{"id":115190,"date":"2013-10-12T00:13:47","date_gmt":"2013-10-12T00:13:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=115190"},"modified":"2013-10-12T08:19:51","modified_gmt":"2013-10-12T08:19:51","slug":"landesbeauftragte-ziegler-raschdorf-sprach-zur-vertriebenenarbeit-in-den-alten-laendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=115190","title":{"rendered":"Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf sprach zur Vertriebenenarbeit in den alten L\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-115191\" alt=\"2013_10_11_SeminarSachsen2_seminar1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013_10_11_SeminarSachsen2_seminar1-265x176.jpg\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013_10_11_SeminarSachsen2_seminar1-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013_10_11_SeminarSachsen2_seminar1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Reichenbach\/Oberlausitz. Auf Einladung des Landesverbandes der Vertriebenen und Sp\u00e4taussiedler im Freistaat Sachsen \/ Schlesische Lausitz e.V. nahm die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, beim Herbstseminar in Reichenbach bei G\u00f6rlitz teil und \u00fcberbrachte die Gr\u00fc\u00dfe der Hessischen Landesregierung. Auf Bitten des Landesvorsitzenden Frank Hirche, MdL, und des Vorsitzenden des Vereins \u201eErinnerung und Begegnung\u201c Friedrich Zempel sprach sie \u00fcber \u201eDie Vertriebenenarbeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den alten L\u00e4ndern am Beispiel Hessens\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eDie Landesverb\u00e4nde des Bundes der Vertriebenen in Hessen und Sachsen haben eine sehr unterschiedliche Entstehungsgeschichte und sind in ihrer Entwicklung nur schwer zu vergleichen. So konnte der Bund der Vertriebenen in Hessen seit Ende der 1940er Jahre wachsen und an Bedeutung gewinnen, in Sachsen war die Bildung eines Verbandes erst nach dem Ende der DDR m\u00f6glich. W\u00e4hrend das Thema Vertreibung zu DDR-Zeiten mit einem Tabu belegt war, konnten sich die Verb\u00e4nde in Westdeutschland nach dem Krieg mit einer gro\u00dfen Mitgliedschaft organisieren und ihre Strukturen frei aufbauen. Ich finde es h\u00f6chst beachtlich, dass diese Strukturen nach der Wende auch in den neuen Bundesl\u00e4ndern und somit auch in Sachsen entstehen konnten und die heimatvertriebenen Menschen endlich die Chance erhielten, sich zu organisieren und an ihr Schicksal zu erinnern\u201c, so die Landesbeauftragte. Sie danke f\u00fcr die Einladung nach Sachsen, freue sich \u00fcber das Zusammentreffen und sei umgekehrt ebenso an der Vertriebenenarbeit in Sachsen\u00c2\u00a0 interessiert.<\/p>\n<p>In ihren Ausf\u00fchrungen zur\u00c2\u00a0 \u201eVergangenheit der Vertriebenenarbeit\u201c erinnerte Frau Ziegler-Raschdorf an die Gremien und Funktionen in Hessen, die nach dem Krieg eingerichtet wurden und sich bis heute bew\u00e4hrten. Sie nannte den Landesbeirat f\u00fcr Vertriebenen,- Fl\u00fcchtlings- und Sp\u00e4taussiedler mit seinem Kulturausschuss und seinem Eingliederungsausschuss und den Unterausschuss des Hessischen Landtages f\u00fcr Heimatvertriebene, Aussiedler, Fl\u00fcchtlinge und Wiedergutmachung. Schon im Dezember 1948 h\u00e4tten sich die Kreisorganisationen zu einem Landesverband der Heimatvertriebenen vereinigt, der im Jahr 1952 bereits 45 Kreis- und 2.500 Ortsverb\u00e4nde hatte. Die Landesbeauftragte beschrieb den erfolgreichen Hessenplan, die politische Arbeit des Blocks der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) und das Haus der Heimat in Wiesbaden. Sie sprach \u00fcber\u00c2\u00a0 die kommunalen Patenschaften und Partnerschaften in Hessen, die Landespatenschaften, das Herder-Institut Marburg, das Polen-Institut in Darmstadt und den \u201eSch\u00fclerwettbewerb Osteuropa\u201c.