{"id":112084,"date":"2013-08-01T00:17:39","date_gmt":"2013-08-01T00:17:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=112084"},"modified":"2013-07-31T18:19:58","modified_gmt":"2013-07-31T18:19:58","slug":"jugendstilhaus-am-anger-in-rasdorf-erstrahlt-in-neuem-glanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=112084","title":{"rendered":"Jugendstilhaus am Anger in Rasdorf erstrahlt in neuem Glanz"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-112085\" alt=\"Jugendstilhaus Rasdorf 1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Jugendstilhaus-Rasdorf-1-265x175.jpg\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Jugendstilhaus-Rasdorf-1-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Jugendstilhaus-Rasdorf-1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Rasdorf. Zu einem Schmuckst\u00fcck ist das durch Martin und Elke Henkel aus Rasdorf erworbene und grundlegend sanierte ehemalige Kaufhaus Kiel geworden. Im Jahr 2009 kauften die Nachbarn das denkmalgesch\u00fctzte Jugendstilhaus von den Erben der im Jahr zuvor verstorbenen letzten Besitzerin Rosemarie Kiel. Diese musste im Jahr 2002 das einstmals florierende Kaufhaus aus betriebswirtschaftlichen und Altersgr\u00fcnden aufgeben.<!--more--><b> <\/b><\/p>\n<p>Das heutige Grundst\u00fcck bestand um 1730 aus zwei Hofreiten, die von den Familien Johann Heim und Georg Wiegand bewohnt wurden, wie im Rasdorfer Geschichtsblatt aus dem Jahr 1999 zu lesen ist. Nachdem das von Familie Heim bewohnte Grundst\u00fcck zum Ende des 18. Jahrhunderts \u201ew\u00fcst\u201c geworden war, erwarb es Familie Wiegand hinzu. Im Nachbarhaus, das heute der Familie Hermann Weber geh\u00f6rt, lebte zur damaligen Zeit Johannes Kiel, der aus Geismar nach Rasdorf zugezogen war. Aus diesem Haus stammte Kaufmann J.A. Kiel, der Eigent\u00fcmer wurde, wie aus dem Brandgesch\u00e4digtenverzeichnis des Gro\u00dfbrandes von 1873 hervorgeht. Er hatte das Geb\u00e4ude wohl schon im Jahre 1863 zu einem Handels- und Kaufhaus ausgebaut, in dessen linksseitigem Teil sich der Kaufmannsladen befand. Weiter Anbauten kamen Ende des 19. Jahrhunderts hinzu. Mit dem Einbau einer gro\u00dfen Schaufensterfront erhielt das Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus der Familie Kiel sein Aussehen, wie es dann von Familie Henkel erworben wurde.<\/p>\n<p>Bekannt im Volksmund als \u201eKiels\u201c war es ein wichtiger Knotenpunkt f\u00fcr Rasdorf und Umgebung, weil es dort fast alles zu kaufen gab, was die Landbev\u00f6lkerung ben\u00f6tigte. So berichtet das Rasdorfer Geschichtsblatt, dass D\u00fcngemittel, Eisenwaren, landwirtschaftliche und handwerkliche Werkzeuge, \u00d6fen und Herde, Haushaltswaren und Lebensmittel\u00c2\u00a0 und sogar \u201eStoffe\u00c2\u00a0 f\u00fcr die Sonntagsanz\u00fcge der M\u00e4nner\u201c dort zu erhalten waren. Mit der Anschaffung eines Lastkraftwagens zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Warenumsatz weiter gesteigert.<\/p>\n<p>Hinzu kam, dass das Kaufhaus Kiel mit Pferdefuhrwerken ihre Waren bis in die Hohe Rh\u00f6n lieferte. Der Einfluss der Kaufmannsfamilie war so gro\u00df, dass sie sogar verhindert haben soll, dass die Trassenf\u00fchrung der Eisenbahn mit einer Anbindung von Rasdorf zustande kam. Auch die Schulkinder sch\u00e4tzten diesen Ort, konnte man doch schnell in der Pause zu Kiels rennen, um sich etwas zu essen oder \u201eSchnupp\u201c (S\u00fc\u00dfigkeiten) zu kaufen. Mit der Schlie\u00dfung des Gesch\u00e4fts und dem Tod von Rosemarie Kiel begann eine vorerst ungewisse Zukunft f\u00fcr Haus und Anwesen.<\/p>\n<p>Als Elke und Martin Henkel Haus und Grundst\u00fcck kauften, war zun\u00e4chst ein gr\u00f6\u00dferer Umbau nicht geplant. Renoviert werden sollte, was renovierungsbed\u00fcrftig geworden war. Das waren Teile der Au\u00dfenw\u00e4nde und der auffallende \u00fcberdachte Balkon. Doch ihr Onkel, der inzwischen verstorbene Architekt Adolf Henkel, erkannte den Wert des Geb\u00e4udes und \u00fcberzeugte die neuen Besitzer an, das denkmalgesch\u00fctzte Haus grundlegend zu sanieren. Mit der Trattoria Il Calabrese wurde ein geeignete Verwendung gefunden. Mit diesem konkreten Verwendungszweck vor Augen gingen Elke und Martin Henkel an die Planung. Diplom-Ingenieurin Eva Kohlmann von der Denkmalpflege des Landkreises Fulda sagte Beratung und Unterst\u00fctzung zu und stellte einen Zuschuss zu den Sanierungskosten in Aussicht.<\/p>\n<p>Mit Hochdruck und viel Eigeninitiative machten sich Henkels ans Werk. Geschwister, Schw\u00e4ger und Eltern packten mit, da gro\u00dfe Teile des Inneren entkernt, Decken herausgenommen, Fu\u00dfb\u00f6den abgeschliffen und insbesondere der auffallende \u00fcberdachte Balkon erneuert werden mussten. Die schmucken Stuckelemente der Au\u00dfenfassade wurden in Abstimmung mit der Denkmalpflege originalgetreu erhalten, die Fassade nach historischem Vorbild saniert und neue Fenster eingesetzt. Auch der Innenhof bekam ein dazu passendes neues Gesicht und strahlt mit seiner Terrasse und den Stahlelementen heute viel Atmosph\u00e4re aus. Es sei eine Menge Arbeit gewesen, und so manches Mal habe man sich richtig motivieren m\u00fcssen, um weiter zu machen, berichtet Elke Henkel.<\/p>\n<p>Heute sind Elke und Martin Henkel darauf, das einstige wichtige Handels- und Kaufhaus aus der Jugendstilzeit erhalten zu haben. Es stellt mit seinem gut besuchten Restaurant und den Wohnungen ein hervorragendes Beispiel f\u00fcr eine fachgerechte denkmalschutzorientierte Sanierung und eine sinnvolle Nutzung dar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rasdorf. Zu einem Schmuckst\u00fcck ist das durch Martin und Elke Henkel aus Rasdorf erworbene und grundlegend sanierte ehemalige Kaufhaus Kiel geworden. Im Jahr 2009 kauften die Nachbarn das denkmalgesch\u00fctzte Jugendstilhaus von den Erben der im Jahr zuvor verstorbenen letzten Besitzerin Rosemarie Kiel. 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