{"id":117192,"date":"2013-11-28T00:13:37","date_gmt":"2013-11-28T00:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=117192"},"modified":"2013-11-28T08:02:41","modified_gmt":"2013-11-28T08:02:41","slug":"augen-die-geweint-haben-sehen-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=117192","title":{"rendered":"\u201eAugen, die geweint haben, sehen anders\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Fulda. Es mussten noch zus\u00e4tzliche St\u00fchle in den gr\u00fcnen Saal im Bonifatiushaus in Fulda geschafft werden, so zahlreich waren die Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer beim Vortrag von Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke zum Thema: \u201eAugen, die geweint haben, sehen anders\u201c, einem\u00c2\u00a0 Satz, der dem Heiligen Augustinus zugeschrieben wird. Eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Trauerhilfe Fulda \u2013 Christliches Netzwerk zur Trauerbegleitung. <!--more--><\/p>\n<p>Der Tod eines Menschen sei ein tiefer Einschnitt f\u00fcr die Hinterbliebenen, der besonders bei Ehepaaren, die lange zusammen gelebt h\u00e4tten, einer Amputation gleich k\u00e4me, so der Referent, der durch Trauergespr\u00e4che und Angebote f\u00fcr Trauernde auf einen breiten Erfahrungsschatz zur\u00fcckgreifen konnte. Nicht nur die Endg\u00fcltigkeit des Todes pr\u00e4ge, sondern Dinge wie Abschied vor dem Sterben oder vom Toten. Gerhard Stanke bezeichnete die Trauer um einen Verstorbenen auch als Trauer um das eigene \u201eIch\u201c. Deshalb br\u00e4uchten Trauernde eine \u201eKlagemauer\u201c, wo sie \u00fcber ihre Gef\u00fchle sprechen k\u00f6nnten und in ihrer Trauer ernst genommen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Da Trauer individuell sei und die Bew\u00e4ltigung in Phasen ablaufe, m\u00fcsse man Trauernden das Recht auf die je eigene Trauer zugestehen. Dabei verheimlichte Professor Stanke auch nicht, dass Trauer beispielsweise Wut auf den Toten, das Personal im Krankenhaus, andere Menschen oder Gott ausl\u00f6sen k\u00f6nnte, was man aber nicht moralisch bewerten d\u00fcrfe. Wichtig sei f\u00fcr Trauernde die st\u00fctzende und verst\u00e4ndnisvolle Begleitung, die jedoch nicht immer sowohl im famili\u00e4ren Umfeld als auch im Freundeskreis oder dem Lebensumfeld erwartet werden k\u00f6nnte. Augen, die um einen geliebten Menschen geweint h\u00e4tten, s\u00e4hen eben die Lebenswirklichkeit anders. Sie setzten andere Schwerpunkte, w\u00fcrden neue Seiten in sich entdecken und Dinge, die wichtig gewesen seien, w\u00fcrden unwichtig. Trauernde k\u00f6nnten andere Trauernde besser verstehen, denn \u201eMenschen, die keinen Verlust erlebt haben, k\u00f6nnen nicht wissen, wie es um Menschen steht, die einen Verlust erlebt haben\u201c, formulierte der Referent.<\/p>\n<p>Hilfe in der Trauerbew\u00e4ltigung k\u00f6nnten im ersten Jahr neben Gespr\u00e4chen und Begleitung auch das bewusste Erleben von Tagen wie Geburtstag, Hochzeitstag oder besondere Feste sein. Dar\u00fcber hinaus der Glaube, dass der\/ die Verstorbene von Gott angenommen sei und bei ihm lebe. Im Namen der Arbeitsgemeinschaft dankte dessen Sprecher Winfried M\u00f6ller f\u00fcr den einf\u00fchlsamen Vortrag und wies auf den \u00f6kumenischen Gottesdienst f\u00fcr Eltern, die ein Kind verloren haben am 08. Dezember um 15 Uhr in der Christuskirche hin.\u00c2\u00a0 (Text: Winfried M\u00f6ller)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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