bestandteilen sowie alle weiteren Daten rund um den operativen Eingriff \u00fcbermittelt. Dazu z\u00e4hlen auch Informationen zu bestimmten Operationsverfahren und -anl\u00e4ssen sowie \u2013 in pseudonymisierter Form \u2013 individuelle Merkmale der Patienten wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen. Diese Daten werden laufend erg\u00e4nzt, beispielsweise, weil nach der ersten Operation ein Wechsel des Kunstgelenks erforderlich war.<\/p>\n<p>Die Kliniken erhalten einmal j\u00e4hrlich eine Auswertung mit Angaben, welche Prothesen in ihrem Haus wie h\u00e4ufig eingebaut wurden, wie oft und warum es zu Wechseloperationen gekommen ist. &#8220;Diese Berichte helfen den H\u00e4usern, fehlerhafte Verfahren und Produkte zu erkennen und zu verbessern&#8221;, sagt Dr. Vo\u00df. Beispiele aus dem Ausland zeigen, wie wertvoll die Berichte f\u00fcr die Kliniken sein k\u00f6nnen. In vielen L\u00e4ndern, in denen bereits in den 70er- und 80er-Jahren Endoprothesenregister gegr\u00fcndet wurden, ist die Zahl der Wechseloperationen um bis zu zehn Prozent gesunken. In Schweden fiel die Rate sogar auf etwa die H\u00e4lfte des Ausgangswertes.<\/p>\n<p>Dr. Vo\u00df: &#8220;Wir hoffen, dass das Register so erfolgreich arbeiten wird, dass die Teilnahme f\u00fcr die Kliniken bald verpflichtend wird.&#8221; In den skandinavischen L\u00e4ndern ist den Krankenh\u00e4usern die Teilnahme am Endoprothesenregister verbindlich vorgeschrieben und die Auswertungen zeigen, wie stark diese L\u00e4nder von den Registern profitieren. &#8220;Die Zahl der Wechseloperationen geht st\u00e4ndig zur\u00fcck und die Patienten werden besser versorgt. H\u00e4user, die nicht teilnehmen, werden sich langfristig irgendwann einmal rechtfertigen m\u00fcssen, warum sie diese Chance der Qualit\u00e4tsverbesserung nicht wahrnehmen&#8221;, so Dr. Vo\u00df<\/p>\n<p>Zum Hintergrund:<br \/>\nAktuelle Informationen zum Deutschen Endoprothesenregister ver\u00f6ffentlicht die TK in der M\u00e4rz-Ausgabe der Publikation &#8220;TK spezial&#8221;, die am 27.03.2014 erscheint. Das Heft ist im Internet unter www.tk.de abrufbar (Webcode 14526).<\/p>\n<p>Nach der Gr\u00fcndung der Endoprothesenregister Deutschland gGmbH\u00c2\u00a0 im Jahr 2010 wurde zun\u00e4chst in einer Machbarkeitsstudie gepr\u00fcft, ob ein Endoprothesenregister in Deutschland erfolgreich etabliert werden kann. Ende 2012 startete der Probebetrieb, seit 2014 k\u00f6nnen sich bundesweit alle Kliniken am Register beteiligen. Nach den Erfahrungen anderer L\u00e4nder ist ein Endoprothesenregister nach f\u00fcnf bis sieben Jahren voll funktionsf\u00e4hig. Aktuell sind im deutschen Endoprothesenregister rund 20.000 Operationen erfasst. 400 Krankenh\u00e4user aus dem Bundesgebiet \u2013 darunter mehr als ein Dutzend Kliniken aus Hessen \u2013 haben Interesse an einer Teilnahme angemeldet. Informationen zum Endprothesenregister Deutschland sind unter www.eprd.de abrufbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Frankfurt. 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