{"id":120346,"date":"2014-02-01T00:11:56","date_gmt":"2014-02-01T00:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=120346"},"modified":"2014-02-28T17:03:34","modified_gmt":"2014-02-28T17:03:34","slug":"kkv-begruesst-oekumenische-sozialinitiative-der-kirchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=120346","title":{"rendered":"KKV begr\u00fc\u00dft \u00d6kumenische Sozialinitiative der Kirchen"},"content":{"rendered":"<p>Fulda. &#8220;Wir begr\u00fc\u00dfen ausdr\u00fccklich die \u00d6kumenische Sozialinitiative der katholischen und evangelischen Kirche. Sie kommt zur rechten Zeit. Das Sozialwort geht auf die dr\u00e4ngenden Probleme unserer Zeit ein und legt die Finger auf die zahlreichen Wunden unserer Gesellschaft.\u201c Mit diesen Worten unterstreicht der geb\u00fcrtige Fuldaer Bundesvorsitzende des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, Bernd-M. Wehner, die Bedeutung des jetzt der \u00d6ffentlichkeit vorgestellten Papiers \u201eGemeinsame Verantwortung f\u00fcr eine gerechte Gesellschaft&#8221;.<!--more--><\/p>\n<p>So werde zu Recht betont, dass wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten, das hei\u00dft unternehmerisches Handeln aber auch Transaktionen auf den Finanzm\u00e4rkten keinen Selbstzweck darstellen, sondern die menschliche Entwicklung insgesamt bef\u00f6rdern m\u00fcsse. Deshalb unterst\u00fctze auch der KKV schon seit langem, eine ordnungspolitische Erneuerung und damit eine neue Verantwortungskultur. Das gelte sowohl f\u00fcr Unternehmen \u2013 hier m\u00fcsse k\u00fcnftig das Haftungsprinzip st\u00e4rker zum Zuge kommen \u2013 aber auch f\u00fcr den Verbraucher. \u201eMit einer \u00e2\u20ac\u0161Geiz-ist-geil-Mentalit\u00e4t\u00e2\u20ac\u2122 kann man im Einzelfall mal ein Schn\u00e4ppchen machen, langfristig schadet man aber einer am Menschen orientierten Wirtschaft.\u201c Nur wenn der Mensch im Mittelpunkt stehe und Werte wie Ehrlichkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit, Nachhaltigkeit und Ma\u00df Leitschnur f\u00fcr das Handeln in Politik und Gesellschaft seien, k\u00f6nne es eine auf Nachhaltigkeit basierende Wirtschafts- und Sozialordnung geben. \u201eDer \u00e2\u20ac\u0161ehrbare Kaufmann\u00e2\u20ac\u2122 muss nicht nur in aller Munde sein, sondern er muss vor allem praktiziert werden \u2013 auch vom Staat\u201c, unterstrich der KKV-Bundesvorsitzende.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen begr\u00fc\u00dfe man ausdr\u00fccklich die Forderung, dass der Beitrag der Familien, die Erziehungs- und Pflegeleistungen erbringen, st\u00e4rker in den Sozialversicherungssystemen ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcsse. Das m\u00fcsse dann im Umkehrschluss dazu f\u00fchren, dass kinderlose Paare st\u00e4rker zur Finanzierung dieser Systeme herangezogen w\u00fcrden. \u201eWenn es richtig ist, wie Prof. Dr. Klaus Meyer zu Uptrup k\u00fcrzlich feststellte, dass seit rund 40 Jahren ein Drittel der Bev\u00f6lkerung kinderlos lebt, dann wird damit ein ausgewogenes Generationenverh\u00e4ltnis zerst\u00f6rt und dann kann unser auf dem Umlagesystem basierendes Rentensystem auf Dauer nicht funktionieren.