{"id":116722,"date":"2013-11-18T00:16:11","date_gmt":"2013-11-18T00:16:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=116722"},"modified":"2013-11-18T07:47:05","modified_gmt":"2013-11-18T07:47:05","slug":"erneuerbare-energie-wie-gut-vertragen-das-die-deutschen-tourismusregionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=116722","title":{"rendered":"Erneuerbare Energie: Wie gut vertragen das die deutschen Tourismusregionen?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/dialogforum_gespr\u00e4ch.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-116723\" alt=\"dialogforum_gespr\u00e4ch\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/dialogforum_gespr\u00e4ch-265x161.jpg\" width=\"265\" height=\"161\" \/><\/a>Rh\u00f6n. Zwei Tage lang besch\u00e4ftigten sich Vertreter der Tourismusbranche, von Naturschutzorganisationen, Ferienregionen, Planungsb\u00fcros sowie der Energiewirtschaft und verschiedenen staatlichen Einrichtungen aus der ganzen Bundesrepublik mit dem Thema der erneuerbaren Energien in Tourismusregionen. Dazu hatte die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ins Rh\u00f6n-Park Hotel in Hausen eingeladen. Die Tagung wurde vom Bundesamt f\u00fcr Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gef\u00f6rdert. Unterst\u00fctzt wurde das Dialogforum vom Deutschen Tourismusverband e.V. und der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO- Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n.<!--more--><b> <\/b><\/p>\n<p>\u201eErneuerbare Energien in Tourismusregionen \u2013 Chancen, Risiken und Grenzen\u201c lautete der genaue Titel des Dialogforums. \u201eWir haben in diesen beiden Tagen viel dar\u00fcber diskutiert, in welcher Form eine Tourismusregion mit erneuerbaren Energien gut leben kann und wo erneuerbare Energie auch kontraproduktiv f\u00fcr den Tourismus sein kann, beispielsweise wenn Windr\u00e4der das Landschaftsbild ver\u00e4ndern\u201c, sagte die stellvertretende Leiterin der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, Dr. Doris Pokorny, die w\u00e4hrend des Treffens selbst an einem der angebotenen Workshops teilnahm.<\/p>\n<p>Jede Region sei speziell und m\u00fcsse das Thema erneuerbare Energien in ihr Nachhaltigkeitsbild integrieren; eine Schablone gebe es nicht. \u201eDer Hintergrund dieser Veranstaltung war ganz klar die bundesweite Energiewende, die ja bereits l\u00e4ngst begonnen hat, und auch wir als Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und als Tourismusregion m\u00fcssen diesbez\u00fcglich einen Weg finden, der nicht auf einen schlechten Kompromiss herausl\u00e4uft, sondern mit dem alle leben k\u00f6nnen\u201c, meinte Dr. Pokorny.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/dialogforum_teilnehmer.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-116724\" alt=\"dialogforum_teilnehmer\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/dialogforum_teilnehmer-265x180.jpg\" width=\"265\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/dialogforum_teilnehmer-265x180.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/dialogforum_teilnehmer.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Es gehe in den kommenden Jahren darum, auch im UNESCO-Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n l\u00e4nder\u00fcbergreifend eine gute Balance zu schaffen \u2013 zwischen dem Anteil erneuerbarer Energien in ihren verschiedenen Formen, den Anspr\u00fcchen des Tourismus, den Erwartungen der Urlauber und der Aufgabe, die einmalige Kulturlandschaft der Rh\u00f6n auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen zu erhalten.\u00c2\u00a0 \u201eDer Beitrag, den eine Region in puncto Erneuerbare Energien leisten kann, muss auf der Basis eines integrierten Gesamtkonzeptes f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung ermittelt werden. Die Fortschreibung des Rahmenkonzeptes f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat bietet hier eine wichtige l\u00e4nder\u00fcbergreifende Grundlage.<\/p>\n<p>Dabei muss beachtet werden, dass durch die erneuerbaren Energien \u2013 die grunds\u00e4tzlich positiv zu sehen sind &#8211; die Qualit\u00e4t der Landschaft nicht kaputt gemacht wird. Denn die Landschaft der Rh\u00f6n ist das Kapital f\u00fcr die Tourismuswirtschaft\u201c, hob Dr. Doris Pokorny mit Blick auf das Thema der Tagung hervor. Bei der Bewertung von Nachhaltigkeit m\u00fcsse ber\u00fccksichtigt werden, ob eine Biogasanlage beispielsweise in einen gesamtbetrieblichen Stoffkreislauf integriert sei. Wenn\u00c2\u00a0 landwirtschaftliche Reststoffe samt Abw\u00e4rme verwertet w\u00fcrden, sei das ein zukunftsf\u00e4higer Weg. Dagegen sei Biogas, auf der Basis von Mais, welcher gro\u00dffl\u00e4chig und in enger Fruchtfolge vielleicht auch noch in h\u00e4ngigem Gel\u00e4nde angebaut w\u00fcrde, kein Beitrag zu einer wirklich nachhaltigen Entwicklung und habe zudem auf das Landschaftsbild negative Nebenwirkungen.