{"id":121754,"date":"2014-03-27T06:35:31","date_gmt":"2014-03-27T06:35:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=121754"},"modified":"2014-03-27T06:35:31","modified_gmt":"2014-03-27T06:35:31","slug":"nordhang-der-wasserkuppe-ist-seit-1997-naturschutzgebiet-verbliebenes-radom-erinnert-an-teilung-europas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=121754","title":{"rendered":"Nordhang der Wasserkuppe ist seit 1997 Naturschutzgebiet &#8211; verbliebenes Radom erinnert an Teilung Europas"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_121760\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/130-NSG-Wasserkuppe.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-121760\" class=\"size-medium wp-image-121760\" alt=\"Mit Hilfe des verbliebenen Radoms, das seit 2008 Kulturdenkmal des Landes Hessen ist, f\u00e4llt es leicht, die \u00f6kologisch, geschichtlich und einst auch milit\u00e4risch bedeutsame Wasserkuppe von allen Richtungen aus sofort zu lokalisieren. Foto: Lange \" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/130-NSG-Wasserkuppe-265x198.jpg\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/130-NSG-Wasserkuppe-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/130-NSG-Wasserkuppe.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-121760\" class=\"wp-caption-text\">Mit Hilfe des verbliebenen Radoms, das seit 2008 Kulturdenkmal des Landes Hessen ist, f\u00e4llt es leicht, die \u00f6kologisch, geschichtlich und einst auch milit\u00e4risch bedeutsame Wasserkuppe von allen Richtungen aus sofort zu lokalisieren. Foto: Lange<\/p><\/div>\n<p><strong>Wasserkuppe. <\/strong>Zu den j\u00fcngeren Naturschutzgebieten in der Rh\u00f6n geh\u00f6rt das rund 15 Hektar gro\u00dfe, n\u00f6rdlich von Gersfeld gelegene Naturschutzgebiet \u201eNordhang der Wasserkuppe\u201c, das 1997 ausgewiesen wurde. Es handelt sich um einen unter Schutz gestellten Teilbereich der Wasserkuppe, die mit rund 950 Metern h\u00f6chste Erhebung Hessens und der Rh\u00f6n darstellt. Wegen des noch vorhandenen Radoms ist dieser Berg schon von weitem aus allen Richtungen leicht zu lokalisieren.<!--more--><\/p>\n<p>Was die Vegetation betrifft, so sind es vor allem Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden und Goldhaferwiesen, die heute das Plateau der Wasserkuppe kennzeichnen. Da in der hochmit-telalterlichen Kolonialphase (bis etwa 1350) auch die h\u00f6chsten Lagen der Rh\u00f6n besiedelt wurden, versuchte man hier Ackerbau zu betreiben. Durch die dazu erforderliche Rodung der W\u00e4lder wurde der urspr\u00fcngliche Waldbewuchs bis auf kleine Restbest\u00e4nde stark zur\u00fcck-gedr\u00e4ngt. Obwohl die ackerbauliche Nutzung wegen des nur sp\u00e4rlichen Ertrags w\u00e4hrend der sp\u00e4tmittelalterlichen W\u00fcstungsperiode schnell wieder aufgegeben wurde, konnte der Wald die betreffenden Areale nicht zur\u00fcckerobern. Vielmehr wurden sie seit ungef\u00e4hr 1500 von den umliegenden D\u00f6rfern als Weideland bzw. Heuwiesen genutzt. Dadurch entstanden aus-gedehnte, \u00fcber Jahrhunderte einsch\u00fcrig gem\u00e4hte oder extensiv beweidete, niedrigw\u00fcchsige Borstgrasrasen oder \u201eMatten\u201c, wie sie von den Einheimischen genannt werden.<\/p>\n<p>Diese auf sauren B\u00f6den gedeihenden Rasen gelten hinsichtlich ihres floristischen Artenin-ventars europaweit als einmalig. Denn es vermischen sich hier Pflanzen der typischen Borstgrasrasen mit Arten der Kalkmagerrasen und zus\u00e4tzlich mit Spezies der Goldhaferwie-sen. Das Vegetationsbild wird vervollst\u00e4ndigt durch blumenreiche Heuwiesen, die als Storchschnabel-Goldhaferwiesen eingeordnet werden k\u00f6nnen, sowie durch die ehemals be-weideten, heute aber brachliegenden Fl\u00e4chen, die \u00fcberwiegend mit Zwergstr\u00e4uchern be-wachsen sind. Da die Vegetation im Bereich des Wasserkuppenmassivs eine Vielzahl von seltenen und gef\u00e4hrdeten Arten, wie Kugelige Teufelskralle, Arnika, Katzenpf\u00f6tchen, Wie-sen-Leinblatt, Kreuzbl\u00fcmchen, Silberdistel oder K\u00fcchenschelle aufweist, handelt es sich um ausgesprochen sch\u00fctzenswerte Lebensr\u00e4ume.<\/p>\n<p>Neben diesen botanischen und vegetationskundlichen Aspekten bietet die Wasserkuppe weitere interessante Facetten. Unter der Bezeichnung \u201eBerg der Flieger\u201c ist sie als Geburts-st\u00e4tte des modernen Segelflugs weit \u00fcber die Grenzen Hessens bekannt und gilt heute als ein internationaler Treffpunkt f\u00fcr Flugsportler aller Art. Das ber\u00fchmte, bereits 1923 in Erinne-rung an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Piloten errichtete Fliegerdenkmal ist ein bedeu-tender Anziehungs- und beliebter Aussichtspunkt f\u00fcr Touristen von nah und fern. Dar\u00fcber hinaus war die h\u00f6chste Erhebung der Rh\u00f6n aus milit\u00e4rischer Sicht \u00fcber viele Jahrzehnte hinweg von gro\u00dfem Interesse. Das verbliebene Radom ist Wahrzeichen und Mahnmal zu-gleich. Es erinnert noch heute an die Zeit der politischen Teilung Europas. Nur wenige Kilo-meter von hier entfernt verlief die Grenze zur ehemaligen DDR und im Innern der Radom-kuppeln wurde der Luftraum milit\u00e4risch \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>Seit der deutschen Wiedervereinigung ist die Wasserkuppe f\u00fcr die milit\u00e4rische Luftraum-\u00fcberwachung jedoch bedeutungslos geworden. Mit dem Wandel von einer milit\u00e4rischen zur zivilen Nutzung der Gesamtanlage war auch eine Nutzungs\u00e4nderung des Radoms verbun-den. Von den ehemals f\u00fcnf Radomen gibt es heute nur noch eins, das gegenw\u00e4rtig insbe-sondere von den Drachen- und Gleitschirmfliegern als Vereinsheim sowie f\u00fcr kulturelle Ver-anstaltungen genutzt. Ferner kann die \u00d6ffentlichkeit hier einiges \u00fcber die Geschichte der Wasserkuppe erfahren. Eine begehbare Aussichtsplattform gew\u00e4hrt den zahlreichen Besu-chern zudem einen grenzenlosen Blick in das \u201eLand der offenen Fernen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wasserkuppe. Zu den j\u00fcngeren Naturschutzgebieten in der Rh\u00f6n geh\u00f6rt das rund 15 Hektar gro\u00dfe, n\u00f6rdlich von Gersfeld gelegene Naturschutzgebiet \u201eNordhang der Wasserkuppe\u201c, das 1997 ausgewiesen wurde. Es handelt sich um einen unter Schutz gestellten Teilbereich der Wasserkuppe, die mit rund 950 Metern h\u00f6chste Erhebung Hessens und der Rh\u00f6n darstellt. 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