{"id":110838,"date":"2013-07-04T00:09:20","date_gmt":"2013-07-04T00:09:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=110838"},"modified":"2013-07-04T08:34:24","modified_gmt":"2013-07-04T08:34:24","slug":"demenzangehorigengruppe-fangt-auf-informiert-und-gibt-kraft-treffen-jeden-dritten-donnerstag-im-monat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=110838","title":{"rendered":"Demenzangeh\u00f6rigengruppe f\u00e4ngt auf, informiert und gibt Kraft &#8211; Treffen jeden dritten Donnerstag im Monat"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-110839\" alt=\"296-Demenz\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/296-Demenz.jpg\" width=\"560\" height=\"359\" \/><\/p>\n<p>G\u00fcnther* und Maria haben sich versprochen, f\u00fcreinander da zu sein \u2013 in guten und schlechten Zeiten, Gesundheit und Krankheit. Bis zum Schluss. Dass sich bei G\u00fcnther zum Lebensabend eine Krankheit einstellen w\u00fcrde, die sein Wesen v\u00f6llig ver\u00e4ndern und einen langen Abschied auf Raten bedeuten w\u00fcrde, h\u00e4tte Maria nicht erwartet. Sie tr\u00e4gt schwer an der Demenzerkrankung ihres Mannes, der wie sie sagt, fr\u00fcher ein \u201eganz Lieber war und mit der Krankheit b\u00f6se geworden ist\u201c.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong> Max Colin Heydenreich<\/p>\n<p>Maria hat versucht, ihren Mann zu Hause zu pflegen. Irgendwann waren die eigenen Grenzen erreicht und die Kr\u00e4fte ersch\u00f6pft. Ihn in ein Pflegeheim \u201eabzuschieben\u201c, kam f\u00fcr sie aber nicht in Frage. \u201eIch will ihn nicht alleine lassen\u201c, sagt die 83-J\u00e4hrige. Seit einigen Monaten lebt sie deshalb gemeinsam mit ihrem Ehemann in einem Zweibettzimmer im Heilig Geist Seniorenzentrum in Fulda. Tag und Nacht ist sie an seiner Seite und h\u00e4lt ihr Versprechen. Sie selbst versucht, nicht in ein tiefes Loch zu fallen, die Krankheit nicht pers\u00f6nlich zu nehmen, sondern sie irgendwie zu verstehen.<\/p>\n<p>Dabei hilft ihr die Demenzangeh\u00f6rigengruppe Fulda, die sich jeden dritten Donnerstag im Monat von 17.30 Uhr bis 19 Uhr im Heilig Geist Seniorenzentrum trifft. Zwischen sechs und zehn Angeh\u00f6rige kommen regelm\u00e4\u00dfig in die Gruppe, die seit 14 Jahren von Diplom-Sozialarbeiter Martin Kersting und Ottmar Kl\u00fcber, Pflegedienstleiter des Heilig Geist, auf ehrenamtlicher Basis moderiert und begleitet wird. \u201eHier k\u00f6nnen die Angeh\u00f6rigen alles aussprechen, was sie belastet, und sich auf einer Ebene unterhalten, auf der sie auch verstanden werden\u201c, wei\u00df Kersting.<\/p>\n<p>Ottmar Kl\u00fcber erg\u00e4nzt. \u201eDie Angeh\u00f6rigen machen emotionale Grenzerfahrungen. Sie bewegen sich zwischen Liebe, Mitleid, Zorn und Wut hin und her. Viele haben ein schlechtes Gewissen, f\u00fchlen sich schuldig und hier in der Gruppe erfahren sie, dass diese Gef\u00fchle ganz normal sind.\u201c<\/p>\n<p>Die emotionalen Achterbahnfahrten kann Erwin, der seit drei Jahren in die Gruppe kommt und seine demenzkranke Frau seit sechs Jahren zu Hause pflegt, best\u00e4tigen. \u201eManchmal ist es unendlich schwer und nicht zum Aushalten. Wenn ich nicht so einen Humor h\u00e4tte, dann w\u00e4re ich schon kaputt\u201c, sagt der 87-J\u00e4hrige. Warum Erwin in die Gruppe kommt? \u201eWeil ich hier reden kann, wie ich denke. Und wenn ich wieder gehe, dann f\u00fchle ich mich erleichtert.\u201c Nicht alleine zu bleiben mit der Demenzerkrankung des Ehepartners oder des Elternteils, sei unendlich wichtig. Angeh\u00f6rige m\u00fcssten sich ihre Inseln schaffen, um nicht irgendwann \u201eauf dem Zahnfleisch\u201c zu gehen &#8211; das wissen alle Beteiligten.<\/p>\n<p>In der Gruppe geht es aber nicht nur um den Austausch pers\u00f6nlicher Erfahrungen und Gef\u00fchle, sondern auch um Hintergrundinformationen und praktische Hilfen. So hat Ottmar Kl\u00fcber, der\u00c2\u00a0 beim letzten Gruppentreffen in den Ruhestand verabschiedet wurde, mit seinem Wissen aus Medizin und Pflege die Gruppe von Anfang an bereichert. In Zukunft wird\u00c2\u00a0 Mechthild Hecker, die selbst einen\u00c2\u00a0 demenzkranken Vater hat, die Co-Leitung und Moderation der Gruppe \u00fcbernehmen. Pflegedienstleiter des Seniorenzentrums wird Daniel Funke.<\/p>\n<p>Die Gruppe w\u00fcnscht sich \u00fcbrigens noch deutlich mehr Mitstreiter wie in fr\u00fcheren Jahren und ermutigt betroffene Angeh\u00f6rige zu den Treffen zu kommen. (Dorit Heydenreich)<\/p>\n<p>*Name von der Redaktion ge\u00e4ndert<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><\/p>\n<p>Heilig Geist Seniorenzentrum, Herr Funke, Telefon (0661)843280 oder 843260, <a href=\"mailto:daniel.funke@klinikum-fulda.de\">daniel.funke@klinikum-fulda.de<\/a><\/p>\n<p>Foto: Ottmar Kl\u00fcber (2.v.li) hat die Demenzangeh\u00f6rigengruppe seit 14 Jahren begleitet und wurde beim letzten Treffen in den Ruhestand verabschiedet. Mechthild Hecker unterst\u00fctzt Martin Kerstin (li.) k\u00fcnftig bei der Leitung und Moderation der Gruppe. Daniel Funke (re.) ist neuer Pflegedienstleiter im Heilig Geist Seniorenzentrum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>G\u00fcnther* und Maria haben sich versprochen, f\u00fcreinander da zu sein \u2013 in guten und schlechten Zeiten, Gesundheit und Krankheit. Bis zum Schluss. 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