<\/p>\n<p>Einer der Teilnehmer am Dialogforum war auch der stellvertretende Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, Martin Kremer. \u201eMir ist auf diesem Treffen klar geworden, dass wir unbedingt mehr in Richtung Energieeffizienz tun m\u00fcssen\u201c, sagte er. Gerade in den Hotel- und Pensionsbereichen der Region k\u00f6nne aus seiner Sicht viel Energie eingespart werden. Kremer nennt noch einen weiteren Aspekt, um den sich die ganze Rh\u00f6n in den n\u00e4chsten Monaten dringend k\u00fcmmern muss: die geplante H\u00f6chstspannungstrasse von Mecklar nach Grafenrheinfeld, die erneuerbare Energie aus dem Norden in den S\u00fcden Deutschlands transportieren und die nach bisher vorliegenden Korridorplanungen durch die Rh\u00f6n f\u00fchren soll.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr dieses Thema gibt es momentan in der Rh\u00f6n noch kein \u00f6ffentliches Bewusstsein. Wir werden daher im Verein Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n eine entsprechende Position erarbeiten, und auch der Rh\u00f6nklub sollte sich mit dieser Problematik intensiv besch\u00e4ftigen\u201c, regte Kremer an. Bereits im Fr\u00fchjahr 2014 sollen bez\u00fcglich der Ferntrasse die Anh\u00f6rungen laufen \u2013 viel Zeit bleibe der Region also nicht, um zu handeln. \u201eDiese Ferntrasse w\u00e4re ohne Zweifel ein Eingriff in die Landschaft und k\u00f6nnte auch Auswirkungen auf den Tourismus haben\u201c, gab Kremer zu bedenken.<\/p>\n<p>Aus Sicht des stellvertretenden Leiters der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n werde es in Deutschland aller Wahrscheinlichkeit nach in Zukunft Regionen geben, die in punkto erneuerbarer Energie sehr intensiv genutzt werden, und solche, die eher einen Hauch von \u201eheiler Landschaft\u201c besitzen. \u201eAuch bei uns in der Rh\u00f6n sollte technisch nicht alles realisiert werden, was m\u00f6glich ist. Wir m\u00fcssen uns fragen, wie viel Maisanbau lassen wir zu und wie viele Windkraftanlagen.\u201c Auf der anderen Seite k\u00f6nne f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum durch die gesellschaftlich gewollte Energiewende auch ein Potential dahingehend entstehen, erneuerbare Energie zu erzeugen und diese an Ballungsr\u00e4ume zu verkaufen.<\/p>\n<p>Die Landschaft sei das Gut, das die Touristiker als Erlebnis vermarkten, sagte zum Abschluss des Dialogforums Prof. Dr. Markus Reinke von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Auch hieraus begr\u00fcnde sich die Forderung einer\u00c2\u00a0 landschaftsvertr\u00e4glichen Umsetzung der Energiewende. M\u00f6gliche Ans\u00e4tze f\u00fcr eine landschaftsvertr\u00e4gliche Produktion von Erneuerbaren Energien k\u00f6nnten auch darin bestehen, Gewerbegebiete mit schnellwachsender und regelm\u00e4\u00dfig genutzter Biomasse einzugr\u00fcnen oder den Bereich von Autobahntrassen zur B\u00fcndelung von Leitungen zu nutzen, da dort ohnehin schon ein Eingriff in die Landschaft vorhanden sei. In einigen Regionen in Deutschland k\u00f6nnten erneuerbare Energien auch ein neues, wenn auch kleines Klientel an Touristen erschlie\u00dfen, beispielsweise beim Windm\u00fchlenklettern oder mit Solarbooten. Auch die touristische Nutzung von Pumpspeicherseen als Naherholungsgebiete sei eine Option.<\/p>\n<p>Weiter hie\u00df es, dass sich der Tourismus aktiver in die Planung gr\u00f6\u00dferer Projekte bez\u00fcglich erneuerbarer Energien einbringen m\u00fcsse. Allerdings sei das auf lokaler Ebene oft schwierig, da das Personal knapp ist. Daher m\u00fcsse das auf der regionalen Schiene bew\u00e4ltigt werden. Ganz wichtig sei es zudem, die Diskussionen um erneuerbare Energien zu versachlichen und einen st\u00e4ndigen Dialog zu f\u00fchren. Emotionen und damit Polemik m\u00fcssten au\u00dfen vor gelassen werden. (Fotos: Carsten Kallenbach)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Zwei Tage lang besch\u00e4ftigten sich Vertreter der Tourismusbranche, von Naturschutzorganisationen, Ferienregionen, Planungsb\u00fcros sowie der Energiewirtschaft und verschiedenen staatlichen Einrichtungen aus der ganzen Bundesrepublik mit dem Thema der erneuerbaren Energien in Tourismusregionen. Dazu hatte die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ins Rh\u00f6n-Park Hotel in Hausen eingeladen. 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