{"id":120430,"date":"2014-03-04T06:38:27","date_gmt":"2014-03-04T06:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=120430"},"modified":"2014-03-04T06:38:27","modified_gmt":"2014-03-04T06:38:27","slug":"edag-gibt-mit-seinem-exponat-edag-genesis-einen-visionaeren-ausblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=120430","title":{"rendered":"EDAG gibt mit seinem Exponat \u201eEDAG GENESIS\u201c einen vision\u00e4ren Ausblick"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Mail-Anhang.gif\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-120431\" alt=\"Mail-Anhang\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Mail-Anhang-265x147.gif\" width=\"265\" height=\"147\" \/><\/a>Fulda. Ein Bauteil, ein Modul oder gar eine komplette Karosserie aus einem St\u00fcck, das in einem einzigen Fertigungsprozess gefertigt wird! Unm\u00f6glich? Was heute nach Utopie klingt, haben die aktuellen Fortschritte in der generativen Fertigung ein ganzes St\u00fcck erreichbarer gemacht. Die industrielle 3D-Druck-Revolution hat begonnen. Nachdem Konsumentendrucker f\u00fcr 1.000 Euro den Markt erobern, werden jetzt zeitnah indus-trielle Anwendungen auf den Konsumentenhype folgen. Grund genug, f\u00fcr EDAG als f\u00fchrender Entwicklungsdienstleister der Automobilindustrie einen Ausblick auf die m\u00f6gliche Revolution der Automobilindustrie zu geben und aus heutiger Sicht den Status Quo der \u201eGenerativen Fertigungsverfahren\u201c zu bewerten.<!--more--><\/p>\n<p>Auf dem EDAG Stand in Genf pr\u00e4sentiert das Unternehmen die futuristische<br \/>\nFahrzeugskulptur \u201eEDAG GENESIS\u201c, die das revolution\u00e4re Potenzial der generativen Fertigung am Beispiel einer Karosseriestruktur aufzeigen soll. Bionische Leichtbauprinzipien, topologische Optimierung und lastgerechte Auslegungsstrategien inklusive! In einer Roadmap bewertet EDAG aussichtsreiche Technologien f\u00fcr die Entwicklung und die m\u00f6gliche Produktion von Strukturbauteilen und Modulen in Kleinserie.<\/p>\n<p>Das Exponat \u201eEDAG GENESIS\u201c versteht sich als Symbol f\u00fcr die neuen Freiheiten, die sich den Designern und Ingenieuren in der Entwicklung und der Produktion durch generative Fertigungsverfahren bieten. Durch generative Fertigung wird es m\u00f6glich, den Bauprinzipien und Strategien der Natur einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4her zu kommen. Alles zweckorientiert und evolution\u00e4r zu optimierten Strukturen entwickelt, von denen der Mensch lernen kann. Und das werkzeuglos, ressourcenschonend und \u00f6kologisch.<\/p>\n<p>\u201eEDAG GENESIS\u201c basiert auf den bionischen Mustern einer Schildkr\u00f6te, dessen Panzer Schutz und D\u00e4mpfung liefert und mit dem Bewegungsskelett vereint ist. Der Panzer \u00e4hnelt einem Sandwichbauteil mit innen liegenden, feinsten Knochenstrukturen, die die Festigkeit und die Versteifung der Schalen liefern. Dieser Ansatz spiegelt sich im Exponat wider.<\/p>\n<p>Das Skelett im \u201eEDAG GENESIS\u201c ist eher eine Metapher, dient hier nicht der Fortbewegung, sondern in diesem Fall dem Insassenschutz. Der Skelettrahmen erinnert an nat\u00fcrlich gewachsene Knochenger\u00fcste, die in Form und Anordnung eines deutlich hervorheben sollen: Diese organischen Strukturen kann man mit konventionellen Werkzeugen nicht bauen!<\/p>\n<p>Generative Fertigungsverfahren bzw. das \u201eAdditive Manufacturing\u201c werden die Anwendungsgebiete des \u201eRapid Prototyping\u201c verlassen und die klassischen Fertigungsverfahren und konstruktiven Gestaltungsm\u00f6glichkeiten um eine weitere Dimension revolution\u00e4r erweitern. Die Verfahren erlauben eine belastungsgerechte, multifunktionale und bionische Bauteilgestaltung bei optimierten Wandst\u00e4rken und herausragen-den Materialeigenschaften. Direkt aus den Datenmodellen wird eine werkzeuglose und extrem flexible Fertigung erm\u00f6glicht. Anwendungsgerecht entwickelte schwei\u00dfbare Metalle und Kunststoffe sowie Keramik werden den Weg f\u00fcr Zukunftsanwendungen ebnen.