{"id":116033,"date":"2013-10-31T00:20:31","date_gmt":"2013-10-31T00:20:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=116033"},"modified":"2013-10-30T17:33:37","modified_gmt":"2013-10-30T17:33:37","slug":"vom-aussterben-bedrohte-arten-in-schaurig-schoener-moorlandschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=116033","title":{"rendered":"Vom Aussterben bedrohte Arten in schaurig-sch\u00f6ner Moorlandschaft"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/479-Naturschutzgebiet-Rotes-Moor1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-116034\" alt=\"479-Naturschutzgebiet Rotes Moor1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/479-Naturschutzgebiet-Rotes-Moor1-265x198.jpg\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/479-Naturschutzgebiet-Rotes-Moor1-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/479-Naturschutzgebiet-Rotes-Moor1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Rotes Moor. Die schaurige, unheimliche und zugleich geheimnisvolle Atmosph\u00e4re der Moore hat schon immer eine faszinierende Wirkung auf den Menschen ausge\u00fcbt. Dies gilt auch f\u00fcr das Rote Moor, das sich auf hessischer Seite im Kernbereich des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n an der Bundesstra\u00dfe 278 von W\u00fcstensachsen nach Bischofsheim befindet und zu jeder Zeit einen Besuch wert ist. Es stellt zudem das gr\u00f6\u00dfte Moor Hessens dar.<!--more--><\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der letzten Eiszeit vor 13.000 Jahren begann sich das urspr\u00fcnglich etwa 50 Hektar gro\u00dfe Rote Moor zu entwickeln. In einer H\u00f6he von etwa 720 bis 840 Meter liegt es im Plateaubereich der Hohen Rh\u00f6n in einer weiten, flachen Hangmulde, in der sich zu Beginn der Moorbildung reichlich sch\u00fcttende Schichtquellen sammelten. Wegen einer nur m\u00e4\u00dfigen Verdunstung im niederschlagsreichen und relativ k\u00fchlen Klima der Hochrh\u00f6n sowie den schwer durchl\u00e4ssigen tonigen Ablagerungen als Untergrund konnte dieses Moor entstehen. Dabei hat sich die Oberfl\u00e4che der f\u00fcr die Torfbildung haupts\u00e4chlich verantwortlichen Torfmoose immer h\u00f6her verlagert. Wachsen die Torfmoospolster dann zunehmend \u00fcber den Grundwasserspiegel hinaus und werden unabh\u00e4ngig von der N\u00e4hrstoffzufuhr des mineralischen Bodens, geht das Moor in ein ausschlie\u00dflich von Niederschlagswasser gespeistes Hochmoor \u00fcber.<\/p>\n<p>Der so entstandene Hochmoorkomplex liegt im S\u00fcden des rund 315 Hektar umfassenden Naturschutzgebiets \u201eRotes Moor\u201c\u00c2\u00a0 und besteht aus dem Gro\u00dfen und dem Kleinen Moor, zwei Bereichen, die durch ein flie\u00dfendes Gew\u00e4sser, das \u201eMoorwasser\u201c, voneinander getrennt sind. In diesem Extremlebensraum ist es nur wenigen ausgesprochenen Spezialisten m\u00f6glich, unter den n\u00e4hrstoffarmen und stark sauren Bedingungen zu gedeihen und sich auszubreiten.