{"id":120153,"date":"2014-02-26T00:15:22","date_gmt":"2014-02-26T00:15:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=120153"},"modified":"2014-02-25T18:24:54","modified_gmt":"2014-02-25T18:24:54","slug":"landesregierung-will-fairen-ausgleich-zwischen-konventioneller-und-oekologischer-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=120153","title":{"rendered":"Landesregierung will fairen Ausgleich zwischen konventioneller und \u00f6kologischer Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_120154\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/image0014.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-120154\" class=\"size-thumbnail wp-image-120154\" alt=\"Kreislandwirt Norbert Reinhardt dankt Dr. Anna Runzheimer f\u00fcr aktuelle Informationen aus der hessischen Agrarpolitik.\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/image0014-265x176.jpg\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/image0014-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/image0014.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-120154\" class=\"wp-caption-text\">Kreislandwirt Norbert Reinhardt dankt Dr. Anna Runzheimer f\u00fcr aktuelle Informationen aus der hessischen Agrarpolitik.<\/p><\/div>\n<p>Vogelsbergkreis. \u201eBei der Bundestagswahl und der Landtagswahl in Hessen sind die Bauern zum politischen Spielball missbraucht worden\u201c,\u00c2\u00a0 so Kreislandwirt Norbert Reinhardt am Samstagvormittag bei der Ortslandwirteversammlung im Hotel \u201eZur Schmiede\u201c im Alsfelder Stadtteil Eudorf. Er betonte, dass die Fragestellung an das Wahlvolk: \u201eWelche Landwirtschaft wollen wir in Deutschland?\u201c zu einfach sei. Von verantwortungsvollen Volksvertretern m\u00fcsse man erwarten, dass sie den W\u00e4hlern auch die Ist-Situation erkl\u00e4rten. So habe man die M\u00e4rkte \u00fcber die K\u00f6pfe der Bauern hinweg liberalisiert und dadurch sei ein internationaler Konkurrenzdruck entstanden. \u201eWer f\u00fcr Wettbewerbsdruck sorgt, der muss selbstverst\u00e4ndlich auch einen Strukturwandel in der Landwirtschaft in Kauf nehmen\u201c, so der Kreislandwirt. Wer an unbedarfte Verbraucher die Frage stelle: \u201eWelche Landwirtschaft brauchen wir?\u201c, der d\u00fcrfe aber auch nicht verheimlichen, dass eine \u201ePonyhoflandwirtschaft\u201c die mit Bl\u00fcmchen garniert ist, viel staatlichen Schutz brauche. Und wer glaube, den einen Bauern was abnehmen zu k\u00f6nnen, um die anderen zu unterst\u00fctzen, werde recht schnell das \u00f6konomische Aus eines ganzen Berufsstandes erleben.<!--more--><br \/>\n<strong>\u00c2\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>Ganzer Berufsstand im Wahlkampf diffamiert<\/strong><\/p>\n<p>Scharfe Worte richtete er an die verantwortungslosen Polit- und Verbandsapparatschiks, die der Bev\u00f6lkerung ein Bild \u00fcber die Landwirtschaft aufgezeigt h\u00e4tten, das man als Landwirt schon nicht mehr als Tiefschlag bezeichnen k\u00f6nne. Ohne Hemmungen h\u00e4tten dreiste Stimmviehj\u00e4ger und Spendensammler in der \u00d6ffentlichkeit die Bauern als professionelle Tierqu\u00e4ler, Massentierhalter, Qualz\u00fcchter, Umweltzerst\u00f6rer und Grundwasservergifter dargestellt. Wer so einen ganzen Berufsstand diffamiere, den k\u00f6nne man als einen \u201eGesellschaftspolitischen Brandstifter\u201c bezeichnen. Als Gipfel der Entgleisungen nannte er ein Video des BUND, in dem auf widerw\u00e4rtige Weise, Kinder auf Feldern von Bauern totgespritzt werden. \u201eZeitgenossen, die solche Bilder ins Netz\u00c2\u00a0 stellen und noch auf Beifall hoffen, darf man getrost als Hassprediger bezeichnen\u201c, so Reinhardt.<\/p>\n<p>Er rief den Berufsstand auf, den Verbraucher mehr \u00fcber die Landwirtschaft insgesamt aufzukl\u00e4ren. Ein gutes Beispiel sei die 1. Landwirtschaftsmesse in Alsfeld mit \u00fcber 20.000 Besuchern gewesen. Es m\u00fcsse unter anderem auch darauf hingewiesen werden, dass Tiertransporte stattfinden m\u00fcssten, da es in Hessen fast keine Schlachth\u00f6fe mehr gebe, da diese wegen zu hoher Auflagen schlie\u00dfen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Getreideernte im Plus, Kartoffeln im Minus<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Ausf\u00fchrungen war der Kreislandwirt auf das abgelaufene Jahr 2013 eingegangen, das nach dem langen Winter und viel Regen im Fr\u00fchjahr, doch noch ganz gut gewesen sei. Die Getreideernte sei mit einem Plus von 22 Prozent sehr \u00fcppig ausgefallen. Leider sei der Preis bei Getreide und Raps auch um 20 bis 30 Prozent gesunken. Kartoffeln und Mais h\u00e4tten das nasse und kalte Fr\u00fchjahr nicht gut weggesteckt und schlechte bis katastrophale Ernteergebnisse die Folge gewesen. Die Milchpreise h\u00e4tten inzwischen mit \u00fcber 40 Cent ein ordentliches Niveau erreicht.