<\/p>\n<p>Unsere langj\u00e4hrigen Kenntnisse \u00fcber produktionsgerechte Konstruktionen werden durch neue Dimensionen revolutioniert und wir brauchen neue Denkans\u00e4tze und Entwicklungswerkzeuge, um bionisch optimierte L\u00f6sungen gestalten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Zukunft oder Utopie? Die EDAG Analyse gibt Antworten!<\/strong><br \/>\nDas immense Potenzial der generativen Fertigung bzw. des \u201eAdditive Manufacturing\u201c hat uns inspiriert, den heutigen Status Quo der aktuellen Technologien festzustellen, zu analysieren und auf ihre Einsatzm\u00f6glichkeiten in der Fahrzeugentwicklung und -fertigung hin zu bewerten. Welches Verfahren hat die aussichtsreichsten M\u00f6glichkeiten, um Strukturbauteile mit den ben\u00f6tigten Produkteigenschaften in einem Ferti-gungsschritt werkzeuglos fertigen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Die Evolution in der Geschwindigkeit und Vergr\u00f6\u00dferung der Bauvolumen in den gene-rativen Fertigungsverfahren und der entsprechenden Automatisierungstechnik l\u00e4sst eine Produktivit\u00e4tssteigerung um das 100- bis 1000-fache in den n\u00e4chsten 10 bis 20 Jahren erwarten. Kombination in hybriden Strukturen mit klassischen Bauweisen (Blech, Guss, Faserverbund, etc.) werden funktionale Eigenschaften und Effizienz radikal steigern.<\/p>\n<p>Ein fach\u00fcbergreifend zusammengesetztes Team aus EDAG Designern und Speziali-sten des EDAG Competence Centers \u201eLeichtbau\u201c hat die Potenziale von aussichtsreichen Verfahren n\u00e4her untersucht und mit Experten aus Forschung und Industrie diskutiert.<\/p>\n<p>Als Kandidaten f\u00fcr die Standortbestimmung des \u201eAdditive Manufacturing\u201c traten u.a. Technologien wie Selektive Laser Sintering (SLS), Selektive Laser Melting (SLM), Ste-reolithografie (SLA) bis hin zum Fused Deposition Modelling (FDM) an.<\/p>\n<p>Zur Bewertung wurden die Technologien in einer eigens entwickelten Bewertungs-matrix quantifiziert: Wie hoch ist die Strukturrelevanz? Wie gro\u00df ist die Bandbreite ein-setzbarer Werkstoffe und mit welcher Komplexit\u00e4t und welchen Losgr\u00f6\u00dfen lassen sich Strukturbauteile fertigen? Auch in punkto Bauteilgr\u00f6\u00dfe, Toleranz, \u00d6kobilanzierung und Herstellkosten wurden die Verfahren beurteilt und klassifiziert.<\/p>\n<p>Neben dem bereits heute industriell verf\u00fcgbaren Generierverfahren SLM mit seinem Portfolio schwei\u00dfbarer Metalle und Kunststoffe stellt sich ein weiterentwickeltes FDM-Verfahren als aussichtsreicher Kandidat f\u00fcr das Zukunftsthema der \u201egenerative Ferti-gung\u201c dar: Im Gegensatz zu den anderen Technologien bietet das FDM die M\u00f6glichkeit, nahezu beliebige Bauteilgr\u00f6\u00dfen zu fertigen, da hier keine Beschr\u00e4nkung durch einen vorgege-benen Bauraum gegeben ist. Vielmehr werden die Strukturen durch den Auftrag von Thermoplastwerkstoffen durch Roboter generiert. Im freien Raum entstehen Schicht f\u00fcr Schicht komplexe Strukturen &#8211; g\u00e4nzlich ohne Werkzeug und Vorrichtungen.<\/p>\n<p><strong>Selbst Halbzeuge k\u00f6nnten bei dem Verfahren integriert werden.<\/strong><br \/>\nNeben dem metallischen SLM erreichen die bei generativen Fertigungsverfahren<br \/>\neingesetzten Hochleistungskunststoffe \u00fcberwiegend noch nicht die in der Branche<br \/>\n\u00fcblicherweise gew\u00fcnschten Festigkeits-, Steifigkeits- und Energieabsorptionskennwer-te. Abhilfe schafft bei diesem FDM-Verfahren die parallele Zuf\u00fchrung einer Endlos-Kohlefaser im Fertigungsprozess. Als zentrales Merkmal des FDM gilt sein Potenzial hinsichtlich der Einbringung von Faserverst\u00e4rkungen zur gezielten Erh\u00f6hung von<br \/>\nFestigkeiten und Steifigkeiten.