<\/p>\n<p>Den Abschnitt \u201eGegenwart der Vertriebenenarbeit\u201c grenzte Frau Ziegler-Raschdorf auf die Zeitspanne von 1999 bis heute ein. Hier nannte sie die Regierungserkl\u00e4rungen von 1999, 2003 und 2009, die mit ihren Aussagen zur Politik f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler wichtige politische Programmaussagen seien.\u00c2\u00a0 Zu Beginn dieser Zeitspanne sei erstmals ein Landesbeauftragter f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler ernannt und Vertreter der Vertriebenen oder Sp\u00e4taussiedler in den Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks bzw. in die Landesanstalt f\u00fcr den privaten Rundfunkt entsandt worden. Wiederkehrende feste Ankerpunkte im Jahreslauf seien seit dieser Zeit das Neujahrsgespr\u00e4ch des Ministerpr\u00e4sidenten, der \u201eTag der Vertriebenen\u201c beim Hessentag und der landesweite \u201eTag der Heimat\u201c im Biebricher Schloss. Diese Termine seien wichtige Tage der Begegnung und des gemeinsamen Erinnerns geworden und machten die Vertriebenenarbeit auch immer wieder nach au\u00dfen sichtbar.<\/p>\n<p>In einer Dauerausstellung \u201eVertriebene in Hessen\u201c im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach werde das Schicksal der Vertriebenen dargestellt. Frau Ziegler-Raschdorf\u00c2\u00a0 erw\u00e4hnte die Patenschaft des Landes Hessen \u00fcber die Stiftung \u201eZentrum gegen Vertreibungen\u201c des Bundes der Vertriebenen und die Unterst\u00fctzung der Bundesstiftung \u201eFlucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\u201c.<br \/>\nEin wichtiger Aufgabenbereich Hessischer Vertriebenenpolitik sei die Verbesserung der Situation der Heimatstuben und Heimatsammlungen und die Behandlung von Flucht und Vertreibung im Schulunterricht. Mit der Einf\u00fchrung des Hessischen Preises \u201eFlucht, Vertreibung, Eingliederung\u201c im Jahr 2011 verfolge man in Hessen das Ziel, besonders\u00c2\u00a0 auch junge Menschen f\u00fcr die geschichtlichen Ereignisse zu interessieren.<br \/>\nBei der Eintragung von Geburtsorten in P\u00e4ssen und Personenstandsurkunden habe sich Hessen besonders gek\u00fcmmert und eine positive Entwicklung in Gang gebracht.<br \/>\nVon gro\u00dfer Bedeutung\u00c2\u00a0 sei ihr als Landesbeauftragter die Einf\u00fchrung des landesweiten \u201eGedenktages f\u00fcr die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation\u201c vor wenigen Wochen, der ab 2014 stattfinden soll.<\/p>\n<p>Aus dem Bereich der Sp\u00e4taussiedler nannte die Landesbeauftragte einige Beispiele, die f\u00fcr die Integrationsarbeit in Hessen von gro\u00dfer Bedeutung seien. Hierzu geh\u00f6re die Einbeziehung der Selbsthilfeorganisationen der Russlanddeutschen in die Integrationsarbeit, das Nachqualifizierungsprojekt \u201eArbeitslose Lehrerinnen und Lehrer unter den Sp\u00e4taussiedlern\u201c und die Arbeit der Hessischen F\u00f6rdereinrichtung f\u00fcr junge Zugewanderte in Hasselroth mit dem Sonderlehrgang zur Erlangung der Hochschulreife. Aus Anlass des 250. Jahrestages der Ver\u00f6ffentlichung des Einladungsmanifestes von Zarin Katharine II. habe man in diesem Jahr einen Festakt im Hessischen Landtag begangen, bei dem auch der vom Hessischen Sozialministerium und der Stiftung \u201eVertriebene in Hessen\u201c in Auftrag gegebene Dokumentarfilm \u201eDer Ruf der Zarin\u201c gezeigt wurde.