{"id":119690,"date":"2014-02-13T00:09:57","date_gmt":"2014-02-13T00:09:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=119690"},"modified":"2014-02-12T16:48:31","modified_gmt":"2014-02-12T16:48:31","slug":"vier-mopsfledermaeuse-im-milseburgtunnel-interview-mit-stefan-zaenker-ueber-den-aktuellen-zwischenstand-des-fledermaus-monitorings","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=119690","title":{"rendered":"Vier Mopsflederm\u00e4use im Milseburgtunnel &#8211; Interview mit Stefan Zaenker \u00fcber den aktuellen Zwischenstand des Fledermaus-Monitorings"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/055-Fledermausmonitoring2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-119691\" alt=\"055-Fledermausmonitoring2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/055-Fledermausmonitoring2.jpg\" width=\"560\" height=\"360\" \/><\/a><\/p>\n<p>Landkreis Fulda. Jeden Winter inspiziert die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Fledermausschutz Keller, Stollen und andere Fledermaus-Quartiere im Landkreis Fulda. Unterst\u00fctzt werden die Ehrenamtlichen von der Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n und der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde, die\u00c2\u00a0 das Fledermaus-Monitoring 2002 mit dem Bau des Milseburgradwegs gestartet haben. Stefan Zaenker, der Vorsitzende der ARGE, gibt Auskunft \u00fcber die aktuelle Z\u00e4hlung.<!--more--><\/p>\n<p><b>Frage: <\/b>Wie gehen Sie bei den Besichtigungen der Quartiere vor, damit Sie die st\u00f6rungsempfindlichen Tiere nicht aufwecken?<\/p>\n<p><b>Stefan Zaenker:<\/b> In den Quartieren werden alle W\u00e4nde und Decken abgesucht. Dabei werden auch kleinste Felsspalten und Mauerritzen ausgeleuchtet. Wird eine Fledermaus gefunden, wird diese sehr schnell bestimmt und dann der Fundort verlassen. Wenn man Erfahrung hat, reicht das ganz kurze Anleuchten mit einer Taschenlampe. Da Flederm\u00e4use f\u00fcr den Laien nur sehr schwer bestimmbar sind, geh\u00f6rt mitunter jahrelange \u00dcbung dazu.<\/p>\n<p><b>Frage:<\/b> Wie lassen sich die Ergebnisse des elften Beobachtungsjahres kurz zusammenfassen?<\/p>\n<p><b>Stefan Zaenker<\/b>: Ich war \u00fcberrascht, dass wir trotz der bisher warmen Witterung so viele Flederm\u00e4use in ihren Winterquartieren angetroffen haben. Das ist anders als im \u00fcbrigen Hessen und zeigt, dass f\u00fcr Flederm\u00e4use selbst ein milder Rh\u00f6ner Winter kalt ist. Erfreut war ich dar\u00fcber, dass wir wieder \u2013 nun im dritten Jahr in Folge &#8211; die seltene Mopsfledermaus im Milseburgtunnel gefunden haben, und zwar genau wie im vergangenen Jahr vier Tiere. Als wir 2011\/12 die erste entdeckten, war das eine Sensation. Auch drei Breitfl\u00fcgelflederm\u00e4use \u00fcberwintern dort, nachdem es 2006\/07 eine einzelne gewesen war. Offensichtlich verbreitet sich die Kenntnis geeigneter Quartiere unter den Artgenossen.<\/p>\n<p><b>Frage:<\/b> Was sagen die Zahlen aus?<\/p>\n<p><b>S.Z.