<\/p>\n<p>Der industrielle Einsatz der generativen Fertigungsverfahren steht zwar noch am Anfang; die revolution\u00e4ren Vorteile im Hinblick auf Freiheitsgrade in der Entwicklung bis hin zur werkzeuglosen Fertigung machen diese Technologie zu einem Zukunftsthema. Aus heutiger Sicht ist eine Fertigung von Bauteilen und im n\u00e4chsten Schritt von Modulen durchaus erreichbar. Das Ziel, komplette Karosserien mit generativen Fertigungsverfahren produzieren zu k\u00f6nnen, ist noch weit von der industriellen Anwendung entfernt und bleibt aktuell eine w\u00fcnschenswerte Vision.<br \/>\nDie Entwicklungsprozesskette vom Lastenheft \u00fcber die Topologieanalyse, Funktionsentwicklung, bionische Gestaltung, fertigungsgerechte Gestaltung ist heute noch nicht etabliert und noch sehr zeitintensiv. Die generativen bzw. additiven Fertigungsverfah-ren sind noch nicht in der etablierten Fertigungsprozesskette integriert.<\/p>\n<p>Dezentrale Fertigungsstrukturen erm\u00f6glichen Flexibilit\u00e4t und Effizienz in der zuk\u00fcnfti-gen Produktentstehung, die \u00fcber eine reine Ersatzteilfertigung radikal hinausgeht. Fachwissen hinsichtlich Herstellungs- und Entwicklungsprozesskette sind noch nicht geb\u00fcndelt. Die werkzeuglose und variantentaugliche generative Fertigung erm\u00f6glicht m\u00f6glicherweise sogar auch innerhalb eines bestehenden Fahrzeugs punktgenau f\u00fcr spezielle M\u00e4rkte in kleinerer St\u00fcckzahl CO2-optimierte, crash- und lastgerechte Fahrzeugkonstruktionen (bspw. f\u00fcr NCAP oder EU) in ultraleichter Bauweise zu produzie-ren.<\/p>\n<p>Die EDAG Entwicklungsteams, das EDAG Competence Center Leichtbau und die Fertigungsspezialisten der EDAG Production Solutions werden die weiteren Evolutionen der \u201egenerativen Fertigung\u201c eng begleiten. Durch die neuen, bionischen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten kann auch die Anlagentechnik leichter und damit energieoptimiert hergestellt und betrieben werden: tendenziell leichtere Bauteile, leichtere Werkzeuge, leichtere Spanntechnik, kleinere Roboter.<\/p>\n<p>Die Komplexit\u00e4t des Presswerksprozesses und die Aufteilung der Untergruppenfertigung werden durch die Potentiale der additiven Fertigung deutlich vereinfacht werden. Funktionsbaugruppen werden direkt generiert oder gezielt mit verst\u00e4rkenden Elementen best\u00fcckt; Pressteile werden strukturell einfacher, da komplexe Strukturen mit den additiven M\u00f6glichkeiten eingebracht werden. Das Produktionssystem wird aufgrund der generativen, vorrichtungsarmen Technologie deutlich toleranter auf Modellwechsel, Facelifts und auch kundenindividuelle Produkt\u00e4nderungen reagieren.<\/p>\n<p>Das Ziel: Praktikable und valide Anwendungsf\u00e4lle f\u00fcr den Einsatz in der Bauteilentwicklung und Produktion entwickeln und vorstellen. Am Anfang werden kleinere Strukturbauteile stehen; aber wir m\u00f6chten unseren Beitrag leisten, um die revolution\u00e4re Idee der \u201egenerativen Fertigung\u201c weiter zu entwickeln:<\/p>\n<p>EIN BAUTEIL \u2013 EIN MODUL \u2013 EINE KAROSSERIE \u2013 EINE VISION<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Ein Bauteil, ein Modul oder gar eine komplette Karosserie aus einem St\u00fcck, das in einem einzigen Fertigungsprozess gefertigt wird! Unm\u00f6glich? Was heute nach Utopie klingt, haben die aktuellen Fortschritte in der generativen Fertigung ein ganzes St\u00fcck erreichbarer gemacht. 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