{"id":116603,"date":"2013-11-14T00:11:11","date_gmt":"2013-11-14T00:11:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=116603"},"modified":"2013-11-13T17:55:13","modified_gmt":"2013-11-13T17:55:13","slug":"bundesverband-der-katholiken-mindestlohn-gut-gemeint-aber-nicht-gut-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=116603","title":{"rendered":"Bundesverband der Katholiken: &#8220;Mindestlohn &#8211; Gut gemeint, aber nicht gut gedacht&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Essen. \u201eGut gemeint, ist nicht immer auch gut gemacht. Dies gilt auch f\u00fcr die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn.\u201c Mit diesen Worten warnt Bernd-M. Wehner, geb\u00fcrtiger Fuldaer Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, vor einer zu starren Regelung durch den Staat in dieser Frage. Nat\u00fcrlich sei es grunds\u00e4tzlich richtig, dass jemand, der Vollzeit arbeitet, von seinem Verdienst leben kann und mehr erh\u00e4lt als ein Sozialhilfe- bzw. Hartz IV-Empf\u00e4nger. Andererseits m\u00fcsse man aber immer bedenken, dass das Geld f\u00fcr L\u00f6hne nicht vom Himmel falle, sondern jeweils erwirtschaftet werden muss. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eVon daher k\u00f6nnen L\u00f6hne letztlich nicht nach sozialen Gesichtspunkten gezahlt werden\u201c, so Wehner weiter. Und sie k\u00f6nnen schon gar nicht den jeweiligen Familienstand des Arbeiters bzw. Angestellten ber\u00fccksichtigen. Hier m\u00fcsse sich jeder die Gretchenfrage stellen, ob er auch als Verbraucher bereit sei, zum Beispiel beim Friseur einen h\u00f6heren Preis zu zahlen, nur weil dieser Familienv\u00e4ter bzw. \u2013m\u00fctter eingestellt habe, und demzufolge an diese h\u00f6here L\u00f6hne zahle.<\/p>\n<p>Zwar pl\u00e4diere auch die katholische Kirche in ihrer Sozialehre f\u00fcr einen gerechten Lohn, wenn sie in Laborem Exercens 19,3 formuliert, \u201edie gerechte Entlohnung f\u00fcr die Arbeit eines Erwachsenen, der Verantwortung f\u00fcr die Familie tr\u00e4gt, muss daf\u00fcr ausreichen, eine Familie zu gr\u00fcnden, angemessen zu unterhalten und ihr Fortkommen zu sichern.\u201c Gleichzeitig weist sie aber auch darauf hin, dass eine solche Entlohnung entweder durch eine familiengerechte Bezahlung zustande kommen m\u00fcsse \u00e2\u20ac\u00a6 oder durch besondere Sozialleistungen, wie Familienhilfen oder Zulagen f\u00fcr die Mutter, die sich ausschlie\u00dflich der Familie widmet.\u201c<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen sei es in einer Sozialen Marktwirtschaft auch nicht Sache des Staates \u00fcber die H\u00f6he von L\u00f6hnen und Geh\u00e4ltern zu entscheiden. \u201eHier sind vielmehr die Tarifpartner mit ihrem Sachverstand und ihrer Branchenkenntnis gefragt\u201c, so der KKV-Bundesvorsitzende. Wenn die Politik die L\u00f6hne festsetze, sei zwangsl\u00e4ufig vorprogrammiert, dass man sich hier weniger an Sachverhalten orientiere, sondern vielmehr nach wahltaktischen \u00dcberlegungen entscheide. \u201eEs geh\u00f6rt sicher nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wie sich die Parteien im Wahlkampf \u00fcbertrumpfen w\u00fcrden, bei der Forderung nach h\u00f6heren Mindestl\u00f6hnen.\u201c<\/p>\n<p>Von daher begr\u00fc\u00dft der KKV auch die differenzierte Sichtweise des Caritasverbandes in dieser Frage. \u201ePr\u00e4lat Peter Neher hat Recht, wenn er daf\u00fcr pl\u00e4diert, Lohnuntergrenzen nach Branchen und Regionen festzulegen\u201c, so Wehner weiter. Ob man neben den Tarifpartnern auch Wissenschaftler in die Lohnfindung mit einbeziehe, sei sicher eine \u00dcberlegung wert. Au\u00dferdem m\u00fcsse man immer bedenken, dass \u00fcberzogene Mindestl\u00f6hne vielfach ein Schuss nach hinten sei. Schlie\u00dflich sei keinem Arbeitnehmer mit niedriger beruflicher Qualifikation geholfen, wenn durch die Zahlung eines zu hohen Lohns sein Arbeitsplatz dann wegrationalisiert werde.<\/p>\n<p><strong>\u00c2\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Essen. \u201eGut gemeint, ist nicht immer auch gut gemacht. Dies gilt auch f\u00fcr die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn.\u201c Mit diesen Worten warnt Bernd-M. Wehner, geb\u00fcrtiger Fuldaer Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, vor einer zu starren Regelung durch den Staat in dieser Frage. 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