{"id":111115,"date":"2013-07-16T00:33:16","date_gmt":"2013-07-16T00:33:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=111115"},"modified":"2013-07-16T07:39:50","modified_gmt":"2013-07-16T07:39:50","slug":"mit-einer-ziegel-fing-es-an-renovierungsarbeiten-an-einem-der-altesten-hauser-der-stadt-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=111115","title":{"rendered":"Mit einer Ziegel fing es an \u00e2\u20ac\u00a6Renovierungsarbeiten an einem der \u00e4ltesten H\u00e4user der Stadt Fulda"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-111117\" alt=\"6827\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/6827.jpg\" width=\"560\" height=\"365\" \/><\/p>\n<p>Fulda. Das Haus \u201eZum Roten L\u00f6wen\u201c wurde erstmals 1330 urkundlich erw\u00e4hnt und diente fr\u00fcher als Adelssitz. Dort geben sich dieser Tage nun Sachverst\u00e4ndige und Zimmerleute die Klinke in die Hand. Das jahrhundertealte Geb\u00e4ude wird bereits seit Anfang April aufwendig saniert.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eMit einer Ziegel fing alles an!\u201c, erkl\u00e4rt Berthold Zwergel. Ihm und seinem Bruder Eberhard geh\u00f6rt mit dem Roten L\u00f6wen wohl eines der \u00e4ltesten H\u00e4user in der Domstadt. 1330 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt, sch\u00e4tzt Zwergel die Entstehung des Kellers \u2013 der unter dem eigenen Geb\u00e4ude weit ins Nachbargrundst\u00fcck hineinl\u00e4uft \u2013 auf das 12. Jahrhundert. Seit 1933 betrieb sein Vater dort die \u201eDrogerie Zwergel\u201c, seit 1938 befindet sich das Geb\u00e4ude in Familienbesitz.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck ins Jahr 2013: Vergangenen Winter entdeckte Zwergel eine lose Ziegel auf dem Dach. \u201eBei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, das die Halterungen der \u00e2\u20ac\u0161Bieberschw\u00e4nze\u00e2\u20ac\u02dc allesamt por\u00f6s sind. Doch auch der rund 300 Jahre alte Dachstuhl machte auf mich hie und da einen entsprechend morschen Eindruck\u201c, erkl\u00e4rt der pensionierte Steuerberater Zwergel. Ein Sachverst\u00e4ndiger best\u00e4tigte die Meinung: Neue Ziegel auf einen morschen Dachstuhl machen wenig Sinn. Am 2. April wurde der \u201eRote L\u00f6we\u201c dann einger\u00fcstet und seitdem geben sich Sachverst\u00e4ndige und Zimmerleute die Klinke in die Hand: Die tragenden Balken des Dachstuhls sind in die Bodendecke verbaut, weswegen diese entkernt werden musste. Nat\u00fcrlich nicht, ohne vorher das Obergeschoss zu entmieten. Seitdem werden die schadhaften Stellen des Dachstuhls von Profis erneuert: Altert\u00fcmliche Balken aus alten Scheunen verbaut, Holzn\u00e4gel geschnitzt, und das ganze wie von alters her neu verzapft.<\/p>\n<p>\u201eEigentlich ein Wahnsinn!\u201c, sagt Zwergel, Jahrgang 1938, und erg\u00e4nzt: \u201eWenn wir nicht die ersten 20 Jahre unseres Lebens hier verbracht h\u00e4tten, h\u00e4tten mein Bruder und ich wohl auch nicht diese emotionale Bindung zu dem Haus und w\u00fcrden diese immense Investition vermutlich eher nicht mehr t\u00e4tigen.\u201c Im zweiten Weltkrieg sei das Haus gr\u00f6\u00dftenteils verschont geblieben. Eine Bombe, die das Nachbarhaus traf, habe lediglich das Dach teilweise abgedeckt und die Fensterscheiben bersten lassen \u2013 was seinerzeit durch die Glasscherben auch den sonnt\u00e4glichen G\u00e4nsebraten, der am Herd brutzelte, ungenie\u00dfbar machte. Viele Erinnerungen Zwergels h\u00e4ngen an dem Haus, viele Anekdoten fallen ihm ein. Eine Schule, die Drogerie der Eltern, ein Saal in dem viele Vereine gegr\u00fcndet wurden befanden sich schon in dem Haus in der Pfandhausstra\u00dfe 11.<\/p>\n<p>Wo einst die \u201eDrogerie Zwergel\u201c und zuletzt \u201eFlorales Wohnen\u201c ihre Produkte feil boten, stellt \u201eU.M.7 Wohnbereiche\u201c seit 2005 nun auf circa 150 Quadratmetern und in sieben R\u00e4umen im Erdgeschoss umfassende Leistungen rund um das Thema Wohnen und Einrichten an.<\/p>\n<p>Im wohl \u00e4ltesten Haus Fuldas pr\u00e4sentiert Stefan Ullmann die modernsten M\u00f6bel und Einrichtungstrends: \u201eGerade die Kombination aus alt und neu steigert den Kontrast und dies hilft der Wahrnehmung, macht R\u00e4ume interessanter und lebendiger!\u201c, sagt der Inhaber. \u201eUnsere sieben R\u00e4ume stellen die Wohnbereiche Wohnen, Arbeiten, Lesen, Schlafen, Ankleiden, Essen sowie Objekte dar\u201c, erkl\u00e4rt Ullmann. Er habe sich seinerzeit bewusst f\u00fcr die R\u00e4umlichkeiten in dem Altbau in der Pfandhausstra\u00dfe entschieden: \u201eDie durch das Alter des Geb\u00e4udes hervorgerufenen Unebenheiten und schiefen W\u00e4nde passen hervorragend zu den modernen Einrichtungen. Auch die Kombination von teilweise vorhandenem (altem) und neuem zeigt dem Kunden, das solche Kombinationen m\u00f6glich und oft sogar sehr reizvoll sind.\u201c<\/p>\n<p>Die wohnungs\u00e4hnliche Ausstellung zeigt anhand vieler Details wie man R\u00e4ume modern und stilvoll gestalten kann. Als gelernter Schreiner verfolgt der\u00c2\u00a0 passionierte Inneneinrichter auch die Bauarbeiten am Dach mit gro\u00dfem Interesse, wenn auch mit etwas Wehmut: \u201eSeit das Geb\u00e4ude einger\u00fcstet ist, bleibt die Laufkundschaft leider nahezu vollst\u00e4ndig aus!\u201c Doch ein Ende ist in Sicht: \u00dcbern\u00e4chste Woche soll das Dach neu eingedeckt werden, anschlie\u00dfend die Fassade noch \u00fcberarbeitet werden und Anfang August die Arbeiten am Haus \u201eZum Roten L\u00f6wen\u201c abgeschlossen sein. Dann versprechen Zwergel und Ullmann ein kleines Fest zur \u201eNeuer\u00f6ffnung\u201c dieses alten Gem\u00e4uers \u00e2\u20ac\u00a6<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Das Haus \u201eZum Roten L\u00f6wen\u201c wurde erstmals 1330 urkundlich erw\u00e4hnt und diente fr\u00fcher als Adelssitz. Dort geben sich dieser Tage nun Sachverst\u00e4ndige und Zimmerleute die Klinke in die Hand. 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