{"id":112238,"date":"2013-08-06T08:32:40","date_gmt":"2013-08-06T08:32:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=112238"},"modified":"2013-08-06T08:32:40","modified_gmt":"2013-08-06T08:32:40","slug":"erklarung-zum-hiroshima-gedenktag-2013-nicht-das-bose-wiederholen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=112238","title":{"rendered":"Erkl\u00e4rung zum Hiroshima-Gedenktag 2013: \u201eNicht das B\u00f6se wiederholen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer atomaren Verstrahlung sehen sich Menschen vor folgende Entscheidungen gestellt: Sollen wir weglaufen oder nicht? K\u00f6nnen wir das essen oder nicht? Brauchen Kinder Gasmasken oder nicht? K\u00f6nnen wir unsere W\u00e4sche im Freien trocknen oder nicht? K\u00f6nnen wir noch Ackerbau betreiben oder nicht? Sollen wir dar\u00fcber reden oder nicht? Muto Ruiko hat diese Fragen gestellt. Die Frau aus Fukoshima sieht sich als Strahlen-Opfer.<!--more--> Wie bei den Opfern der Atombombenangriffe auf Hiroshima (6. August 1945) und Nagasaki (9. August 1945) kann niemand wirklich helfen. Rund 225.000 Menschen sind in Hiroshima und Nagasaki durch die Atombomben ums Leben gekommen. \u201eLasst alle Seelen hier in Frieden ruhen, damit wir nicht das B\u00f6se wiederholen\u201c, lautet die Inschrift f\u00fcr die Toten im Friedensmuseum in Hiroshima. Die Atombombe war das B\u00f6se, der Krieg, der mit Atombomben beendet werden sollte. Lasst uns dem B\u00f6sen widerstehen! \u00c4chten wir Atomwaffen weltweit.<\/p>\n<p>Im April diesen Jahres haben zum ersten Mal 79 Staaten gemeinsam vor den katastrophalen humanit\u00e4ren Folgen eines Atomkriegs gewarnt: \u201e\u00dcber den sofortigen Tod und die Zerst\u00f6rung, die durch die Detonation angerichtet wird, hinaus wird die sozio-\u00f6konomische Entwicklung behindert, die Umwelt zerst\u00f6rt und zuk\u00fcnftige Generationen werden ihrer Gesundheit, ihrer Nahrungsmittel, ihres Wassers und anderer lebenswichtiger Ressourcen beraubt.\u201c Nur die totale Beseitigung dieser Waffen garantiere, dass diese Waffen nicht eingesetzt werden. Zu den 79 Staaten, die sich nun f\u00fcr eine v\u00f6lkerrechtliche \u00c4chtung von Atomwaffen stark machen, z\u00e4hlen auch Wei\u00dfrussland, die Ukraine, Kasachstan und S\u00fcdafrika, die freiwillig ihre Atomprogramme aufgegeben hatten sowie der Vatikan, nicht jedoch Deutschland. Neun Staaten besitzen Atomwaffen: die USA rund 8.000, Russland 10.000, Gro\u00dfbritannien 225, Frankreich 300, China 240, Indien 80-100, Pakistan 90-110, Israel 80 und Nordkorea 1-10 (gesch\u00e4tzte Zahlen). F\u00fcr Erhalt und Modernisierung des atomaren Arsenals werden j\u00e4hrlich rund 100 Milliarden Dollar<br \/>\nausgegeben.<\/p>\n<p>Es ist nicht akzeptabel, dass Regierungen weiterhin an Atomwaffen festhalten anstatt abzur\u00fcsten. Deshalb fordert pax christi von der US Regierung, die USAtomwaffen aus Europa abzuziehen und somit ein starkes Signal an die russische Seite zu senden, ebenfalls zu reduzieren. Das schlie\u00dft den Abzug der US-Atomwaffen vom St\u00fctzpunkt B\u00fcchel im Hunsr\u00fcck ein, ebenso wie von den Standorten in Belgien, Italien, den Niederlanden und in der T\u00fcrkei. Wenn Atom-Staaten ihre Waffen weiter entwickeln, senden sie damit die Botschaft an andere Staaten, dass Atomwaffen f\u00fcr die Sicherheit n\u00f6tig sind und vor Angriffen sch\u00fctzen. Ihre Forderung an andere, keine Atomprogramme anzustreben, wirkt entsprechend unglaubw\u00fcrdig. Wir brauchen mehr internationalen Druck gegen Atomwaffen. Internationale Konferenzen wie die Oslo-Konferenz vom Fr\u00fchjahr 2013 und die Anfang 2014 in Mexiko geplante r\u00fccken die humanit\u00e4ren Folgen von Atomwaffen in den Fokus und<br \/>\nsind sehr zu begr\u00fc\u00dfen. Ziel der n\u00e4chsten \u00dcberpr\u00fcfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags im Jahr 2015 muss nach Ansicht von pax christi ein Vertrag sein, nach dem spaltbares Material f\u00fcr den Bombenbau nicht mehr hergestellt werden darf. Atomwaffenfreie Zonen schaffen Vertrauen und Sicherheit. Wir begr\u00fc\u00dfen sehr die Forderung des Europaparlaments nach einer Atomwaffenfreien Zone in Europa. Wir fordern dringend die Einrichtung einer solchen Zone im Nahen und Mittleren Osten.<\/p>\n<p>Unsere Gesellschaft darf sich nicht mit der atomaren Kriegsgefahr abfinden. Pax christi engagiert sich deshalb im B\u00fcndnis \u201eAtomwaffenfrei jetzt\u201c und auf internationaler<br \/>\nEbene in der internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). 50 Jahre nach der Friedensbotschaft \u201ePacem in Terris\u201c ist die Forderung von Papst Johannes XXIII., dass Atomwaffen verboten werden, immer noch nicht eingel\u00f6st. Das ist ein Skandal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Nach einer atomaren Verstrahlung sehen sich Menschen vor folgende Entscheidungen gestellt: Sollen wir weglaufen oder nicht? K\u00f6nnen wir das essen oder nicht? Brauchen Kinder Gasmasken oder nicht? K\u00f6nnen wir unsere W\u00e4sche im Freien trocknen oder nicht? K\u00f6nnen wir noch Ackerbau betreiben oder nicht? 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