{"id":110868,"date":"2013-07-05T00:09:45","date_gmt":"2013-07-05T00:09:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=110868"},"modified":"2013-07-05T09:33:03","modified_gmt":"2013-07-05T09:33:03","slug":"tagesmutter-fruher-belachelt-heute-anerkannt-kindertagespflege-ist-beruf-und-berufung-gleichermasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=110868","title":{"rendered":"Tagesm\u00fctter: Fr\u00fcher bel\u00e4chelt &#8211; heute anerkannt  Kindertagespflege ist Beruf und Berufung gleicherma\u00dfen &#8211; Landkreis qualifiziert und vermittelt"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-110869\" alt=\"301-Tagesmuetter\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/301-Tagesmuetter.jpg\" width=\"560\" height=\"349\" \/><\/p>\n<p>H\u00fcnfeld\/Petersberg. \u201eDas kann doch jeder! Zu Hause auf ein Kind aufpassen, was soll daran so schwierig sein?\u201c Die geringsch\u00e4tzigen Worte aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis klingen Birgit Kircher noch heute in den Ohren. Als sie vor 23 Jahren das erste Mal stundenweise ein fremdes Kind in ihren eigenen vier W\u00e4nden betreute, konnte man mit dem Begriff \u201eTagesmutter\u201c in der \u00d6ffentlichkeit n\u00e4mlich noch nicht viel anfangen.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong> Max Colin Heydenreich <!--more--><\/p>\n<p>\u201eIch wurde bel\u00e4chelt und nicht ernst genommen. Das hat mich sehr traurig gemacht\u201c, erinnert sich die 50-J\u00e4hrige, \u201edenn f\u00fcr mich war das richtige Arbeit.\u201c Ihre T\u00e4tigkeit als Job oder gar Beruf zu bezeichnen, w\u00e4re der gelernten Konditoreifachverk\u00e4uferin damals nicht in den Sinn gekommen. Heute h\u00e4ngt im Haus der zweifachen Mutter, die in H\u00fcnfeld-Ro\u00dfbach lebt, das \u201eTagesmutter-Zertifikat\u201c. Von montags bis freitags, von 8 bis 17 Uhr, kommen vier Kinder zwischen null und drei Jahren zu ihr und werden liebevoll betreut.<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnliche Erfahrungen hat auch Iris Wilhelmy gemacht, die in Petersberg lebt und ebenfalls zu den Tagesm\u00fcttern der ersten Stunde geh\u00f6rt. Im Jahr 1990 hat Wilhelmy sporadisch mit der Kinderbetreuung angefangen. Damals passte sie auf das Kind einer Bekannten auf und wurde ebenfalls bel\u00e4chelt. \u201eIch wurde oft gefragt, ob ich immer noch den Babysitter machen w\u00fcrde. Dass da viel mehr dahinter steckt\u201c, sagt die 49-J\u00e4hrige, \u201ewar den Leuten \u00fcberhaupt nicht bewusst.\u201c<\/p>\n<p>Die \u00f6ffentliche Wahrnehmung der Kindertagespflege \u00e4nderte sich erst Mitte der 2000er Jahre. Am 1. Januar 2005 trat das Tagesbetreuungsausbaugesetz in Kraft, das den qualit\u00e4tsorientierten und bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagespflege und die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe zum Ziel hatte. Beim Jugendamt des Landkreises Fulda wurde damals eine eigene Fachstelle eingerichtet, deren Aufgaben unter anderem die Qualifizierung und Vermittlung der Kindertagespflegepersonen, deren Beratung und Begleitung sind.