{"id":115001,"date":"2013-10-08T05:50:52","date_gmt":"2013-10-08T05:50:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=115001"},"modified":"2013-10-08T05:50:52","modified_gmt":"2013-10-08T05:50:52","slug":"fachtagung-zu-heimatsammlungen-und-heimatstuben-in-hessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=115001","title":{"rendered":"Fachtagung zu Heimatsammlungen und Heimatstuben in Hessen"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-115002\" alt=\"2013_10_07_FachtagungHeimatstuben_DSC01810\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013_10_07_FachtagungHeimatstuben_DSC01810-265x198.jpg\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013_10_07_FachtagungHeimatstuben_DSC01810-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/2013_10_07_FachtagungHeimatstuben_DSC01810.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Wiesbaden. Bei der Fachtagung \u201eKonzeptionelle \u00dcberlegungen zur Erfassung und Sicherung des Bestandes ostdeutscher Heimatsammlungen und Heimatstuben in Hessen\u201c im Haus der Heimat in Wiesbaden hat die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, die Gr\u00fc\u00dfe der Hessischen Landesregierung und von Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier \u00fcberbracht.<!--more--><\/p>\n<p>Die Landesbeauftragte erinnerte daran, dass nach dem Krieg \u00fcber 12 Millionen Menschen aus ihren Heimatgebieten im \u00f6stlichen Deutschland vertrieben wurden und in die vier Besatzungszonen kamen, um hier ein neues Leben zu beginnen. In Hessen hatten bis zum Jahr 1950 die 714.810 Vertriebenen und Fl\u00fcchtlinge einen Anteil von 16,5 % an der Gesamtbev\u00f6lkerung. Schon bald nach ihrer Ankunft seien Heimatstuben als Kommunikations- und Erinnerungsst\u00e4tten in den Orten entstanden, in denen die Vertriebenen Aufnahme gefunden hatten. Oftmals entwickelten sich die Heimatstuben in Zusammenhang mit Patenschaften und Heimattreffen.<\/p>\n<p>\u201eDiese Heimatstuben entstanden weniger als Museum f\u00fcr Nicht-Vertriebene, sondern dienten und dienen bis heute vor allem als Treffpunkt der mit der jeweiligen Heimatregion verbundenen Menschen. Die zusammengetragenen Objekte besitzen f\u00fcr die Betreiber der Einrichtungen meist einen hohen emotionalen Wert, sie sind pers\u00f6nliche Erinnerungsst\u00fccke oder Symbole f\u00fcr die verlorene Heimat\u201c, so Frau Ziegler-Raschdorf. Die dokumentarische Funktion der Heimatstube, ihr Informationswert im Hinblick auf die Vermittlung der Kultur und Lebensweise der Deutschen im Osten sei ein eher untergeordneter Aspekt dieser Einrichtungen.<\/p>\n<p>Die Funktionen der Institution Heimatstube w\u00fcrden jedoch bedeutungslos, wenn die \u201eErlebnisgeneration\u201c wegen Alter oder Krankheit in ihrer Arbeit eingeschr\u00e4nkt sei und ein Interesse bei den nachfolgenden Generationen nicht mehr bestehe. Vor diesem Hintergrund habe der Bundesbeauftragte f\u00fcr Kultur und Medien zusammen mit dem Bundesinstitut f\u00fcr Kultur und Geschichte der Deutschen im \u00f6stlichen Europa in Oldenburg die Bundesl\u00e4nder gebeten, die Heimatstuben und Heimatsammlungen zu erfassen und L\u00f6sungsans\u00e4tze zu beraten.<\/p>\n<p>\u201eDas Hessische Sozialministerium hat im Jahr 2009 den Hessischen Museumsverband in Kassel beauftragt, die hessischen Heimatstuben und Heimatsammlungen zu dokumentieren und zu erfassen. Diese Erfassung erfolgte in den folgenden Jahren mit gro\u00dfem Aufwand, wof\u00fcr ich dem Hessischen Museumsverband und den Betreibern sowie Eigent\u00fcmern der Einrichtungen sehr herzlich danke. Ich nenne insbesondere Herrn Dr. Luhn, Frau Dr. von Andrian und Herrn Dr. Fritzsche vom Museumsverband sowie den ehemaligen Referatsleiter Herrn Hummel vom Hessischen Sozialministerium. Die Unterst\u00fctzung des Projekts von Seiten der Betreiber und Eigent\u00fcmer war nicht selbstverst\u00e4ndlich und hat Ihnen viel Arbeit gemacht. Ohne Sie h\u00e4tte das Projekt nicht zu einem guten Abschluss gebracht werden k\u00f6nnen. Als kleines Dankesch\u00f6n habe ich f\u00fcr jede Heimatstube eine Mappe vorbereitet mit einer Beschreibung und mit Fotografien \u201eihrer\u201c Heimatstube als Auszug aus der Dokumentation\u201c, erkl\u00e4rte die Landesbeauftragte.