{"id":121371,"date":"2014-03-21T00:09:58","date_gmt":"2014-03-21T00:09:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=121371"},"modified":"2014-03-21T08:07:03","modified_gmt":"2014-03-21T08:07:03","slug":"auf-der-suche-nach-dem-bestmoeglichen-spender-dr-dr-christoph-herda-ermutigt-die-bevoelkerung-sich-typisieren-zu-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=121371","title":{"rendered":"Auf der Suche nach dem bestm\u00f6glichen Spender : Dr. Dr. Christoph Herda ermutigt die Bev\u00f6lkerung, sich typisieren zu lassen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Trabandt_Herda1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-121372\" alt=\"Sie k\u00e4mpfen gemeinsam gegen den Blutkrebs: Sabine Trabandt und Dr. Dr. Christoph Herda.\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Trabandt_Herda1.jpg\" width=\"560 height=\" \/><\/a><\/p>\n<p>Lauterbach. Mit einem Mal ist nichts mehr, wie es war. Die Diagnose Blutkrebs, im Fachterminus Leuk\u00e4mie genannt, hat das Leben von Sabine Trabandt aus Lauterbach-Maar von einem auf den anderen Tag aus der Bahn geworfen. Die 53-j\u00e4hrige Krankenschwester vom Krankenhaus Eichhof in Lauterbach hofft auf einen Knochenmarkspender, der ihr als \u201egenetischer Zwilling\u201c das Leben retten kann.<!--more--><\/p>\n<p>Unter den weltweit 15 Millionen registrierten Spendern \u2013 davon 4 Millionen in Deutschland \u2013 konnte bislang noch kein passender Stammzellspender gefunden werden. Vor diesem Hintergrund haben Kolleginnen und Kollegen am Eichhof in Lauterbach, Freunde, Bekannte und Pfarrer Theo G\u00fcnther gemeinsam mit der DKMS eine Typisierungsaktion organisiert, die am Sonntag, 6. April, von 11 bis 16 Uhr im Lauterbacher Krankenhaus stattfindet. Alle Beteiligten hoffen, dass dabei der m\u00f6gliche Lebensretter f\u00fcr Sabine Trabandt gefunden werden kann.<\/p>\n<p>Wie es ist, als Spender infrage zu kommen, hat der \u00c4rztliche Direktor und Chefarzt der Psychiatrie am Medizinischen Zentrum Eichhof, Dr. Dr. Christoph Herda, hautnah miterlebt. Bereits seit Mitte der 90er Jahre in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS gef\u00fchrt, ereilte ihn 2006 ein Anruf, dass er als Spender infrage komme. \u201eBinnen weniger Tage wurden die medizinischen Vorbereitungen getroffen\u201c, erinnert sich der Arzt. \u201eDa es zwei M\u00f6glichkeiten gibt, die Stammzellen zu entnehmen, musste zun\u00e4chst gekl\u00e4rt werden, welche davon f\u00fcr mich die richtige Methode ist.\u201c Etwa 20 Prozent aller Spender w\u00fcrden sich f\u00fcr die direkte Entnahme aus dem Knochenmark des Beckenkamms entscheiden, erkl\u00e4rt Dr. Herda. Dabei w\u00fcrden unter Kurznarkose die Stammzellen minimalinvasiv entnommen, \u201edas tut nicht weh und das Knochenmark regeneriert sich binnen 14 Tagen wieder\u201c, so der Mediziner.<\/p>\n<p>Dass diese Methode bei ihm nicht angewandt werden konnte, beweist, wie sorgf\u00e4ltig alle Beteiligten auch mit dem potenziellen Spender umgehen. Ein alter Bandscheibenvorfall habe diese Variante verhindert, sagt Dr. Herda. \u201eGut 80 Prozent aller Spender entscheiden sich ohnehin f\u00fcr die Entnahme aus dem Blut.\u201c Dabei werde dem Spender \u00fcber f\u00fcnf Tage hinweg ein Wachstumsfaktor verabreicht. Dies geschehe wie bei einer Thrombosespritze unter die Haut. Das Medikament steigere die Anzahl der Stammzellen im peripheren Blut, die dann \u00fcber ein spezielles Verfahren direkt aus dem Blut gewonnen werden. Die Entnahme selbst dauere zwischen vier und acht Stunden an ein bis zwei aufeinanderfolgenden Tagen. \u201eNebenwirkungen der Spritzen \u00e4u\u00dfern sich wie bei einer leichten Erk\u00e4ltung, ich selbst habe damals keinerlei Symptome gezeigt\u201c, so der Mediziner. \u201eIch pers\u00f6nlich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass nicht nur vier Millionen Deutsche, sondern 40 Millionen potenzielle Spender sich registrieren lassen w\u00fcrden. Dann k\u00f6nnte sicher noch viel mehr Menschen geholfen werden\u201c, sagt der engagierte Arzt.<\/p>\n<p>Auch Christian Wehrheid von der DKMS in K\u00f6ln kennt die Statistiken: \u201eAlle 16 Minuten erkrankt ein Mensch in Deutschland an Blutkrebs und es gibt nur etwa 15 Betroffene pro Tag, die eine Spende erhalten.\u201c Laut dem Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland k\u00f6nnten f\u00fcr 9 von 10 Erkrankten Spender gefunden werden, sagt der Experte, da seien immer noch zu viele, die keine Hilfe bekommen k\u00f6nnen. \u201eZwar gibt es keine Garantie, dass der \u201egenetische Zwilling\u201c automatisch zu einer Heilung f\u00fchrt, dazu gibt es zu viele Variablen und Faktoren, die \u00fcbereinstimmen m\u00fcssen, aber f\u00fcr jeden Leuk\u00e4miekranken ist es eine Chance, die er sonst nicht hat\u201c, appelliert Wehrheid an die Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nAlle Initiatoren rufen dazu auf, sich an der Typisierungsaktion f\u00fcr Sabine Trabandt zu beteiligen. \u201eJeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren kann mitmachen. Wir werden an mehreren Stationen Blut entnehmen und zuvor wird die DKMS jeden Freiwilligen mittels eines Fragebogens \u00fcberpr\u00fcfen, ob er oder sie sich f\u00fcr eine Spende eignet\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Herda das Prozedere f\u00fcr den 6. April.<br \/>\nWer selbst nicht zur Typisierung kommen kann, sich aber dennoch engagieren m\u00f6chte, der hat die M\u00f6glichkeit, die Aktion finanziell zu unterst\u00fctzen, da die Registrierung und Typisierung die DKMS 50 Euro pro Person kostet. Als gemeinn\u00fctzige Gesellschaft ist sie allein auf Geldspenden angewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Lauterbach. Mit einem Mal ist nichts mehr, wie es war. Die Diagnose Blutkrebs, im Fachterminus Leuk\u00e4mie genannt, hat das Leben von Sabine Trabandt aus Lauterbach-Maar von einem auf den anderen Tag aus der Bahn geworfen. 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