<\/p>\n<p>\u201eWas den Bund der Vertriebenen in Hessen und seine Arbeit angeht, so habe ich in meiner Amtszeit nur positive Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit mit dem BdV-Landesvorstand und seinem langj\u00e4hrigen Vorsitzenden Alfred Herold bzw. dem jetzigen Vorsitzenden Siegbert Ortmann war und ist sehr gut\u201c, betonte Frau Ziegler-Raschdorf. Grunds\u00e4tzlich sei es auch in Hessen so, dass trotz zur\u00fcckgehender Mitgliederzahlen der Organisationsgrad und der Zusammenhalt der Mitglieder immer noch gro\u00df sei. In diesem Zusammenhang sprach sie die vielen Aktivit\u00e4ten des Landesverbandes Hessen wie die Gespr\u00e4che mit den politischen Fraktionen im Hessischen Landtag, den Neujahrsaufruf zu den Deutschen aus Russland und ihren Landsmannschaften, die Studienfahrten des Deutsch-Europ\u00e4ischen Bildungswerkes e.V. und die finanzielle Ausstattung durch das Land Hessen an. Interessant seien die Aussagen zu den aktuellen verbandspolitischen Zielen und Anliegen des BdV Hessen, die unter dem Begriff \u201eDrei Standbeine des BdV Hessen\u201c ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p>Die \u201eZukunft der Vertriebenenarbeit\u201c d\u00fcrfte sowohl in Sachsen als auch in Hessen mit vergleichbaren Herausforderungen aufwarten. Im Hinblick darauf nannte es die Landesbeauftragte richtig, wenn der BdV Hessen seinen Weg der europ\u00e4ischen Verst\u00e4ndigungsarbeit wie mit den \u201eDrei Standbeinen\u201c beschrieben, weitergehe. \u201eMit dem gezeigten Engagement sollte es auch in Zukunft gelingen, die erfolgreiche Kulturarbeit weiter zu betreiben. Wichtig erscheint mir bei der Erledigung der Aufgaben in den \u00f6stlichen wie auch in den westlichen Bundesl\u00e4ndern die Einbeziehung der jungen und mittleren Generation. Und es sollte auch gelingen, das ein oder andere neue Mitglied zu gewinnen. \u00dcber die St\u00e4rke des Verbandes entscheidet der Zusammenhalt der Mitglieder.\u201c\u00c2\u00a0 Dieser Zusammenhalt m\u00fcsse auch in Zukunft sorgsam gepflegt werden, um Spannungen zu verhindern, die den Verband insgesamt schw\u00e4chen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eDass die Vertriebenenpolitik in Hessen so gut dasteht und von Ihnen als beispielhaft angesehen wird, hat ganz entscheidend mit dem Bekenntnis der politisch Verantwortlichen zu tun. Ohne dieses klare politische Bekenntnis und ohne den Schulterschluss mit den Vertriebenenverb\u00e4nden ist auch die zuk\u00fcnftige Arbeit nicht gew\u00e4hrleistet. Ich m\u00f6chte deutlich machen, dass es f\u00fcr den Erfolg notwendig ist, dass eine Landesregierung die Vertriebenenpolitik zur Chefsache macht\u201c, so die Landesbeauftragte. Nach dem\u00c2\u00a0 Referat der Landesbeauftragten wurden in einer lebhaften Diskussion die angesprochenen Punkte weiter vertieft.<\/p>\n<p>Themen der Herbsttagung des s\u00e4chsischen Landesverbandes waren dar\u00fcber hinaus die Einrichtungen und Erinnerungsst\u00e4tten der Vertriebenen, die Arbeitsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die nachkommenden Generationen, die Lage der deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa und die Unterst\u00fctzung aus Deutschland. Mit einer Podiumsdiskussion \u00fcber die Zukunft der Vertriebenenverb\u00e4nde in Sachsen endete das interessante Seminar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Reichenbach\/Oberlausitz. 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