{"id":119474,"date":"2014-02-06T00:09:21","date_gmt":"2014-02-06T00:09:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=119474"},"modified":"2014-02-05T17:46:51","modified_gmt":"2014-02-05T17:46:51","slug":"naturschutzgebiete-im-landkreis-fulda-die-eube-ein-lebensraum-mit-hohem-botanischen-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=119474","title":{"rendered":"Naturschutzgebiete im Landkreis Fulda: Die Eube \u2013 ein Lebensraum mit hohem botanischen Wert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/045-Eube.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-119475\" alt=\"045-Eube\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/045-Eube.jpg\" width=\"560\" height=\"359\" \/><\/a>Poppenhausen. Der weithin sichtbare, 814 Meter hohe Eubeberg befindet sich am westlichen Rand des Naturraums Hohe Rh\u00f6n, genauer im Bereich der Wasserkuppenrh\u00f6n, direkt an der Grenze zur Kuppenrh\u00f6n. Dieses 135 Hektar gro\u00dfe, 1997 ausgewiesene Naturschutzgebiet (NSG) liegt an der Stra\u00dfe von Poppenhausen \u00fcber Rodholz und Schachen nach Gersfeld.<b> <\/b><\/p>\n<p>Foto: Max Colin Heydenreich<!--more--><\/p>\n<p>Der genannte Naturraum stellt im Wesentlichen eine vulkanisch beeinflusste Triaslandschaft dar. Ablagerungen von Buntsandstein und Muschelkalk sind typisch f\u00fcr den geologischen Unterbau. Dabei bildet der Untere Muschelkalk \u00fcber dem Oberen Buntsandstein eine Steilstufe, die an einigen Stellen deutlich ausgepr\u00e4gt, oftmals jedoch von Rutschmassen \u00fcberformt ist. Den geologischen Oberbau dagegen bilden \u00fcberwiegend vulkanische Gesteine der Terti\u00e4rzeit.<\/p>\n<p>Aufgrund der geologischen Verh\u00e4ltnisse weist das Naturschutzgebiet \u201eEubeberg\u201c eine Vielfalt unterschiedlichster Vegetationselemente auf. Von vereinzelten Blockschuttw\u00e4ldern, \u00fcber verschiedene Buchen- bzw. Buchenmischw\u00e4lder bis hin zu Goldhaferwiesen, Feuchtwiesen, Staudenfluren, Kalk-Quellmooren und beweideten Kalkmagerrasen reicht das Spektrum an Vegetationseinheiten, das f\u00fcr die Eube so charakteristisch ist. Charakteristisch nicht zuletzt, weil sich der Wechsel der Vegetation auf relativ kleinem Raum vollzieht.<\/p>\n<p>Die Einmaligkeit dieses Gebietes liegt allerdings nicht allein in der Vielzahl der Pflanzengesellschaften begr\u00fcndet. Vielmehr \u00e4u\u00dfert sich seine herausragende Bedeutung auch in floristischer Hinsicht. So ist das Gebiet neben dem Artenreichtum durch das Vorkommen zahlreicher seltener und gesch\u00fctzter Spezies gekennzeichnet, wie z.B. Sumpf-Dotterblume, Trollblume, Sumpf-Stendelwurz, Breitbl\u00e4ttriges Knabenkraut, Sumpf-Herzblatt, Rotebraune Stendelwurz, Stattliches Knabenkraut, M\u00fccken-H\u00e4ndelwurz, Gro\u00dfes Zweiblatt und verschiedene Enzian-Arten, um nur einige wenige stellvertretend aufzulisten.<\/p>\n<p>Bei den meisten dieser Pflanzen handelt es sich zudem um Rote-Liste-Arten. Hinzu kommen seltenere Gr\u00e4ser, wie z.B. Schmalbl\u00e4ttriges Wollgras oder Sumpf-Dreizack. Besonderes Interesse gilt dar\u00fcber hinaus dem \u00d6sterreichischen Rippensamen, einem seltenen Doldenbl\u00fctler, dem Platanenbl\u00e4ttrigen Hahnenfu\u00df sowie dem ebenfalls in h\u00f6heren Lagen gedeihenden Gelben Eisenhut. Neben diesen Vertretern des dealpinen Florenelements sind im Naturschutzgebiet \u201eEubeberg\u201c zugleich submediterrane Sippen anzutreffen, die insbesondere auf den Kalkmagerrasen vorkommen.<\/p>\n<p>Doch wie ist es m\u00f6glich, dass Arten mit derart unterschiedlichen Biotopanspr\u00fcchen auf so engem Raum nebeneinander existieren k\u00f6nnen? Bedingt wird die aufgezeigte Vielseitigkeit von Flora und Vegetation durch eine Reihe sich gegenseitig beeinflussender Geofaktoren. Auffallend sind dabei zun\u00e4chst die gro\u00dfen H\u00f6henunterschiede, die spezifischen Windverh\u00e4ltnisse des Eubemassivs sowie der h\u00e4ufige Wechsel der Gesteinsformationen und damit der B\u00f6den. Kalkmeidende Pflanzen kommen nur auf n\u00e4hrstoffreicherem Lehmboden vor, der bei der Verwitterung von Basalt entsteht. Andere Arten wiederum, wie z.B. Knabenkr\u00e4uter und Enziane, sind kalkanzeigend und wachsen bevorzugt auf kalkhaltigem Untergrund, der aus Muschelkalkschichten hervorgegangen ist.<\/p>\n<p>Au\u00dfer der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit spielen starke Reliefenergie und Exposition eine wichtige Rolle und erm\u00f6glichen es, dass w\u00e4rmeliebende Pflanzen an den steilen S\u00fcdh\u00e4ngen des Gebietes noch weit in hohe Lagen aufsteigen k\u00f6nnen. Umgekehrt leben an schattigen Nordh\u00e4ngen noch Arten in relativ tiefen Lagen, die ihre Hauptverbreitung eigentlich in gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen haben.<\/p>\n<p>Letztlich sind die durch die angef\u00fchrten Faktoren bedingten unterschiedlichen mikroklimatischen Voraussetzungen verantwortlich f\u00fcr den Reichtum und die Vielfalt der Vegetation in dem betreffenden Naturschutzgebiet, das in seiner Gesamtheit einen einzigartigen Lebensraum von hohem botanischem Wert darstellt.<\/p>\n<p>Nicht unerw\u00e4hnt bleiben soll in diesem Zusammenhang das in unmittelbarer N\u00e4he der Eube gelegene H\u00fcnkelsh\u00e4uptchen, das nordwestlich von Schachen mit 668 m \u00fcNN eine steile, aufgesetzte Kuppe bildet, die sich deutlich \u00fcber ihre Umgebung erhebt. Es handelt sich hierbei um eine gro\u00dfe isolierte Rutschscholle aus Muschelkalk, die ebenfalls floristisch interessante Kalkmagerrasen tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Poppenhausen. Der weithin sichtbare, 814 Meter hohe Eubeberg befindet sich am westlichen Rand des Naturraums Hohe Rh\u00f6n, genauer im Bereich der Wasserkuppenrh\u00f6n, direkt an der Grenze zur Kuppenrh\u00f6n. Dieses 135 Hektar gro\u00dfe, 1997 ausgewiesene Naturschutzgebiet (NSG) liegt an der Stra\u00dfe von Poppenhausen \u00fcber Rodholz und Schachen nach Gersfeld. 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