{"id":110622,"date":"2013-06-29T00:10:14","date_gmt":"2013-06-29T00:10:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=110622"},"modified":"2013-06-29T08:34:10","modified_gmt":"2013-06-29T08:34:10","slug":"vier-kobolde-bringen-kinderaugen-zum-leuchten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=110622","title":{"rendered":"Vier Kobolde bringen Kinderaugen zum Leuchten"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-110623\" alt=\"Papilio-Tour_Fulda_130628\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Papilio-Tour_Fulda_130628.jpg\" width=\"560\" height=\"397\" \/><\/p>\n<p>Fulda. Vier Kobolde, ein kleines M\u00e4dchen und eine Handvoll Puppenspieler. Viel mehr brauchte es nicht, um im Evangelischen Zentrum Haus Oranien viele Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Was dahinter steckte? Die Augsburger Puppenkiste mit ihrem St\u00fcck \u201ePaula und die Kistenkobolde\u201c und das vielfach bew\u00e4hrte Pr\u00e4ventionsprogramm Papilio. Es wird von der AOK Hessen, der Hessischen Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen e.V. (HLS) und den hessischen Fachstellen f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention, die sich \u00fcberwiegend in Tr\u00e4gerschaft der freien Wohlfahrtspflege befinden, umgesetzt. Landesweit steht Papilio unter der Schirmherrschaft von Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner.<!--more--><\/p>\n<p>Papilio richtet sich an Kinder im Kindergartenalter, vermindert \u2013 wissenschaftlich nachgewiesen \u2013 erste Verhaltensauff\u00e4lligkeiten und st\u00e4rkt sozial-emotionale Kompetenzen. So kann Sucht- und Gewalttendenzen in sp\u00e4teren Jahren fr\u00fchzeitig vorgebeugt werden. Der besondere Clou: Die Geschichte von \u201ePaula und den Kistenkobolden\u201c hilft den Drei- bis Siebenj\u00e4hrigen spielerisch, ihre eigenen Gef\u00fchle und die Gef\u00fchle anderer kennenzulernen und angemessen mit ihnen umzugehen. Wichtig: Das St\u00fcck ist nur ein kleiner Teil von Papilio, weitere Ma\u00dfnahmen kommen noch hinzu.<\/p>\n<p>\u201ePr\u00e4vention ist eine der wesentlichen Voraussetzungen f\u00fcr das positive gesellschaftliche Zusammenleben. Gerade von Anfang an \u2013 zum Beispiel im Kindergarten \u2013 erh\u00e4lt diese Aufgabe eine besondere p\u00e4dagogische Bedeutung. Papilio ist deshalb vorz\u00fcglich geeignet, um rechtzeitig sozial-emotionale Kompetenzen wie Einf\u00fchlverm\u00f6gen zu erlernen\u201c, \u00e4u\u00dferte sich Fuldas B\u00fcrgermeister Wolfgang Dippel.<\/p>\n<p><b>60 Erzieherinnen in Papilio geschult<\/b><\/p>\n<p>Tina Wienr\u00f6der von der Fachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention begr\u00fc\u00dft besonders den ganzheitlichen Ansatz des Programms: \u201eEs geht nicht alleine um kindorientierte Ma\u00dfnahmen, sondern auch um das Erziehungsverhalten der Kita-Mitarbeiterinnen. Selbst die Eltern werden aktiv mit einbezogen. In der Ausbildung wird sehr viel Wert auf Selbstreflexion gelegt, das gesamte Team geschult.\u201c Das Programm wird im Landkreis seit 2006 und in der Stadt Fulda seit 2009 umgesetzt. Insgesamt sind bereits 60 Erzieherinnen und neun Einrichtungen geschult bzw. zertifiziert, rund 1.200 Kinder wurden direkt erreicht. Und dabei soll es nicht bleiben: \u201eMein Ziel ist es, so viele Kinder wie m\u00f6glich mit Paula und den Kistenkobolden in Ber\u00fchrung zu bringen. Interessierte Kitas k\u00f6nnen sich gerne bei mir melden. F\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte ist au\u00dferdem eine Papilio-Fortbildungsreihe in Kooperation mit der Fachstelle im Vogelsberg geplant\u201c, sagt Wienr\u00f6der.