{"id":110836,"date":"2013-07-04T00:30:44","date_gmt":"2013-07-04T00:30:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=110836"},"modified":"2013-07-04T08:32:05","modified_gmt":"2013-07-04T08:32:05","slug":"produktionsschule-der-grumel-ggmbh-erhielt-nach-erfolgreicher-zertifizierung-das-qualitatssiegel-qps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=110836","title":{"rendered":"Produktionsschule der Gr\u00fcmel gGmbH erhielt nach  erfolgreicher Zertifizierung das Qualit\u00e4tssiegel QPS"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_110837\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-110837\" class=\"size-thumbnail wp-image-110837\" alt=\"v.l.: Martin Mertens (Bundesverband Produktionsschulen), Anna Hupfeld (Sozialer Dienst, Gr\u00fcmel), Viktoria Braun und Susanne Flamme-Br\u00fcne (Sozialer Dienst Gr\u00fcmel), Tobias Leibold (Werkstattp\u00e4dagoge Gr\u00fcmel)  \" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Gr\u00fcmel-Produktionsschule-Infotag-079-Ausschnitt-265x176.jpg\" width=\"265\" height=\"176\" \/><p id=\"caption-attachment-110837\" class=\"wp-caption-text\">v.l.: Martin Mertens (Bundesverband Produktionsschulen), Anna Hupfeld (Sozialer Dienst, Gr\u00fcmel), Viktoria Braun und Susanne Flamme-Br\u00fcne (Sozialer Dienst Gr\u00fcmel), Tobias Leibold (Werkstattp\u00e4dagoge Gr\u00fcmel)<\/p><\/div>\n<p>Fulda. Die Produktionsschule der Gr\u00fcmel gGmbH hat vom Bundesverband Produktionsschulen das Qualit\u00e4tssiegel QPS verliehen bekommen. Die Einrichtung, die aus den im Oktober 2000 gegr\u00fcndeten Jugendwerkst\u00e4tten Holz und Start des Fuldaer Bildungstr\u00e4gers hervorgegangen ist, hatte sich zu Beginn dieses Jahres f\u00fcr die Zertifizierung beworben. Nach der im April erfolgten Qualit\u00e4tspr\u00fcfung freuen sich nun Gr\u00fcmel-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Matthias Kraft, Werkstattp\u00e4dagoge Tobias Leibold und die betreuenden Sozialp\u00e4dagoginnen Anna Hupfeld, Susanne Flamme-Br\u00fcne und Viktoria Braun ( in Elternzeit) \u00fcber die Anerkennung. Produktionsschulen \u201enach d\u00e4nischem Vorbild\u201c sind Bildungseinrichtungen, die den Lern- und Produktions-prozess nach anerkannten didaktischen Gesichtspunkten gestalten und in denen es in erster Linie um die soziale Integration gesellschaftlicher Gruppen geht.<!--more--><\/p>\n<p>Das Qualit\u00e4tssiegel QPS bescheinigt der Produktionsschule Gr\u00fcmel, dass das erreichte Arbeits- und Entwicklungsniveau bei Gr\u00fcmel den Anforderungen des Bundesverbandes Produktionsschulen entspricht. Dabei geht es um das Miteinander p\u00e4dagogisch gelebter Praxis einer Produktionsschule und den theoretisch formulierten Qualit\u00e4tsstandards in Hinblick auf den Rahmen und die Inhalte einer neuen Form von \u201eSchule\u201c.<\/p>\n<p>Als oberstes Ziel der Produktionsschule nennt Leiter Tobias Leibold die pers\u00f6nliche Stabilisierung der Teilnehmer, die in der Regel zwischen 16 und 23 Jahre alt sind: \u201eZuverl\u00e4ssigkeit, P\u00fcnktlichkeit, Verbindlichkeit und Ausdauer sind wichtige Kompetenzen, die die Jugendlichen f\u00fcr ihren weiteren Lebensweg bei uns erwerben oder festigen sollen. Im praktischen Teil der Holzwerkstatt werden Kenntnisse und F\u00e4higkeiten erworben, die von den jungen Erwachsenen zum Bearbeiten der Kundenauftr\u00e4ge ben\u00f6tigt werden. Hierzu z\u00e4hlen sowohl theoretische Inhalte, als auch handwerkliche Fertigkeiten wie zum Beispiel der Umgang mit Handmaschinen zur Holzbearbeitung.\u201c<\/p>\n<p>In der Holzwerkstatt der Produktionsschule werden einfache Produkte rund um den Werkstoff Holz wie z.B Regale oder einfache M\u00f6bel hergestellt, als Dienstleistung wird zum Beispiel das Aufarbeiten von Gartenm\u00f6beln aus Holz incl. Abhol- und Bringservice angeboten. Mit der Firma BMB-M\u00f6belschreinerei Balzer aus Fulda-Zell besteht\u00c2\u00a0 seit l\u00e4ngerem eine Partnerschaft. Produktionssch\u00fcler k\u00f6nnen dort ein Praktikum absolvieren, zwei Jugendliche sind bereits in Ausbildung \u00fcbernommen worden und auch im Bereich der Kundenauftr\u00e4ge findet ein Austausch statt.<\/p>\n<p>In der Gro\u00dfk\u00fcche des Gr\u00fcmelzentrums und der Gr\u00fcmelw\u00e4scherei als Partnerabteilungen k\u00f6nnen die Produktionssch\u00fcler auch einen anderen fachlichen Schwerpunkt erleben, die p\u00e4dagogische Betreuung erfolgt dann aber weiterhin \u00fcber die Produktionsschule.