{"id":116385,"date":"2013-11-08T00:09:24","date_gmt":"2013-11-08T00:09:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=116385"},"modified":"2013-11-07T16:40:19","modified_gmt":"2013-11-07T16:40:19","slug":"ein-acker-voller-pappeln-zur-waermegewinnung-eugen-sauer-aus-boeckels-leistet-mit-seiner-kurzumtriebsplantage-pionierarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=116385","title":{"rendered":"Ein Acker voller Pappeln zur W\u00e4rmegewinnung &#8211;  Eugen Sauer aus B\u00f6ckels leistet mit seiner Kurzumtriebsplantage Pionierarbeit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/490-Kurzumtriebsplantage2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-116386\" alt=\"490-Kurzumtriebsplantage2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/490-Kurzumtriebsplantage2.jpg\" width=\"560\" height=\"359\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hofbieber\/Petersberg. Nachwachsende Rohstoffe sind f\u00fcr Eugen Sauer ein spannendes Thema \u2013 nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Seit dem Jahr 2010 betreibt der 65-J\u00e4hrige eine Kurzumtriebsplantage (KUP). Damit leistet Sauer ein St\u00fcck Pionierarbeit, denn im Landkreis Fulda ist er bislang der Einzige, der Holz auf dem Acker anbaut.<b> <\/b><\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong> Max Colin Heydenreich<!--more--><\/p>\n<p>Die zwei Hektar gro\u00dfe Pappelplantage befindet sich in Allmus, einem Ortsteil von Hofbieber. Kaum sichtbar und gut gesch\u00fctzt am Rande des Waldes wachsen die Pappeln, die neben Weiden, Robinien, Birken und Erlen zu den schnell wachsenden Baumarten und beliebten Energieh\u00f6lzern z\u00e4hlen. Im April 2010 hat der Pension\u00e4r 20.000 Steckh\u00f6lzer in den vorbereiteten Boden gesetzt &#8211; nicht mit einer Pflanzmaschine, sondern per Hand und mit der Unterst\u00fctzung von Familie und Freunden. Die ersten Monate waren aufregend, denn das Projekt drohte schon zu Beginn zu scheitern. Der 65-J\u00e4hrige erinnert sich an die bewegten Anf\u00e4nge: \u201eIm Jahr 2010 waren die Monate Mai, Juni und Juli sehr trocken. Das war ein\u00c2\u00a0 gro\u00dfes Problem, weil die Bodenvorbereitung nicht optimal war. Die Stecklinge h\u00e4tten tiefer in den Boden kommen m\u00fcssen. Im September wuchs dann auch noch Ampfer, der den Pappeln zus\u00e4tzlich Wasser wegnahm.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/490-Kurzumtriebsplantage1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-116387\" alt=\"490-Kurzumtriebsplantage1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/490-Kurzumtriebsplantage1-265x176.jpg\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/490-Kurzumtriebsplantage1-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/490-Kurzumtriebsplantage1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Ein Jahr nach der Pflanzaktion wusste Sauer aber, dass die Plantage trotz widriger Umst\u00e4nde gute Fortschritte machte. Die Pappeln standen nach zw\u00f6lf Monaten in Reihe, und 2012 hatte sich auch das Ampfer-Problem in Luft aufgel\u00f6st. Zum einen hatte sich der Ampferk\u00e4fer verbreitet und fast alle Pflanzen abgefressen, zum anderen beschatteten die Pappeln mittlerweile den Boden, so dass der Ampfer wegen des fehlenden Sonnenlichts nicht mehr gedeihen konnte. Somit konnte der Diplom-Landwirt, der in seiner Jugend einige Jahre Entwicklungshilfe in der Landwirtschaft Indiens und Indonesiens geleistet hatte und \u00fcber 20 Jahre in der Agrarverwaltung des Landkreises Fulda t\u00e4tig war, der Natur ihren freien Lauf lassen und sich ganz in Ruhe mit administrativen Dingen wie der Ernteplanung besch\u00e4ftigen. \u201eDie Umtriebszeit liegt bei Pappeln bei drei bis vier Jahren, deshalb k\u00f6nnte ich in diesem Winter zum ersten Mal ernten\u201c, erkl\u00e4rt der 65-J\u00e4hrige, der schon relativ konkrete Vorstellungen vom Prozedere hat, aktuell aber noch an seinem Ernte-Masterplan feilt.<\/p>\n<p>\u201eIch m\u00f6chte keine gro\u00dfe Technik einsetzen, sondern stelle mir vor, die Pappeln selbst mit der Motors\u00e4ge oder -sense abzus\u00e4gen, mit der Seilwinde zu b\u00fcndeln und vom Feld herunter zu ziehen, und das Holz bis zum Sommer am Waldrand zu lagern, bis es nur noch 20 bis 30 Prozent Feuchtigkeit hat.\u201c Dann k\u00f6nnte Sauer das Holz vor Ort mit einem mobilen Hacker zu Hackschnitzeln verarbeiten. Das trockene Hackgut w\u00fcrde im Anschluss auf direktem Weg zum K\u00e4ufer gelangen. Der Verkaufspreis f\u00fcr Hackschnitzel bewegt sich zwischen 60 und 90 Euro pro Tonne\u00c2\u00a0 \u2013 vorausgesetzt der Wassergehalt des Hackguts liegt unter 35 Prozent. In Sachen Ernte fehlen Eugen Sauer zwar noch konkrete Erfahrungswerte, er geht jedoch davon aus, auf ein Jahr gerechnet pro Hektar zwanzig Tonnen Frischmasse bzw. zehn Tonnen Trockenmasse ernten zu k\u00f6nnen. Eine Tonne Trockenmasse ersetzt etwa 400 Liter Heiz\u00f6l.<\/p>\n<p>Ob sich eine Kurzumtriebsplantage aus betriebswirtschaftlicher Sicht rechnet, diese Frage kann Eugen Sauer noch nicht ganz genau beantworten. Die Wirtschaftlichkeit sei abh\u00e4ngig von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Ertrag, Hackschnitzelpreis oder Erntekosten. Die Investitionskosten sind mit rund 2.000 Euro pro Hektar jedenfalls recht hoch. Theoretisch k\u00f6nnten mit der ersten Ernte die Investitionskosten gedeckt werden. Ab der zweiten Ernte w\u00fcrde die Kurzumtriebsplantage (KUP) Gewinne erwirtschaften. Die \u00d6kobilanz der KUP f\u00e4llt auf jeden Fall positiv aus, denn Umwelt und Klima profitieren von den Energiepflanzen, die zu den Dauerkulturen z\u00e4hlen, immer wieder austreiben und 20 bis 30 Jahre lang genutzt werden k\u00f6nnen. Da w\u00e4hrend dieser Zeit weder Pflanzenschutzmittel noch synthetische D\u00fcngemittel ausgebracht werden, wird auch das Grundwasser nicht belastet.<\/p>\n<p>Auch wenn es Eugen Sauer noch an Erfahrungswerten mangelt, eines steht f\u00fcr ihn ganz sicher fest: Nach der Ernte ist vor der Ernte. (Dorit Heydenreich)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hofbieber\/Petersberg. Nachwachsende Rohstoffe sind f\u00fcr Eugen Sauer ein spannendes Thema \u2013 nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Seit dem Jahr 2010 betreibt der 65-J\u00e4hrige eine Kurzumtriebsplantage (KUP). 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