{"id":118946,"date":"2014-01-23T00:09:24","date_gmt":"2014-01-23T00:09:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=118946"},"modified":"2014-01-22T17:30:46","modified_gmt":"2014-01-22T17:30:46","slug":"naturschutzbeirat-moechte-einen-kreisweiten-biotopverbund-schaffen-pappelfaellung-bei-neuhof-teil-des-konzeptes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=118946","title":{"rendered":"Naturschutzbeirat m\u00f6chte einen kreisweiten Biotopverbund schaffen &#8211; Pappelf\u00e4llung bei Neuhof Teil des Konzeptes"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/022-Biotopverbund2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-118947\" alt=\"022-Biotopverbund2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/022-Biotopverbund2.jpg\" width=\"560\" height=\"360\" \/><\/a><\/p>\n<p>Landkreis Fulda. Der Naturschutzbeirat des Landkreises Fulda bastelt seit etwa drei Jahren an einem Mosaik. Nicht etwa, dass die Beiratsmitglieder tats\u00e4chlich farbige Steinchen zusammenf\u00fcgen, aber bei all ihren Abw\u00e4gungen haben sie ein Bild vor Augen, dem sie schrittweise n\u00e4her kommen m\u00f6chten: eine zusammenh\u00e4ngende Fl\u00e4che, die dem Erhalt von Tier- und Pflanzenarten dient, also ein Verbund bestehender und neu zu schaffender Biotope, zwischen denen die Lebewesen ungehindert wandern k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p>Das Konzept dazu hat Matthias M\u00fcller, der Vorsitzende des Naturschutzbeirates, eingebracht. \u201eWir m\u00fcssen ber\u00fccksichtigen, dass wir hier in einer dicht besiedelten, landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Kulturlandschaft und nicht in einer Wildnis leben\u201c, erl\u00e4utert M\u00fcller. Au\u00dferdem habe der Mensch die Natur seit Jahrhunderten zur\u00fcckgedr\u00e4ngt; diese Entwicklung umzukehren, brauche Zeit. Inzwischen habe ein Umdenken eingesetzt, meint der 49-J\u00e4hrige, und verweist auf die breite Unterst\u00fctzung des Projekts seitens der Naturschutz-, Forst- und Stra\u00dfenbau-Beh\u00f6rden sowie der Landwirtschaft und der Gemeinden.<\/p>\n<p>Gute Ans\u00e4tze seien im H\u00fcnfelder Land zu erkennen: Hier gibt es einen zusammenh\u00e4ngenden Korridor von etwa 30 Kilometer Luftlinie, der sich vom \u201eGr\u00fcnen Band\u201c bei Rasdorf \u00fcber die Kuppenrh\u00f6n mit Steiger, Stallberg und Wisselsberg, \u00fcber das Feuchtwiesenflurst\u00fcck \u201eWeihers\u201c bei H\u00fcnfeld und von dort aus zum Kirschberg, der Praforst und dem Michelsrombacher Wald zieht. Die Landschaft sei nat\u00fcrlich strukturiert mit Auen, m\u00e4andernden Fl\u00fcssen und\u00c2\u00a0 W\u00e4ldern. Dabei sei eine extensive Nutzung der Verbundfl\u00e4chen m\u00f6glich und sogar erw\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle in diesem Netz spielt die Gr\u00fcnbr\u00fccke \u00fcber die A7\u00c2\u00a0 bei Michelsrombach. Allein betrachtet, stechen erst einmal die Kosten des aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes finanzierten Bauwerks ins Auge. Doch wie bei einzelnen Mosaiksteinen erschlie\u00dft sich die Bedeutung erst in der Gesamtbetrachtung. Dies gilt als aktuelles Beispiel auch f\u00fcr die geplanten Pappelf\u00e4llungen bei Neuhof, die Proteste ausgel\u00f6st haben. Der Naturschutzbeirat hatte der Ma\u00dfnahme zugunsten eines l\u00e4ngerfristigen Naturschutzziels, n\u00e4mlich der Renaturierung der Fliede, zugestimmt. M\u00fcller erkl\u00e4rt: \u201eIn den kommenden Jahren sind im Landkreis weitere F\u00e4llungen zu erwarten, etwa dann, wenn Pappelreihen geplante Leitstrukturen unterbrechen.\u201c Denn diese nicht einheimische Baumart stelle Untersuchungen zufolge eine Barriere f\u00fcr verschiedene Vogelarten dar.<\/p>\n<p>Neben solchen \u201eEntschneidungsprojekten\u201c und &#8211; wo m\u00f6glich &#8211; der Verhinderung weiterer Zerschneidungen sieht das Konzept f\u00fcr den Biotopverbund vor, dass sich nach der Fliede in n\u00e4chster Zeit auch der D\u00f6llbach und die Haune zwischen Petersberg und Dipperz wieder in einem naturgem\u00e4\u00dfen Flussbett schl\u00e4ngeln sollen.<\/p>\n<p>Einen weiteren Schwerpunkt setzt der Beirat auf Feuchtwiesen, um Lebensraum f\u00fcr Bodenbr\u00fcter zu schaffen. Denn deren Zahl ist im Kreis in den vergangenen Jahren rapide zur\u00fcckgegangen. Da es sich beim \u00d6kosystem um ein Verbundsystem handele, mache sich das Ausfallen eines Glieds in der Nahrungskette sofort bemerkbar: in diesem Fall die \u201eweggespritzten\u201c Insekten im landwirtschaftlichen Boden, wodurch V\u00f6geln die Nahrungsgrundlage entzogen werde, betont der Vorsitzende des Naturschutzbeirats.<\/p>\n<p>Laut M\u00fcller ist es notwendig, dass die Menschen begreifen, dass auch sie Teil dieses \u00d6kosystems und von dessen Funktionieren abh\u00e4ngig sind. Manchmal zeigt sich der Gewinn nach einem Einsatz f\u00fcr die Natur sogar unmittelbar, wie bei den wieder m\u00e4andrierenden Fl\u00fcssen: Diese weisen nicht nur eine h\u00f6here Artenvielfalt auf, sondern sind auch weniger hochwassergef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Realisiert werden soll das Konzept \u00fcber Ausgleichsma\u00dfnahmen und Beitr\u00e4gen des Naturschutzes. M\u00fcller erwartet, dass sich in den kommenden Jahren der Druck auf die Natur in der Region massiv verst\u00e4rken werde: durch Windkraft, Stromtrassen und Verkehrsprojekte. Vieles davon wie die Energiewende erachtet er als erforderlich, aber f\u00fcr die Eingriffe m\u00fcsse der Natur wenigstens gen\u00fcgend Ausgleichsfl\u00e4che zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Denn egal, ob die n\u00e4chste Generation in einem infrastrukturell boomenden Osthessen in der Mitte Europas lebt oder sich (beispielsweise als Folge des demografischen Wandels) wieder mehr urspr\u00fcngliche Naturlandschaft in der Rh\u00f6n ausbreiten kann &#8211; in beiden Visionen ist f\u00fcr die Spezies Mensch der Erhalt der Artenvielfalt und der Hauptlebensgrundlagen unabdingbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Landkreis Fulda. Der Naturschutzbeirat des Landkreises Fulda bastelt seit etwa drei Jahren an einem Mosaik. 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