<\/p>\n<p>Dank finanzieller F\u00f6rderung durch Kreisjobcenter, Europ\u00e4ischen Sozialfonds, Stadt Fulda und Land Hessen kann Gr\u00fcmel zurzeit in der Produktionsschule Holz zw\u00f6lf Pl\u00e4tze anbieten. Die Jugendlichen sind jeden Tag in der Einrichtung \u2013 insgesamt 35 Stunden pro Woche. In den teilweise verpflichtenden Pausen wird regelm\u00e4\u00dfig zusammen mit der Werkstattleitung und den beiden P\u00e4dagoginnen, die sich dort eine Stelle teilen, gefr\u00fchst\u00fcckt. Abwechselnd sind immer jeweils zwei Jugendliche f\u00fcr Organisation und Durchf\u00fchrung des Fr\u00fchst\u00fccks verantwortlich. Zus\u00e4tzlich zum Werkstattalltag gibt es St\u00fctzunterricht in Deutsch, Mathematik und EDV sowie sozialp\u00e4dagogische Angebote, wie z.B Bewerbungstraining, Pr\u00e4ventionsarbeit, Teamtraining und auch Sport.<\/p>\n<p>Nach der Stabilisierungs- und Orientierungsphase lotet das Produktionsschul-Team mit den Jugendlichen ihre M\u00f6glichkeiten aus und legt weitere Ziele fest: beispielsweise die Teilnahme an einer weiterf\u00fchrenden Ma\u00dfnahme, bei der sie den Hauptschulabschluss nachholen k\u00f6nnen, oder die Vermittlung in Arbeit oder im besten Fall in eine Ausbildung. \u201eDurch verschiedene Angebote und Rituale wie gemeinsame Mahlzeiten, Geburtstagsfeiern, Verabschiedungen, Morgen- und Abschlussrunden sowie kulturelle Angebote \u2013 etwa ein Besuch im \u201eWortreich\u201c in Bad Hersfeld \u2013 werden den Jugendlichen Strukturen gegeben, die ihnen ein St\u00fcck Heimat vermitteln sollen\u201c, sagt Tobias Leibold.<\/p>\n<p>Bei seiner Arbeit geht es ihm nur am Rande darum, Jugendliche f\u00fcr eine Ausbildung zum Schreiner zu gewinnen \u2013 wenngleich \u00fcber die Jahre gesehen der Anteil der Teilnehmenden, die anschlie\u00dfend eine Holzausbildung absolvierten, zwischen 15 und 20 Prozent\u00c2\u00a0 lag. Der Werkstattleiter erkl\u00e4rt: \u201eDie Arbeit mit Holz ist eher ein Mittel zum Erreichen unserer Ziele. Wichtiger ist, dass die Produktionssch\u00fcler \u00fcber die Durchf\u00fchrung realer, das hei\u00dft bezahlter Kundenauftr\u00e4ge eine Wertsch\u00e4tzung ihrer Arbeit erfahren, dadurch ihr Selbstwertgef\u00fchl gest\u00e4rkt wird und damit auch ihre Motivation steigt, ihre momentane Situation zu verbessern.\u201c<\/p>\n<p>Die Idee, die Jugendwerkst\u00e4tten\u00c2\u00a0 in eine Produktionsschule \u00fcbergehen zu lassen, existierte bei Gr\u00fcmel schon einige Jahre. Konkreter wurde sie, als Tobias Leibold im Sommer 2011 eine 18-monatige Fortbildung zum Produktionsschulp\u00e4dagogen abschloss. Gr\u00fcmel-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Matthias Kraft erkl\u00e4rt: \u201eAls der Bundesverband Produktionsschulen dann ein Zertifizierungsverfahren f\u00fcr Produktionsschulen entwickelte, entschlossen wir uns im Sommer 2012, diese Zertifizierung anzustreben und die Jugendwerkst\u00e4tten in eine Produktionsschule umzuwandeln. Seit Sommer 2012 haben wir einen 30-seitigen Selbstreport erstellt, den wir im Anschluss an die offizielle Bewerbung den\u00c2\u00a0 Pr\u00fcfern im M\u00e4rz 2013 vorlegten, um dann im April im Rahmen eines zweit\u00e4gigen Audits das Zertifizierungsverfahren zu durchlaufen.\u201c<\/p>\n<p>Und das mit gro\u00dfem Erfolg. Tobias Leibold erl\u00e4utert:\u00c2\u00a0 \u201eVon 33 beschriebenen Kriterien zur Zertifizierung wie beispielsweise Verbindung der Lern- und Arbeitsprozesse, Qualifizierungsbausteine, Regeln und Rituale wurden 32 von uns erf\u00fcllt, 24 w\u00e4ren n\u00f6tig gewesen.\u201c Lediglich die fehlende M\u00f6glichkeit, den Hauptschulabschluss intern in der Produktionsschule zu erlangen, habe Gr\u00fcmel einen Punkt gekostet. Wegen der geringen Platzzahl von zw\u00f6lf Teilnehmern sei eine interne Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss aber finanziell nicht durchf\u00fchrbar.<\/p>\n<p>Der Werkstattleiter freut sich \u00fcber erfolgreiche Zertifizierung und die k\u00fcnftige Arbeit mit seinem Team und den jungen Erwachsenen in der Produktionsschule, die im Gr\u00fcmel-Zentrum in der Steubenalle 6 untergebracht ist: \u201eWenn es uns gelingt, den Kundenauftrag zum Auftrag der Jugendlichen zu machen und wir ihnen gleichzeitig ein St\u00fcck Heimat bieten k\u00f6nnen, dann haben wir fast schon gewonnen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Die Produktionsschule der Gr\u00fcmel gGmbH hat vom Bundesverband Produktionsschulen das Qualit\u00e4tssiegel QPS verliehen bekommen. 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