<\/p>\n<p>\u201eIn den letzten acht Jahren hat sich in der Kindertagespflege sehr viel getan\u201c, wei\u00df Elke Krack-Drinnenberg, Mitarbeiterin der Fachstelle. Sei es die Qualifizierung oder Weiterbildung der Kindertagespflegepersonen, die finanzielle Gleichstellung von Kindertagespflege und Kindertageseinrichtung, die Vernetzung der Kindertagespflegepersonen untereinander, beispielsweise \u00fcber Vereinsarbeit, oder die \u00f6ffentliche Wahrnehmung. Bel\u00e4chelt wird in diesen Zeiten wohl niemand mehr. Im Gegenteil: \u201eHeute sind Tagesm\u00fctter und -v\u00e4ter in der Gesellschaft akzeptiert und nicht mehr wegzudenken\u201c, erg\u00e4nzt Kerstin Hohmann, Mitarbeiterin der Fachstelle. Laut Krack-Drinnenberg gab es im Jahr 2005 lediglich 30 Tagesm\u00fctter im Landkreis Fulda. Mittlerweile ist die Zahl auf 162 gestiegen.<\/p>\n<p>Eine von ihnen ist Angela D\u00fccker aus H\u00fcnfeld-Mackenzell. Die 35-J\u00e4hrige ist gelernte Rechtsanwalt- und Notargehilfin. Sie hat einen vierj\u00e4hrigen Sohn und ist \u00fcber die zeitweise Betreuung der Tochter einer Freundin auf den Gedanken gekommen, ein neues Berufsfeld f\u00fcr sich zu erschlie\u00dfen. Im Januar 2011 absolvierte sie die Qualifizierung zur Tagesmutter. Aktuell\u00c2\u00a0 betreut sie vier Kinder an drei Tagen in der Woche. \u201eDie Resonanz aus meinem Umfeld war und ist durchweg positiv. F\u00fcr mich hat sich eine ganz neue Welt aufgetan. Die Kinder zu begleiten und in ihrer Entwicklung zu sehen, ist sehr erf\u00fcllend f\u00fcr mich. Eine R\u00fcckkehr in meinen alten Beruf kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.\u201c<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich empfindet das Iris Wilhelmy: \u201eEs war eigentlich immer mein Herzenswunsch, Erzieherin zu werden. Heute bin ich gl\u00fccklich, dass ich den Beruf als Tagesmutter aus\u00fcben kann und jeden Tag die Chance habe, die Welt durch die Augen der Kleinen zu sehen.\u201c\u00c2\u00a0 Und Birgit Kircher bringt es noch mal kurz und knapp auf den Punkt:\u00c2\u00a0 \u201eDieser Beruf ist f\u00fcr mich das Sch\u00f6nste. Ich mache das so lange, bis ich in Rente gehe.\u201c (Dorit Heydenreich)<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><\/p>\n<p>Telefonische Ausk\u00fcnfte zum Thema Kindertagespflege erteilen beim Landkreis Fulda Elke Krack-Drinnenberg, Telefon (06652)181-66, und Kerstin Hohmann, Telefon (0661)6006-328. Ansprechpartner bei der Stadt Fulda sind Christiane Becker-Ott, Telefon (0661)102-1960, und Falko Jana, Telefon (0661)102-1929. Der Verein Tages-Eltern-Fulda e.V. (TEF) hat seine Gesch\u00e4ftsstelle in der Kanalstra\u00dfe 52, 36037 Fulda. Die Telefonnummer ist (0661)5005193. Die \u00d6ffnungszeiten: Montag 9 bis 12 Uhr und Donnerstag 15 bis 17 Uhr.<\/p>\n<p><b>Info<\/b><\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Qualifizierungskurs zur\/zum Tagesmutter\/-vater startet nach den Sommerferien.<b><br \/>\n<\/b>Sie k\u00f6nnen Kindertagespflegeperson werden, wenn<\/p>\n<p>&#8211; Sie Freude am Umgang mit Kindern haben<br \/>\n&#8211; Ihnen die Entwicklung, F\u00f6rderung und Bildung von Kindern am Herzen liegt<br \/>\n&#8211; Sie Kindern eine liebevolle, wertsch\u00e4tzende und famili\u00e4re Atmosph\u00e4re bieten k\u00f6nnen<br \/>\n&#8211; Verantwortung zu \u00fcbernehmen f\u00fcr Sie eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist und Sie an p\u00e4dagogischen Themen interessiert sind<br \/>\n&#8211; Zusammenarbeit mit den Eltern der Tageskinder und den Mitarbeitern der Fachstelle f\u00fcr Sie dazu geh\u00f6ren<br \/>\n&#8211; Sie f\u00fcr einen Austausch mit anderen Tagesm\u00fcttern und Tagesv\u00e4tern offen sind<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>H\u00fcnfeld\/Petersberg. \u201eDas kann doch jeder! 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