<\/p>\n<p><b>Hessisches Sozialministerium unterst\u00fctzt die Pr\u00e4ventionsstrukturen vor Ort<\/b><\/p>\n<p>Nach der Modellphase in Bayern ab 2006 hat Hessen als erstes Bundesland Papilio eingef\u00fchrt. Hessenweit wurden im Rahmen des Programms 1.500 Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet und \u00fcber 26.000 Kinder erreicht. Dass dieses gute Ergebnis erzielt werden konnte, liegt an den bew\u00e4hrten Strukturen f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention in Hessen. \u201eIn jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt existiert eine Fachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention, die zur H\u00e4lfte durch das Hessische Sozialministerium gef\u00f6rdert wird\u201c, so der Hessische Sozialminister, Stefan Gr\u00fcttner. Diese Struktur ist f\u00fcr das fl\u00e4chendeckende Angebot von Papilio eine wichtige Voraussetzung.<\/p>\n<p><b>AOK zahlt fast eine Million f\u00fcr Papilio<\/b><\/p>\n<p>Hubert M\u00f6ller, AOK-Chef in Stadt und Kreis Fulda, freut sich \u00fcber die guten Zahlen: \u201eGute Konzepte zahlen sich aus, das sieht man hier einmal mehr. Und das Team, das hinter Papilio steht, leistet seit Jahren exzellente Arbeit. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich mich als Vertreter des gr\u00f6\u00dften Geldgebers ausdr\u00fccklich bedanken.\u201c Die AOK Hessen hat bis 2013 fast eine Million Euro f\u00fcr Papilio in die Hand genommen. Alleine in diesem Jahr finanziert die Gesundheitskasse, die sich das Thema Pr\u00e4vention auf die Fahnen geschrieben hat, das Programm mit 150.000 Euro.<\/p>\n<p><b>Erster Vollrausch mit 16<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr die Hessische Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen (HLS) setzt Papilio an der genau richtigen Stelle an: \u201eIm Durchschnitt greifen hessische Jugendliche mit 14 Jahren zur Zigarette und haben ihren ersten Alkoholrausch mit 16 Jahren. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir, dass man dieser Entwicklung entgegenwirken kann: und dies bereits im Kindergartenalter. Papilio-Kinder reduzieren nachweislich ihre Verhaltensauff\u00e4lligkeiten st\u00e4rker und entwickeln ihre sozialen F\u00e4higkeiten ausgepr\u00e4gter als andere Gleichaltrige\u201c, so Regina Sahl von der HLS.<\/p>\n<p>Entwickelt und wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcft wurde das Programm in Augsburg. Gemeinsam mit der Augsburger Puppenkiste veranstaltet das Sozialunternehmen Papilio e.V. jene bundesweite Aufkl\u00e4rungskampagne, die Papilio jetzt auch nach Fulda gef\u00fchrt hat. Heidrun Mayer, gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Vorsitzende von Papilio, zu den bisherigen Erfahrungswerten: \u201eIn einer mehrj\u00e4hrigen Studie mit 100 Erzieherinnen, 700 Kindern und 1.200 Eltern wurde Papilio auf seine Wirksamkeit und Machbarkeit mit positivem Ergebnis untersucht.\u201c Die bundesweite Verbreitung von Papilio wird von der Robert-Bosch-Stiftung und der gemeinn\u00fctzigen Auridis GmbH gef\u00f6rdert, Schirmherr ist der Publizist Ulrich Wickert.<\/p>\n<p>N\u00e4heres zu Papilio und den Kistenkobolden gibt\u00e2\u20ac\u2122s im Internet unter <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.papilio.de\/\">www.papilio.de<\/a><\/span>. An Fortbildungen interessierte Erzieherinnen k\u00f6nnen sich au\u00dferdem an die Fachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention wenden:<\/p>\n<p>Tina Wienr\u00f6der<br \/>\nDiakonie Fulda<br \/>\nFachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention<br \/>\nTelefon: 0661\/8388-219<br \/>\nE-Mail: Wienroeder@Diakonie-Fulda.de<\/p>\n<p>Foto von links: Regina Sahl (Hessische Landesstelle f\u00fcr Suchtfragen), Wolfgang Weiser (Papilio-Trainer, Fachstelle f\u00fcr Pr\u00e4vention im Vogelsbergkreis), Heidrun Mayer (gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Vorsitzende Papilio e.V.), Hubert M\u00f6ller (AOK Fulda) und Tina Wienr\u00f6der (Papilio-Trainerin, Fachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention der Diakonie Fulda). Bild: Papilio<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Vier Kobolde, ein kleines M\u00e4dchen und eine Handvoll Puppenspieler. Viel mehr brauchte es nicht, um im Evangelischen Zentrum Haus Oranien viele Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. 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