{"id":118625,"date":"2014-01-11T11:15:59","date_gmt":"2014-01-11T11:15:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=118625"},"modified":"2014-01-11T11:15:59","modified_gmt":"2014-01-11T11:15:59","slug":"gute-gruende-fuer-den-schutz-der-wildkatze-in-der-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=118625","title":{"rendered":"Gute Gr\u00fcnde f\u00fcr den Schutz der Wildkatze in der Rh\u00f6n"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_118626\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/aktionsplan_wildkatze.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-118626\" class=\"size-thumbnail wp-image-118626\" alt=\"Den Aktionsplan \u201eWildkatze\u201c stellten (von links) der Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n Michael Geier, Ulrike Schade vom Verein Rh\u00f6nNatur e.V. und Geo\u00f6kologe Michael Brombacher von der  Zoologischen Gesellschaft Frankfurt jetzt in Oberelsbach vor.               Foto: Heise \" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/aktionsplan_wildkatze-265x195.jpg\" width=\"265\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/aktionsplan_wildkatze-265x195.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/aktionsplan_wildkatze.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-118626\" class=\"wp-caption-text\">Den Aktionsplan \u201eWildkatze\u201c stellten (von links) der Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n Michael Geier, Ulrike Schade vom Verein Rh\u00f6nNatur e.V. und Geo\u00f6kologe Michael Brombacher von der<br \/>Zoologischen Gesellschaft Frankfurt jetzt in Oberelsbach vor. Foto: Heise<\/p><\/div>\n<p>Oberelsbach. Die R\u00fcckkehr der Raubtiere wird immer wieder aus Regionen gemeldet, in denen sie l\u00e4ngst ausgestorben \u2013 meist ausgerottet \u2013 waren. Auch die Rh\u00f6n l\u00e4sst seit geraumer Zeit damit aufhorchen, dass sich die hier heimische Wildkatze wieder ausbreitet. Das Biosph\u00e4renreservat will in den kommenden Jahren versuchen, die Lebensbedingungen zu verbessern und hat aus diesem Grund einen Aktionsplan entwickelt, der jetzt vorgestellt wurde.<\/p>\n<p>Wie viele Tiere derzeit tats\u00e4chlich in der Rh\u00f6n leben, kann Michael Geier,<br \/>\nLeiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, gar nicht genau sagen. 52 Exemplare seien nachgewiesen, es k\u00f6nnten aber durchaus mehr sein. Auch l\u00e4sst sich bisher nur schwer auseinanderhalten, wie viele von den gez\u00e4hlten Vierbeinern nur \u201eauf der Durchreise\u201c waren, denn die Tiere h\u00e4tten einen enormen Aktionsradius.<!--more--><\/p>\n<p>Genauere Daten lieferten aber die Ergebnisse des Projekts \u201eDie Wildkatze in der Rh\u00f6n\u201c, finanziert durch die Allianz Umweltstiftung und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt. Mit Hilfe von Lockst\u00f6cken konnten drei Korridore ausgemacht werden, auf denen sich die Tiere bewegen. Die drei Korridore vereinigen sich im Raum Bad Br\u00fcckenau. Spannend ist jetzt die Frage, ob die in der Rh\u00f6n identifizierten Katzen \u201eReisende\u201c sind oder eine ans\u00e4ssige Population darstellen. Mit Hilfe von DNA-Tests lie\u00dfen sich Indizien daf\u00fcr finden, dass wohl \u201eRh\u00f6ner\u201c Wildkatzen darunter sind. Ein Beweis stehe aber noch aus, dass es Wildkatzen in der Rh\u00f6n ununterbrochen bis heute gegeben hat, bemerkt Geier.