{"id":119634,"date":"2014-02-12T00:13:52","date_gmt":"2014-02-12T00:13:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=119634"},"modified":"2014-02-11T15:41:09","modified_gmt":"2014-02-11T15:41:09","slug":"landkreis-und-diakonie-fulda-engagieren-sich-im-halt-projekt-fuer-alkoholpraevention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=119634","title":{"rendered":"Landkreis und Diakonie Fulda engagieren sich im HaLT-Projekt f\u00fcr Alkoholpr\u00e4vention"},"content":{"rendered":"<p>Fulda. Die Session ist in vollem Gange, die Fuldaer Narren genie\u00dfen die f\u00fcnfte Jahreszeit, doch einige kennen dabei nur eines: Hoch die Tassen, als g\u00e4b\u00e2\u20ac\u2122s kein Morgen mehr! Und letzteres ist \u2013 ungewollt \u2013 oft erschreckend nahe an der Realit\u00e4t. Denn f\u00fcr einige endet die Feier in der Klinik, Diagnose Alkoholvergiftung. H\u00e4ufig sind es Jugendliche.<!--more--><\/p>\n<p>Seit zwei Jahren treten der Landkreis Fulda und die Diakonie Fulda gemeinsam diesem Ph\u00e4nomen entschieden entgegen. \u201eHaLT \u2013 Hart am Limit\u201c hei\u00dft das hessenweite, mit Landesmitteln f\u00fcr weitere zwei Jahre gef\u00f6rderte Pr\u00e4ventionsprojekt, das den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen verhindern will. Dabei gehen die Koordinatoren das Problem von zwei Seiten an: Axel von Donop, Diplom-Sozialp\u00e4dagoge bei der Diakonie, ist f\u00fcr den reaktiven Teil zust\u00e4ndig. Er ber\u00e4t Jugendliche und Eltern, die bereits akut mit dem Thema in Ber\u00fchrung kamen. Vereinen, Veranstaltern, Schulen und Gemeinden steht indes Dominik de Beisac, Sozialp\u00e4dagoge (BA) beim Fachdienst Jugend, Familie, Sport, Ehrenamt des Landkreises Fulda unterst\u00fctzend zur Seite. Er koordiniert das Projekt und verantwortet den proaktiven Teil.<\/p>\n<p>\u201e2012 wurden 77 Jugendliche wegen Alkoholvergiftung ins Klinikum Fulda eingeliefert, im vergangenen Jahr waren es 102\u201c, benennt Axel von Donop das Ph\u00e4nomen in Zahlen. Ob sich daraus tats\u00e4chlich auch eine Zunahme der Alkoholexzesse ableiten l\u00e4sst, ist nicht sicher: \u201eWir gehen davon aus, dass Jugendliche schneller eingeliefert werden, weil zum Beispiel aufmerksame Passanten einen Rettungswagen gerufen haben\u201c, erl\u00e4utert von Donop. Der Vollrausch werde nicht mehr als \u201eBagatelle\u201c angesehen, das sei erst einmal positiv zu bewerten. Negativ sei aber der Umstand als solches. Die Patienten waren zwischen 11 und 17 Jahren alt, die meisten im Alter von 13 bis 15 Jahren. Sowohl Jungs wie auch M\u00e4dchen sind nach einem Vollrausch in der Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Fulda aufgewacht.<\/p>\n<p>\u201eMit Professor Dr. Repp und seinem Team pflegen wir eine gute Zusammenarbeit\u201c, erkl\u00e4rt Dominik de Beisac. Konkret hei\u00dft das: Die Mediziner motivieren die jungen Patienten nach ihrem Aufenthalt im Krankenhaus, Kontakt zu der Diakonie aufzunehmen. \u201e32 sogenannte Br\u00fcckengespr\u00e4che habe ich im vergangenen Jahr mit jungen Menschen gef\u00fchrt\u201c, sagt von Donop und f\u00fcgt an: \u201eSie sind freiwillig gekommen, denn es gibt keine Verpflichtung dazu.\u201c<\/p>\n<p>Aufschlussreich waren diese Gespr\u00e4che auch f\u00fcr die HaLT-Koordinatoren: Denn am Anfang des Vollrauschs eines Jugendlichen stand immer ein Erwachsener, der ihnen den Zugang zu Alkohol erm\u00f6glicht hat \u2013 zum Beispiel Narren, die ihnen Fl\u00e4schchen vom Wagen des Rosenmontagsumzugs gereicht haben.<\/p>\n<p>Deshalb setzt Dominik de Beisac in seiner Projektarbeit auf die Aufkl\u00e4rung von Erwachsenen: \u201eFaschingsvereine und Veranstalter d\u00fcrfen es den Jugendlichen nicht so leicht machen, an alkoholische Getr\u00e4nke ranzukommen\u201c, appelliert er. De Beisac informiert regelm\u00e4\u00dfig in Gemeinden und Vereinen \u00fcber die Bestimmungen des Jugendschutzes und unterst\u00fctzt Veranstalter im Vorfeld: \u201eAuch alkoholfreie Getr\u00e4nke kann man Jugendlichen schmackhaft machen, zum Beispiel sind Cocktails aus S\u00e4ften eine attraktive Alternative.\u201c<\/p>\n<p>Wichtig sei aber vor allem, dass das Personal geschult wird. Dazu geh\u00f6re auch, dass man im Blick hat, wenn ein Erwachsener Alkohol von der Theke an Jugendliche weiterreicht. \u201eIch kann mir nicht vorstellen, dass sich irgendjemand vorwerfen lassen m\u00f6chte, dass Minderj\u00e4hrige nach dem Besuch seiner Veranstaltung mit einer Alkoholvergiftung im Klinikum aufgewacht sind\u201c, ist de Beisac \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Den moralischen Zeigefinger erheben jedoch weder er noch sein Projektkollege von Donop: \u201eWir predigen keine Abstinenz, aber einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol und zwar von Jugendlichen und Erwachsenen\u201c, sind sie sich einig. Denn auch so kann es eine n\u00e4rrisch-sch\u00f6ne Feier werden \u2013 ohne b\u00f6ses Erwachen am n\u00e4chsten Morgen.<\/p>\n<p><b>Info<\/b><\/p>\n<p>Jugendliche und Eltern, die eine Beratung zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol suchen, k\u00f6nnen sich an Axel von Donop, Ambulante Jugendhilfe der Diakonie Fulda, unter Telefon (0661)8388249 oder E-Mail axelvondonop@diakonie-fulda.de wenden.<\/p>\n<p>Veranstalter, Vereine, Gemeinden und Schulen, die Unterst\u00fctzung zum Thema Jugendschutz und Pr\u00e4vention von Alkoholkonsum bei Jugendlichen ben\u00f6tigen, kontaktieren Dominik de Beisac, Fachdienst Jugend, Familie, Sport, Ehrenamt des Landkreises Fulda unter Telefon (0661)6006-486 oder E-Mail <a href=\"mailto:dominik.debeisac@landkreis-fulda.de\">dominik.debeisac@landkreis-fulda.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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