{"id":119868,"date":"2014-02-18T00:09:26","date_gmt":"2014-02-18T00:09:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=119868"},"modified":"2014-02-18T07:00:03","modified_gmt":"2014-02-18T07:00:03","slug":"neue-gedenktafel-am-geburtsort-ferdinand-schneiders-in-der-kanalstrasse-erinnert-an-einen-grossen-sohn-der-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=119868","title":{"rendered":"Neue Gedenktafel am Geburtsort Ferdinand Schneiders in der Kanalstra\u00dfe erinnert an einen gro\u00dfen Sohn der Stadt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/DSC_5063.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-119870\" alt=\"DSC_5063\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/DSC_5063.jpg\" width=\"560\" height=\"357\" \/><\/a><\/p>\n<p>Fulda (mb). W\u00e4hrend es f\u00fcr Fuldas ersten und einzigen Nobelpreistr\u00e4ger, Ferdinand Braun, mehrere Orte der Erinnerung gibt \u2013 von der Namenstafel \u00fcber ein Denkmal bis hin zu der nach ihm benannten Schule \u2013 haben Interessierte bislang fast vergeblich nach Spuren eines weiteren bedeutenden Fuldaers gesucht. N\u00e4mlich nach Spuren des Erfinders und Pioniers der \u201edrahtlosen Telegraphie\u201c Ferdinand Schneider. Seit kurzem jedoch h\u00e4lt eine elegante Metalltafel \u00fcber dem Eingang des Geburtshauses in der Kanalstra\u00dfe 47 das Gedenken an jenes bescheidene, leider oft verkannte, aber epochale Fuldaer Genie wach.<!--more--><\/p>\n<p><strong>181 Patente<\/strong><\/p>\n<p>Am 10. Oktober 1866 erblickte Ferdinand Schneider in dem schlanken, mehrgeschossigen Haus in der Altstadt das Licht der Welt. Die von der Stadt gemeinsam mit dem Hauseigent\u00fcmer in Auftrag gegebene Gedenktafel erinnert neuerdings in gut lesbaren Lettern daran, dass Schneider nach einer handwerklichen Ausbildung als Uhrmacher \u201ebahnbrechende elektrotechnische Experimente\u201c gelangen. Als Ergebnis dieses Forscherdrangs wurden ihm sage und schreibe 181 Patente erteilt. Am 24. M\u00e4rz 1885 stellte Schneider in Fulda seine erfolgreiche Anordnung f\u00fcr \u201edrahtlose Telegraphie\u201c vor. Daf\u00fcr h\u00e4tte der \u201eFuldaer Edison\u201c, wie ihm manche anerkennend nannten, Ruhm und Anerkennung verdient. Doch beides wurde Guglielmo Marconi sowie dem aus Fulda stammenden Wissenschaftler und Hochschulprofessor Ferdinand Braun zuteil. Beide erhielten am 10. Dezember 1909 in Stockholm den Nobelpreis f\u00fcr die \u201edrahtlose Telegraphie\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/DSC_5062.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-119869\" alt=\"DSC_5062\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/DSC_5062-265x175.jpg\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/DSC_5062-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/DSC_5062.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Schneider hingegen blieb der Durchbruch und damit der Erfolg bedauerlicherweise versagt. Seine Leistungen auf dem Gebiet der \u201edrahtlosen Telegraphie\u201c, so schreibt er in einer Selbstbiographie, seien lediglich als \u201enette wissenschaftliche Experimente betrachtet worden&#8230; nichts weiter als schwaches Ticken im Telefon.\u201c Dennoch war Schneider von Anbeginn an \u00fcberzeugt, dass es ihm gelungen sei, \u201eals Erster die Vorarbeiten von Heinrich Hertz zu vollenden und dadurch die drahtlose Telegraphie geboren zu haben.\u201c<\/p>\n<p>An besagtem M\u00e4rztag des Jahres 1885\u00c2\u00a0 hatte Ferdinand Schneider im Saal der Fuldaer \u201eHarmonie\u201c seine Versuchsanordnung vorgef\u00fchrt, die Dr. Ulrich Kern vom Mannheimer Museum f\u00fcr Technik und Arbeit so beschreibt: \u201eMit Hilfe eines Morsetasters, einem Wellensender, einer leitenden V-Antenne, deren Enden in einem Kugelblech verhakt waren, von Blechenden, die einen Millimeter voneinander entfernt standen, und einem Kopfh\u00f6rer zeigte Schneider auf, dass Telegraphie auch drahtlos m\u00f6glich sein konnte.\u201c \u201eFuldas Edison\u201c fand trotz der einfachen Anordnung seines funktionierenden \u201eApparates\u201c kein Geh\u00f6r in der Fachwelt. Er starb am 27. M\u00e4rz 1955 in seiner Heimatstadt.<\/p>\n<p><strong>Herausragender Erfinder<\/strong><\/p>\n<p>\u201eUns war es deshalb wichtig, Ferdinand Schneider eine angemessene W\u00fcrdigung seiner Person und seines Erfindungsreichtums an historischem Ort zuteil werden zu lassen\u201c, begr\u00fcndet Fuldas Oberb\u00fcrgermeister und Kulturdezernent Gerhard M\u00f6ller (CDU) das Anbringen der neuen Gedenktafel an der Hausfront, die unter anderem auch auf Initiativen aus den st\u00e4dtischen Gremien zur\u00fcckgeht. Gleichzeitig dankte M\u00f6ller dem Hauseigent\u00fcmer f\u00fcr ein \u201esympathisches Gemeinschaftsprojekt\u201c, dass in Zukunft hoffentlich manchen inspirieren werde, vor dem Haus stehenzubleiben, den Text zu lesen und vielleicht in einer stillen Stunde auf die Suche nach Spuren eines autodidaktischen Wissenschaftlers und herausragenden Erfinders zu machen.<\/p>\n<p><strong>Lebenserinnerungen<\/strong><\/p>\n<p>Wer sich ausf\u00fchrlicher mit dem Leben und Werk Ferdinand Schneiders besch\u00e4ftigen m\u00f6chte, dem sei das Buch \u201eFerdinand Schneider (1866-1955) \u2013 Lebenserinnerungen eines Fuldaer Erfinders und Pioniers der \u201eDrahtlosen Telegraphie\u201c von Stephan Mollenhauer empfohlen. Es ist im Verlag Parzeller als 65. Ver\u00f6ffentlichung des Fuldaer Geschichtsvereins erschienen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb). 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