\u201c So wie Forschung und Entwicklung in Unternehmen als unerl\u00e4ssliche Investitionen gelten, die finanziert werden m\u00fcssten, so sei Familienarbeit \u2013 und insbesondere Kindererziehung \u2013 auch eine Investition in die Zukunft, ohne die ein Staat und eine Gesellschaft auf Dauer nicht existieren k\u00f6nne.<\/p>\n<p><b>Sozial ist, was den Einzelnen zur Eigeninitiative ermutigt<\/b><\/p>\n<p>\u201eDar\u00fcber hinaus h\u00e4tten wir uns in dem Papier eine st\u00e4rker Akzentuierung des Subsidiarit\u00e4tsprinzip gew\u00fcnscht\u201c, so Wehner weiter. Wenn es beispielsweise unter dem Stichwort \u201eInklusion und Partizipation\u201c hei\u00dfe, dass die Solidargemeinschaft erwarten k\u00f6nne, \u201edass der Hilfeempf\u00e4nger im Rahmen seiner individuellen M\u00f6glichkeiten aktiv an der Verbesserung seiner Lage mitwirkt\u201c, sei das zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Besser sei es aber, wenn auch im Sozialbereich der Grundsatz st\u00e4rker gelte: Sozial ist, was den Einzelnen zur Eigeninitiative ermutigt und zur Eigenst\u00e4ndigkeit bef\u00e4higt. In der Sozialpolitik m\u00fcsse deshalb alles dran gesetzt werden, dass jedem die Chance auf selbstgeschaffenen Wohlstand gegeben werde, aber eben nicht durch Anspr\u00fcche an den Staat. \u201eSo wenig wie man Kindern hilft, wenn man sie verw\u00f6hnt, so wenig hilft ein Sozialstaat, wenn er <b>nur<\/b> finanziell unter die Arme greift. Deshalb muss eine Sozialpolitik vor allem dazu beitragen, dass Menschen wieder in die Lage versetzt werden, f\u00fcr sich selbst zu sorgen. Dies tr\u00e4gt letztlich auch zum Selbstwertgef\u00fchl eines Menschen bei.\u201c<\/p>\n<p><b>Neue Arbeitsphilosophie ist n\u00f6tig<\/b><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sollte bei der k\u00fcnftigen Diskussion des Sozialwortes auch das Thema der Informationsflut und der Arbeitsverdichtung sowie von Stress und Burnout am Arbeitsplatz thematisiert werden, da sie europaweit inzwischen die gr\u00f6\u00dften Probleme im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz darstellten. \u201eWeil die Arbeit nie aufh\u00f6rt, muss der Mensch immer wieder mit der Arbeit aufh\u00f6ren \u2013 zumindest im Urlaub und am Sonntag. Deshalb fordern wir als KKV eine \u00e2\u20ac\u0161Kultur der Unerreichbarkeit\u00e2\u20ac\u2122 als Teil einer neuen Arbeitsphilosophie\u201c, unterstreicht Bernd-M. Wehner. Nicht umsonst pl\u00e4diert Papst Franziskus in seiner Botschaft zum 48. Welttag der Kommunikationsmittel daf\u00fcr, dass wir \u201eeinen gewissen Sinn f\u00fcr Langsamkeit und Ruhe wiedergewinnen\u201c. Da moderne Medien jeden fast \u00fcberall erreichbar machten \u2013 auch beruflich, sei es dringend geboten, dass die Menschen abschalten k\u00f6nnten. \u201eDeshalb hat jeder ein Recht auf Unerreichbarkeit.\u201c Das m\u00fcsse man zum einen selbst wollen und dann auch lernen, es m\u00fcsse aber auch von Vorgesetzten akzeptiert werden. \u201eDas ist ein Gebot der Menschlichkeit und letztlich auch im Sinne der Arbeitgeber: Denn nur erholte Mitarbeiter sind auf Dauer leistungsf\u00e4hig\u201c, so das Fazit des KKV.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. &#8220;Wir begr\u00fc\u00dfen ausdr\u00fccklich die \u00d6kumenische Sozialinitiative der katholischen und evangelischen Kirche. Sie kommt zur rechten Zeit. 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