{"id":121591,"date":"2014-03-25T15:59:08","date_gmt":"2014-03-25T15:59:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=121591"},"modified":"2014-03-25T15:59:08","modified_gmt":"2014-03-25T15:59:08","slug":"zweitaelteste-fuldaerin-frieda-stachetzki-feierte-104-geburtstag-vielseitig-interessiert-und-fit-in-der-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=121591","title":{"rendered":"Zweit\u00e4lteste Fuldaerin, Frieda Stachetzki, feierte 104. Geburtstag: Vielseitig interessiert und fit in der Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><b><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/DSC_5566.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-121592\" alt=\"DSC_5566\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/DSC_5566-265x175.jpg\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/DSC_5566-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/DSC_5566.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda (mb).<\/b> F\u00fcr\u00c2\u00a0 Frieda Stachetzki ist das Alter weniger \u201eGnade\u201c als vielmehr Schicksal. 104 Jahre alt ist die Jubilarin geworden, die am Aschenberg wohnt. Sie ist damit die zweit\u00e4lteste Einwohnerin der Domstadt. Nur noch eine in Haimbach lebende 104J\u00e4hrige ist um einige wenige Monate \u00e4lter als sie. Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller gratulierte Frieda Stachetzki nun nicht nur im Namen der st\u00e4dtischen Gremien, sondern auch stellvertretend f\u00fcr Hessens Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier zu einem \u201eau\u00dfergew\u00f6hnlichen und h\u00f6chst seltenen Geburtstag\u201c.<!--more--><\/p>\n<p><b>T\u00e4gliche Zeitungslekt\u00fcre<\/b><\/p>\n<p>Aufmerksam lauscht M\u00f6ller dem Geburtstagskind, dessen wirkliches Alter ihm kaum anzumerken ist. Schick gekleidet, mit adretter Frisur und wachem Blick sitzt Frieda Stachetzki bequem im Sessel ihres Wohnzimmers im vierten Stock eines Mehrfamilienhauses ihrem Gast aus dem Stadtschloss gegen\u00fcber. Sonnenstrahlen versch\u00f6nern den besonderen Tag. Auch wenn die r\u00fcstige Seniorin ein wenig nachdenklich wirkt, schildert sie eloquent, wie sie sich f\u00fchlt. \u201eDas Sehen und H\u00f6ren l\u00e4sst langsam nach\u201c, bedauert sie. Trotzdem l\u00e4sst sich das aus dem brandenburgischen Kolonistendorf Friedrichswehrda \u00c2\u00a0&#8211; der Name geht auf die Ortsgr\u00fcndung durch Friedrich den Gro\u00dfen zur\u00fcck &#8211; stammende Geburtstagskind die t\u00e4gliche Lekt\u00fcre der Tageszeitung nicht nehmen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr nimmt sie auch das allmorgendliche Treppensteigen hinab und wieder hinauf in den vierten Stock gerne in Kauf. \u201eSolange ich das noch kann, wei\u00df ich, dass ich lebe\u201c, sagt Frieda Stachetzki augenzwinkernd. Aber auch sonst ist die 104J\u00e4hrige mitten im Leben. Regelm\u00e4\u00dfig schaut sie sich auf \u201ePhoenix\u201c TV-Dokumentationen an. \u201cAm liebsten zu arch\u00e4ologischen, aber auch zu politischen Themen.\u201c\u00c2\u00a0 Ihren Haushalt managt die Alleinstehende noch selbst. Lediglich zweimal in der Woche kommen ehemalige Nachbarn, um nach dem Rechten zu schauen und f\u00fcr die nach wie vor r\u00fcstige Seniorin Besorgungen zu erledigen.<\/p>\n<p><b>Lange Lebensspanne<\/b><\/p>\n<p>Frieda Stachetzki \u00fcberblickt eine lange Lebensspanne. Zwei Weltkriege und vier Systeme \u2013 von der Kaiserzeit \u00fcber die Weimaer Republik bis hin zur NS-Diktatur und die Demokratie der Nachkriegszeit \u2013 hat sie erleben k\u00f6nnen. Die Erinnerung an diese Zeit ist ungebrochen, geradezu perfekt. So wei\u00df die Jubilarin noch sehr gut, wie Mutter Helene ihren Ehemann, einen Maurer, zum Einsatz an der Front verabschiedet hat. Oder wie die radfahrende Truppe Fahrradschl\u00e4uche ben\u00f6tigt. Da die Mutter den Schlauch nicht vom familieneigenen Rad l\u00f6sen kann, zerschneidet sie ihn kurzerhand.<\/p>\n<p><b>Krieg fordert Tribut<\/b><\/p>\n<p>In ihrem Leben hat es\u00c2\u00a0 Frieda Stachetzki nicht immer einfach gehabt. Mit 15 muss sie in einer Textilfabrik arbeiten. Der Zweite Weltkrieg fordert seinen Tribut. Die alte Heimat geht verloren, weil das Dorf jenseits der Oder liegt und von der Roten Armee besetzt wird. Ihr Ehemann kommt schlie\u00dflich schwer kriegsverletzt nach Hause zur\u00fcck. Trotz aller H\u00f6hen und Tiefen hat sie ihren Lebensweg vorbildlich gemeistert \u2013 bis jetzt zu ihrem 104. Geburtstag. \u201eIhr Elan, Ihr Gottvertrauen und nicht zuletzt Ihr reiches Wissen aus der Erinnerung heraus sind bewundernswert\u201c, lobt ein beeindruckter Oberb\u00fcrgermeister, der verspricht wie bei vorangegangenen Geburtstagen auch zum 105. wiederzukommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb). F\u00fcr\u00c2\u00a0 Frieda Stachetzki ist das Alter weniger \u201eGnade\u201c als vielmehr Schicksal. 104 Jahre alt ist die Jubilarin geworden, die am Aschenberg wohnt. Sie ist damit die zweit\u00e4lteste Einwohnerin der Domstadt. 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