<\/p>\n<p>Neben den schon angef\u00fchrten Torfmoosen nehmen unter den Bl\u00fctenpflanzen die Zwergstr\u00e4ucher einen breiten Raum ein. Stellvertretend seien die zierliche Moosbeere, die Kr\u00e4henbeere mit ihren nadelfeinen, immergr\u00fcnen Bl\u00e4ttern und den heidelbeergro\u00dfen, tiefschwarzen Beeren, die Rauschbeere sowie die Heidel- und Preiselbeere erw\u00e4hnt. Als ein typischer Vertreter der Hochmoorfl\u00e4che ist auch das Scheidige Wollgras zu nennen. Seine bereits im Sommer erscheinenden wei\u00dfen Wollsch\u00f6pfe sind ein besonderer Schmuck in der sonst recht eint\u00f6nigen Moorlandschaft. Ein weiterer Moorspezialist ist der Rundbl\u00e4ttrige Sonnentau, eine sehr seltene und unscheinbare Art, die sich als fleischfressende Pflanze im n\u00e4hrstoffarmen Milieu der Moore \u00fcber den Insektenfang eine zus\u00e4tzliche Nahrungsquelle erschlossen hat. Als eine Unterart der Moorbirke ist die Karpatenbirke anzusehen, die im Roten Moor ausgedehnte Karpaten-Birkenw\u00e4lder bildet. Derartige W\u00e4lder sind nur in montanen Lagen anzutreffen und gelten als besonderes Wahrzeichen der Hochrh\u00f6n. Ihre gr\u00f6\u00dften und vielgestaltigsten Best\u00e4nde kommen im Roten Moor vor. An den Moorr\u00e4ndern und im angrenzenden \u00dcbergangsbereich finden sich weitere seltene Arten wie Siebenstern, Sumpf-Blutauge, Schmalbl\u00e4ttriges Wollgras oder Fieberklee.<\/p>\n<p>Die extremen Standortbedingungen haben zur Folge, dass Hochmoore auch hinsichtlich ihrer Fauna vergleichsweise artenarm sind. So gelingt es nur wenigen Tieren, in diesem \u00d6kosystem geeignete \u00dcberlebensm\u00f6glichkeiten zu finden. Moorlibellen, moorspezifische Schmetterlinge, Kreuzotter, verschiedene Amphibien sowie eine Reihe von V\u00f6geln wie Wiesenpieper und Bekassine k\u00f6nnen beobachtet werden. Bemerkenswert ist ferner das Birkhuhn, das in der Rh\u00f6n eines seiner letzten au\u00dferalpinen Vorkommen hat.<\/p>\n<p>Da viele der im Hochmoor lebenden Spezies gef\u00e4hrdet oder vom Aussterben bedroht sind, m\u00fcssen die wenigen noch vorhandenen Reste dieses sensiblen Lebensraums gesch\u00fctzt und erhalten werden. Denn wie die meisten Moore wurde auch das Rote Moor bis zu seiner Unterschutzstellung im Jahr 1979 systematisch entw\u00e4ssert, abgetragen, urbar gemacht und damit erheblich verkleinert. Anfangs (ab 1809) fand die Abtorfung zu Feuerungszwecken im Handbetrieb statt. Dann \u2013 ab 1838 \u2013 erweiterte sich der Bedarf an Torf insbesondere f\u00fcr g\u00e4rtnerische Zwecke und f\u00fcr Heilzwecke in den umliegenden Kurorten. Fast alle benachbarten hessischen und bayerischen Heilb\u00e4der bezogen Torf aus dem Riten Moor. iSeit 1960 erfolgte der Torfabbau dann nicht mehr manuell, sondern in gr\u00f6\u00dferem Umfang durch Bagger.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser jahrzehntelangen Torfgewinnung wurde mehr als die H\u00e4lfte der urspr\u00fcnglichen Hochmoorfl\u00e4che zerst\u00f6rt bzw. sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Umfangreiche Ma\u00dfnahmen zur Renaturierung des Hochmoork\u00f6rpers waren notwendig. Wenngleich die meisten der seit 1981 durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen recht erfolgreich waren, erfordert der allgemein starke R\u00fcckgang solch naturnahen Lebensr\u00e4ume jedoch weiterhin verst\u00e4rkte Bem\u00fchungen zu deren Stabilit\u00e4t und Erhaltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rotes Moor. Die schaurige, unheimliche und zugleich geheimnisvolle Atmosph\u00e4re der Moore hat schon immer eine faszinierende Wirkung auf den Menschen ausge\u00fcbt. 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