{"id":118764,"date":"2014-01-16T00:10:17","date_gmt":"2014-01-16T00:10:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=118764"},"modified":"2014-01-16T06:33:39","modified_gmt":"2014-01-16T06:33:39","slug":"heimat-und-geschichtsverein-grossentaft-restauriert-fachwerkhaus-aus-dem-jahr-1721-aus-baufaelligem-huettneranwesen-wird-kleines-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=118764","title":{"rendered":"Heimat- und Geschichtsverein Gro\u00dfentaft restauriert Fachwerkhaus aus dem Jahr 1721 &#8211; Aus bauf\u00e4lligem H\u00fcttneranwesen wird kleines Museum"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-118765\" alt=\"013-Geschichtsverein\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/013-Geschichtsverein.jpg\" width=\"560\" height=\"358\" \/><\/p>\n<p>Eiterfeld. Warm ist es in der \u201eguten Stube\u201c. Herbert Kohlmann (64), der Hauswart des kleinen H\u00fcttneranwesens im Eiterfelder Ortsteil Gro\u00dfentaft, hat den Kanonenofen mit Holz und Kohle gut angeheizt. \u201eBollerofen\u201c nennt man hier diese Art von \u00d6fen, weil man das Feuer bei ge\u00f6ffneter Luftklappe ordentlich prasseln h\u00f6rt, \u201ebollern\u201c eben.<!--more--><b> <\/b><\/p>\n<p>Eigentlich w\u00fcrde das Fachwerkhaus mit angebautem kleinen Stall und Scheune l\u00e4ngst zusammengefallen sein, h\u00e4tte sich der Heimat- und Geschichtsverein Gro\u00dfentaft nicht seiner angenommen, sagt Thomas Sondergeld (54), Vorsitzender des Vereins. Das Dach sei undicht gewesen und der eingedrungene Regen habe erhebliche Sch\u00e4den im Inneren verursacht. Es w\u00e4re also nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der Abrissbagger h\u00e4tte bestellt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Laut dem gefundenen Grundstein wurde das Haus im Jahre 1721 in Motzfeld bei Friedewald erbaut. Von dort sei es wohl nach Gro\u00dfentaft verkauft und auf dem bis dahin unbebauten Grundst\u00fcck, direkt an der Durchgangsstra\u00dfe von H\u00fcnfeld nach Treischfeld gegen\u00fcber der Kirche gelegen, wiedererrichtet worden, so Thomas Sondergeld. Im Jahre 1858 wird das Haus erstmals in den Unterlagen von Gro\u00dfentaft benannt. Laut Kaufvertrag erwarben es im Jahre 1862 Johann Adam Baumann und dessen Ehefrau Maria, geborene Kremer. Deren Tochter Afra heiratete Jakob Veltum. Bis 1988 wurde das Haus von \u201eLene\u201c, so der Hausname von Mathilde Veltum, die unverheiratet war, bewohnt. Bis zum Jahre 2003 stand das kleinb\u00e4uerliche Anwesen, das der Gemeinde geh\u00f6rt, dann leer.<\/p>\n<p>Das Haus verfallen zu lassen, w\u00e4re eine Schande gewesen, sind sich Herbert Kohlmann und Thomas Sondergeld einig. Mit Diplom-Ingenieurin Eva Kohlmann, die beim Landkreis Fulda f\u00fcr die Denkmalpflege verantwortlich ist, in Gro\u00dfentaft wohnt und Vorstandsmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins ist, stand eine kompetente Fachfrau beratend zur Seite. Die notwendigen Sanierungsarbeiten seien sehr umf\u00e4nglich und zeitintensiv gewesen, schildert Herbert Kohlmann, der von Beruf Schreiner ist. Einziger Wasseranschluss war die Kaltwasserleitung in der K\u00fcche, und als Toilette diente ein \u201ePlumpsklo\u201c au\u00dferhalb.<\/p>\n<p>Man habe zuerst das Dach erneuert und anschlie\u00dfend das Haus komplett entkernt. Soweit m\u00f6glich seien die Lehmgefache mit den Staken und Geflechten erhalten worden, jedoch musste durch die eingedrungene Feuchtigkeit das meiste neu aufgebaut werden. Dabei sei die Firma Robert Kehl aus Geisa federf\u00fchrend gewesen, betont Thomas Sondergeld, der lobend die vielen flei\u00dfigen Helfer aus Gro\u00dfentaft erw\u00e4hnt. Rund 2.000 Stunden Eigenleistung h\u00e4tten diese erbracht. Balken h\u00e4tten neu eingezogen werden m\u00fcssen und Schwellenbalken seien erneuert worden. Denn der Zahn der Zeit hatte an dem auf Kalk-Bruchstein-Fundament stehenden Geb\u00e4lk genagt. Neue Fenster wurden eingesetzt und eine alte Haust\u00fcr aus einem abgerissenen Fachwerkhaus in der Rh\u00f6n fachm\u00e4nnisch eingepasst.<\/p>\n<p>Auch wenn es finanzielle Unterst\u00fctzung durch den Denkmalschutz des Landes Hessen, den Landkreis Fulda, die Gemeinde Eiterfeld, die Sparkasse H\u00fcnfeld, die VR-Bank NordRh\u00f6n und viele private Geld- und Sachspender gegeben habe, um die rund 30.000 Euro Kosten abzudecken, w\u00e4re das Projekt ohne Idealismus nicht zu stemmen gewesen, ist sich Herbert Kohlmann sicher. Man denke schon manchmal ans Aufh\u00f6ren, wenn man drei Wochen lang von sieben Uhr morgens bis acht Uhr abends schufte und das Ende nicht in Sicht sei. Und immer wieder stehen neue Arbeiten an, wie beispielsweise den Eingangsbereich fertig zu pflastern.<\/p>\n<p>Heute ist das b\u00e4uerliche Anwesen ein schmuckes Fachwerkhaus und kleines Museum, in dem man sich dar\u00fcber informieren kann, wie unsere Vorfahren gelebt haben. Au\u00dferdem hat der Heimat- und Geschichtsverein alte Ger\u00e4tschaften gesammelt, wie eine Zentrifuge, Spinnrad oder Kaffeem\u00fchle. Kinderg\u00e4rten sowie die Grundschulen aus Gro\u00dfentaft und Eiterfeld waren bereits zu Besuch und sogar Eiterfelds B\u00fcrgermeister Hermann-Josef Scheich hat mit gemeindlichen Gremien schon in dem H\u00fcttneranwesen getagt.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist der Heimat- und Geschichtsverein mit seinen 39 Mitgliedern sehr r\u00fchrig. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde eine umfassende Ortschronik erstellt, Brauchtum und Dialekt werden gepflegt und es wird nach dem Ursprung von alten Worten und Begriffen geforscht. Geschichtlich und brauchtumsinteressierte Handwerker und Menschen sind jederzeit willkommen. Thomas Sondergeld in der Leibolzer Stra\u00dfe 2 in Gro\u00dfentaft steht Interessierten gerne f\u00fcr Fragen und Termine unter Telefon (06652)1277 zur Verf\u00fcgung. (Text &amp; Bild: Winfried M\u00f6ller)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eiterfeld. Warm ist es in der \u201eguten Stube\u201c. 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