<\/p>\n<p>In den 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte es Meldungen gegeben, wonach die letzte Wildkatze der Rh\u00f6n bei Hausen geschossen worden sei. 1969 soll es bei Hilders wieder eine Sichtung gegeben haben, in den 90er-Jahren dann im Neuwirtshauser Forst. Aufschluss dar\u00fcber, ob die Wildkatze in der Rh\u00f6n tats\u00e4chlich schon einmal ausgerottet war, erhofft sich Geier durch einen DNA-Test an zwei ausgestopften Exemplaren, die aus den 1930er Jahren stammen. Sollten \u00dcbereinstimmungen mit aktuellem Genmaterial festgestellt werden, w\u00e4re der Nachweis erbracht, dass die Wildkatze in der Rh\u00f6n trotz intensiver Bejagung nie ausgerottet worden ist.<\/p>\n<p>Damit g\u00e4be es ein Argument mehr, die Wildkatze in der Rh\u00f6n st\u00e4rker zu sch\u00fctzen. Es w\u00e4ren ohnehin keine besonders aufwendigen Schutzma\u00dfnahmen notwendig, sagt Diplom-\u00d6kologin Ulrike Schade vom Verein Rh\u00f6nNatur e.V. Mit relativ einfachen Mitteln k\u00f6nnte der Lebensraum optimaler gestaltet werden, etwa dadurch, dass Restholz im Wald zur\u00fcckbleibt. Durch die Ma\u00dfnahmen werde zudem auch kein Konfliktpotenzial aufgebaut, etwa mit dem Birkwild, das die freie Fl\u00e4che bevorzugt, w\u00e4hrend die Wildkatze eher geschlossene Waldbest\u00e4nde liebe.<\/p>\n<p>Vor allem wird ein st\u00f6rungsfreier Lebensraum f\u00fcr die Wildkatze ben\u00f6tigt,<br \/>\nwof\u00fcr sich beispielsweise die Kernzonen des Biosph\u00e4renreservats anbieten. Dort sollen Vorranggebiete eingerichtet werden, die besonders auf die Wildkatze abgestellt sind und beispielsweise \u00fcber ein Feuchtbiotop verf\u00fcgen, felsige Abh\u00e4nge, Hecken und Waldr\u00e4nder. Schwieriger wird es mit den menschengemachten Barrieren in den Korridoren. Eine der wichtigsten Wanderrouten quert beispielsweise die \u00c2\u00a0B 285 zwischen Ostheim und Nordheim. Ein weiteres Hindernis ist die \u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0B \u00c2\u00a0279 zwischen Bad Neustadt und Sch\u00f6nau. Eine Gr\u00fcnbr\u00fccke oder Untertunnelung w\u00e4ren hier viel zu aufw\u00e4ndig, r\u00e4umt Geier ein. Wo jedoch aus anderen Gr\u00fcnden Um- oder Ausbauma\u00dfnahmen an Verkehrswegen anstehen, kann das Wanderverhalten der Tiere in die Planungen einbezogen werden. Auch w\u00e4ren fallweise Geschwindigkeitsbegrenzungen eine kostenneutrale M\u00f6glichkeit, der Wildkatze \u2013 und anderen Wildtieren \u2013 eine bessere \u00dcberquerung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Wichtig sei aber auch, weitere Erkenntnisse \u00fcber die Wildkatze zu erhalten. Daher wird der Aktionsplan auch weiter wissenschaftlich begleitet. Dar\u00fcber hinaus wird die Bev\u00f6lkerung aufgerufen, Totfunde von Wildkatzen der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n in Oberelsbach mitzuteilen (Telefon 0931-380-1660), und diese zu protokollieren. Formulare findet man im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.rhoennatur.de\">www.rhoennatur.de<\/a>. Auf dieser Internetseite sind auch der gesamte Aktionsplan sowie eine umfassende Darstellung der Wildkatze und ihrer Verbreitung in der Rh\u00f6n einsehbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Oberelsbach. Die R\u00fcckkehr der Raubtiere wird immer wieder aus Regionen gemeldet, in denen sie l\u00e4ngst ausgestorben \u2013 meist ausgerottet \u2013 waren. Auch die Rh\u00f6n l\u00e4sst seit geraumer Zeit damit aufhorchen, dass sich die hier heimische Wildkatze wieder ausbreitet. 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