<\/b>: Aussagef\u00e4hig werden die Zahlen durch die Kontinuit\u00e4t der Beobachtungen. Denn eine Entwicklung l\u00e4sst sich nicht von einem aufs andere Jahr ablesen, da Faktoren wie beispielsweise das Wetter leicht zu Schwankungen f\u00fchren. Aber eigentlich sind die Z\u00e4hlungen eine Nebensache: Vor allem geht es um die Erfassung des Artenspektrums und die Kontrolle sowie gegebenenfalls Instandsetzung der Quartiere.<\/p>\n<p><b>Frage<\/b>: Wie verl\u00e4uft die Entwicklung unseres heimischen Fledermausbestands?<\/p>\n<p><b>S.Z.: <\/b>Flederm\u00e4use geh\u00f6ren zu den stark gef\u00e4hrdeten Tierarten, deren Zahl bis in die 1990er Jahre extrem zur\u00fcckgegangen war.\u00c2\u00a0 2002\/03 z\u00e4hlten wir 165 Tiere in zw\u00f6lf Quartieren, in diesem Winter waren es bislang 199 in 20 Quartieren. Etwa 15 weitere Quartiere werden diesen Winter noch kontrolliert, so dass sich die Zahl noch erh\u00f6hen d\u00fcrfte. Auf jedes Tier, das wir sehen, kommen nat\u00fcrlich weitere ungesehene in unbekannten Spaltenquartieren. Seit 2010 lagen wir immer \u00fcber 200 Exemplaren.\u00c2\u00a0 Das spricht daf\u00fcr, dass sich die Best\u00e4nde erholen oder zumindest nicht abnehmen.<\/p>\n<p><b>Frage:<\/b> Ist das eine Entwarnung?<\/p>\n<p><b>S.Z.:<\/b> Vor allem durch die Zerst\u00f6rung von Lebensraum und damit ihrer Nahrungsgrundlagen sind Flederm\u00e4use nach wie vor vom Aussterben bedroht. Deshalb ist Fledermausschutz in erster Linie Biotopschutz. In den Kernzonen des Biosph\u00e4renreservats mit Alt- und Totholz finden die Flederm\u00e4use gute\u00c2\u00a0 Lebensbedingungen vor. Auch durch teils ganz einfache Ma\u00dfnahmen wie dem Einbau einzelner Hohlblocksteine oder Spalten bei der Sanierung und dem Neubau von Br\u00fccken und Unterf\u00fchrungen oder mit Fledermausquartieren an Hochsitzen kann den Tieren geholfen werden.<\/p>\n<p><b>Frage:<\/b> Was kann jeder Einzelne zum Schutz beitragen?<\/p>\n<p><b>S.Z.:<\/b> Man kann zum Beispiel bei sich zu Hause Fledermausbretter\u00c2\u00a0 oder -k\u00e4sten anbringen, seinen Garten fledermausfreundlich gestalten oder verschlossene Felsen- und Lagerkeller mit einem Fledermauseinflug versehen. Einfache Bauanleitungen f\u00fcr solche Fledermausbretter sowie weitere Tipps finden sich auf\u00c2\u00a0 unserer Homepage <a href=\"http:\/\/www.fledermausschutz-fulda.de\/\">www.fledermausschutz-fulda.de<\/a>.<\/p>\n<p><b>Info<\/b><\/p>\n<p>Das Biosph\u00e4renreservat hat gemeinsam mit der ARGE Fledermausschutz den vierseitigen Flyer \u201eFlederm\u00e4use \u2013 N\u00e4chtliche J\u00e4ger der Rh\u00f6n\u201c neu aufgelegt. Zu beziehen ist er bei der hessischen Verwaltungsstelle (Tel. 06654 \u2013 9612-0) oder im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.brrhoen.de\/Downloads\">www.biosphaerenreservat-rhoen.de\/Downloads<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Landkreis Fulda. Jeden Winter inspiziert die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Fledermausschutz Keller, Stollen und andere Fledermaus-Quartiere im Landkreis Fulda. Unterst\u00fctzt werden die Ehrenamtlichen von der Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n und der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde, die\u00c2\u00a0 das Fledermaus-Monitoring 2002 mit dem Bau des Milseburgradwegs gestartet haben. 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