<\/p>\n<p>Im Verlauf der Fachtagung erl\u00e4uterte Herr Hummel den Beginn des Projekts und gab einen \u00dcberblick \u00fcber die Heimatsammlungen und Heimatstuben in Hessen. Er stellte eine Liste der Institutionen zusammen, die bei einer drohenden Aufl\u00f6sung mit Rat und Tat helfen k\u00f6nnen. Bei dieser Gelegenheit stellte er Herrn Mohr vom Sudetendeutschen Archiv in M\u00fcnchen vor, der bereits bei der leider unumg\u00e4nglichen Aufl\u00f6sung einzelner sudetendeutscher Einrichtungen in Hessen hilfreich unterst\u00fctzen konnte.<\/p>\n<p>Frau Dr. von Andrian und Herr Dr. Fritzsche vom Hessischen Museumsverband in Kassel gingen in ihren Referaten auf die Dokumentation und Erfassung der Einrichtungen ein und konnten von guten Beispielen unter den Heimatstuben berichten. Die Erhebungen des Museumsverbandes Kassel liegen in Form einer DVD vor und sind bereits vom Bundesinstitut f\u00fcr Kultur und Geschichte der Deutschen im \u00f6stlichen Europa im Internet unter www.bkge.de eingestellt. Von Interesse sei, dass von den dokumentierten 55 Einrichtungen nur 8 in ihrem Bestand aktuell gef\u00e4hrdet scheinen. Bei einer drohenden Aufl\u00f6sung sollte an erster Stelle die \u00dcbernahme durch die Kommune und die Integration in das \u00f6rtliche Stadt-\/Regionalmuseum stehen. Es sei auch eine \u00dcberf\u00fchrung der Best\u00e4nde in Fachinstitutionen der Kulturpflege f\u00fcr die historischen deutschen Ostgebiete zu \u00fcberlegen, die sich allerdings in der Regel an einem anderen Ort befinden. Zu erw\u00e4gen sei auch eine \u00dcberf\u00fchrung der Sammlungsbest\u00e4nde in Museen und Archive der Herkunftsgebiete, um so einen Beitrag zur Verst\u00e4ndigung zu leisten. M\u00f6glich sei in Zukunft au\u00dferdem die Aufnahme in neu geschaffenen Zentralinstituten wie dem Projekt \u201eNationale Gedenkst\u00e4tte\u201c im Grenzdurchgangslager Friedland oder bei der Bundesstiftung \u201eFlucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung\u201c in Berlin.<\/p>\n<p>In der weiteren Diskussion mit den Betreibern der Einrichtungen wurden die Vorschl\u00e4ge des Hessischen Museumsverbandes begr\u00fc\u00dft. Als \u201eK\u00f6nigsweg\u201c wurde von Herrn Dr. Luhn die Integration in kommunale Museen bezeichnet, wobei st\u00e4rker die Eingliederung der Vertriebenen in die \u00f6rtliche Gemeinde dokumentiert werden sollte. Nach dem Grundsatz \u201eweniger ist mehr\u201c sei eine sinnvolle Auswahl der Ausstellungsst\u00fccke zu empfehlen. Grunds\u00e4tzlich sollte man sich auf das Wagnis einlassen, in diesem Zusammenhang \u201cneu\u201c zu denken. Die Einrichtungen sollten sich auf neue Besuchergruppen wie z.B. Schulklassen einlassen. An der sich anschlie\u00dfenden ausf\u00fchrlichen Diskussion beteiligten sich viele Betreiber der Heimatstuben und die Mitglieder des Kulturausschusses des Landesvertriebenenbeirates und des Landesvorstandes des Bundes der Vertriebenen in Hessen.<\/p>\n<p>Frau Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf dankte f\u00fcr die interessanten Vortr\u00e4ge und die offene Diskussion und griff den Gedanken positiv auf, eine solche Fachtagung alle ein oder zwei Jahre zu wiederholen.<\/p>\n<p>Foto: Am Ende der Fachtagung von links: Herr Referatsleiter a.D. Dirk Hummel, Herr Dr. Rolf Luhn, Frau Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf, Frau Dr. Bettina von Andrian, Herr Dr. Wolfgang Fritzsche<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. 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