<\/p>\n<p><strong>Landesregierung will fairen Ausgleich zwischen konventioneller und \u00f6kologischer Landwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber \u201eAktuelles aus der hessischen Agrarpolitik\u201c informierte dann Abteilungsleiterin Dr. Anna Runzheimer vom Ministerium f\u00fcr Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie betonte, dass sich die neue Landesregierung in der Anlaufphase befinde und insbesondere die Zust\u00e4ndigkeit neu strukturiert werde. So sei das Aufgabengebiet Energie mit Ausnahme der nachwachsenden Rohstoffe an das Wirtschaftsministerium abgegeben worden und im Gegenzug habe man die Bereiche St\u00e4dtebau-und Wohnungsbauf\u00f6rderung sowie die Dorf- und Regionalentwicklung mit dem Landtourismus erhalten. Sehr intensiv sei bei den Koalitionsverhandlungen das Thema Landwirtschaft behandelt worden. \u201eDie Landesregierung will einen fairen Ausgleich zwischen konventioneller und \u00f6kologischer Landwirtschaft schaffen. Der Zukunftspakt Landwirtschaft aus dem Jahr 2013 hat weiter Bestand\u201c, so die Abteilungsleiterin.<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlich ging sie dann auf die EU-F\u00f6rderung ein. Sehr positiv wurde von den anwesenden Ortslandwirten die Zusage aufgenommen, dass die zum Ausgleich von nat\u00fcrlichen, aber ung\u00fcnstigen Standortbedingungen oder Produktionsnachteilen bestehende Ausgleichzulage (AGZ) erhalten bleibe. Zudem w\u00fcrden die naturschutzfachlichen Sonderleistungen von Schaf- und Ziegenhaltern sowie extensiven Rinderhaltern eine F\u00f6rderung erhalten. Als weitere Ma\u00dfnahmen nannte sie die deutliche Steigerung des Anteils bei der \u00f6kologischen Nutzung und der hessischen Bioprodukte. \u201eDie Landesregierung strebt an, die f\u00fcr Verbraucher und Erzeuger wichtige Direktvermarktung aus der Region zu unterst\u00fctzen, um so die Wertsch\u00f6pfung in der Region zu erhalten. Abschlie\u00dfend ging sie ausf\u00fchrlich auf den Tierschutz ein und k\u00fcndigte an zu diesem Thema unter Beteiligung des Berufsstandes einen \u201eRunden Tisch\u201c zu allen Fragen des Tierwohls einzurichten.<\/p>\n<p><strong>Landwirtschaft braucht \u00d6ffentlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Landrat Manfred G\u00f6rig zeigte sich in seinem Gru\u00dfwort erfreut, dass es im Vogelsberg noch deutlich mehr Berufst\u00e4tige in der Landwirtschaft gebe, als im hessischen Durchschnitt. Er rief die Landwirte auf sich mehr in der \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren: \u201eDer Tag des offenen Hofes\u201c reicht nicht alleine aus\u201c. Die 1. Landwirtschaftsmesse in Alsfeld sei ein guter Anfang gewesen. Gru\u00dfworte kamen zuvor von den beiden Landtagsabgeordneten Eva Goldbach (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) und Kurt Wiegel (CDU). Im Anschluss informierte Dr. Ri\u00dfe vom Amt f\u00fcr Veterin\u00e4rwesen Vogelsberg ausf\u00fchrlich \u00fcber die den Stand der Tierseuchenbek\u00e4mpfung im Vogeklsbergkreis.<\/p>\n<p>Karl-Peter M\u00fctze, Leiter des Amt f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum und Daseinsvorsorge Vogelsberg und dessen Mitarbeiter informierten abschlie\u00dfend \u00fcber Neues aus dem Agrarbereich. Reinhardt dankte abschlie\u00dfend den Mitarbeitern des Amtes f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum f\u00fcr die sehr gute Zusammenarbeit mit den Landwirten bei der Antragsannahme zur Agrarf\u00f6rderung. Den anwesenden Ortslandwirten wurden im Laufe der Versammlung wieder umfangreiche Informationsmaterialien ausgeh\u00e4ndigt.\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 Text und Fotos: Dieter Graulich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. \u201eBei der Bundestagswahl und der Landtagswahl in Hessen sind die Bauern zum politischen Spielball missbraucht worden\u201c,\u00c2\u00a0 so Kreislandwirt Norbert Reinhardt am Samstagvormittag bei der Ortslandwirteversammlung im Hotel \u201eZur Schmiede\u201c im Alsfelder Stadtteil Eudorf. Er betonte, dass die Fragestellung an das Wahlvolk: \u201eWelche Landwirtschaft wollen wir in Deutschland?\u201c zu einfach sei. 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