{"id":110405,"date":"2013-06-21T00:15:29","date_gmt":"2013-06-21T00:15:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=110405"},"modified":"2013-06-21T07:27:55","modified_gmt":"2013-06-21T07:27:55","slug":"hessischer-preis-flucht-vertreibung-eingliederung-beim-hessentag-in-kassel-verliehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=110405","title":{"rendered":"Hessischer Preis \u201eFlucht, Vertreibung, Eingliederung\u201c beim Hessentag in Kassel verliehen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_110406\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-110406\" class=\"size-thumbnail wp-image-110406\" alt=\"Bei der Preisverleihung von links: Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier, Herr Gerhard K\u00f6nig und Frau Petra Hannig von der Patenschaftsstelle \u201eOstdeutsches Lied\u201c, Herr B\u00fcrgermeister Manfred Wagner aus Wetzlar, Herr Dr. Wendelin Mangold, Frau Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf und Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/2013_06_19_Preisverleihung_Hessentag2-265x198.jpg\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/2013_06_19_Preisverleihung_Hessentag2-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/2013_06_19_Preisverleihung_Hessentag2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><p id=\"caption-attachment-110406\" class=\"wp-caption-text\">Bei der Preisverleihung von links: Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier, Herr Gerhard K\u00f6nig und Frau Petra Hannig von der Patenschaftsstelle \u201eOstdeutsches Lied\u201c, Herr B\u00fcrgermeister Manfred Wagner aus Wetzlar, Herr Dr. Wendelin Mangold, Frau Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf und Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner<\/p><\/div>\n<p>Kassel. Zum zweiten Mal wurde der Hessische Preis \u201eFlucht, Vertreibung, Eingliederung\u201c von der Hessischen Landesregierung ausgelobt und beim Brauchtumsnachmittag des Bundes der Vertriebenen anl\u00e4sslich des Hessentages in Kassel durch Herrn Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner verliehen. Der Preis ist mit 7.500 \u00e2\u201a\u00ac dotiert und zeichnet Arbeiten im thematischen Zusammenhang mit der Vertreibung und Aussiedlung von Deutschen sowie der deutschen Kultur der Vertreibungsgebiete aus. In diesem Jahr wurde der Preis wegen der besonderen geschichtlichen Verkn\u00fcpfung zwischen dem Land Hessen und den Wolgadeutschen anl\u00e4sslich des 250-j\u00e4hrigen Gedenkens der Auswanderung nach Russland unter das Thema \u201eHessen und die Russlanddeutschen\u201c gestellt.<!--more--><\/p>\n<p>Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner f\u00fchrte in die Verleihung des Preises ein und stellte fest, dass mit dem Preis der hohe geschichtliche Stellenwert der im Jahr 1950 verabschiedeten Charta der deutschen Heimatvertriebenen hervorgehoben werden soll. Auch heute sei die Charta ein gro\u00dfes Friedensdokument und eine herausragende Leistung der deutschen Heimatvertriebenen. Im Hinblick auf den ausdr\u00fccklichen Gewaltverzicht wurde die Charta im In- und Ausland als klares Zeichen der Vers\u00f6hnung anerkannt. Auch \u00fcber 60 Jahre nach der Unterzeichnung stelle die Charta einen Meilenstein deutscher und europ\u00e4ischer Geschichte dar. Au\u00dferdem habe sie den Grundstein f\u00fcr die Gestaltung einer gemeinsamen europ\u00e4ischen Zukunft gelegt. Rund ein Drittel aller in Hessen lebenden B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger habe entweder Flucht oder Vertreibung selbst erlebt, sei durch das Schicksal der n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen betroffen oder lebe als Sp\u00e4taussieder hier. Insoweit sei es konsequent gewesen, die Erinnerung an die Leistungen der Vertriebenen \u00fcber die Vergabe des Preises wach zu halten.<\/p>\n<p>Die Geschichte Hessens sei mit dem Schicksal eines gro\u00dfen Teils der Russlanddeutschen eng verkn\u00fcpft. Im Jahr 2013 sei es 250 Jahre her, dass Zarin Katharina II. das Einladungsmanifest verabschiedete. Dieses Jubil\u00e4um solle mit dem Preis in diesem Jahr besonders gew\u00fcrdigt werden. Etwa 20.000 Auswanderer aus Hessen seien seinerzeit dem Ruf der Zarin gefolgt. Infolge der Ver\u00e4nderungen in der ehemaligen Sowjetunion zum Ende des letzten Jahrhunderts seien viele Nachkommen wieder nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p>\u201eIch freue mich, dass mit 51 Bewerbungen exakt die gleiche Zahl erreicht wurde wie vor zwei Jahren. Die Jury hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, da viele preisw\u00fcrdige Vorschl\u00e4ge eingereicht wurden. Ich danke allen Personen und Institutionen, die sich an dem Preis beteiligt haben. Mein besonderer Dank richtet sich an den ersten Preistr\u00e4ger Dr. Wendelin Mangold (5.000 \u00e2\u201a\u00ac) f\u00fcr sein literarisches Wirken und an den zweiten Preistr\u00e4ger die Stadt Wetzlar (2.500 \u00e2\u201a\u00ac) f\u00fcr die \u00dcbernahme der \u201ePatenschaft f\u00fcr das Ostdeutsche Lied\u201c, so Sozialminister Gr\u00fcttner.<\/p>\n<p>Die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, stellte in ihrer Laudatio zun\u00e4chst den ersten Preistr\u00e4ger Dr. Wendelin Mangold vor. Die Jury habe den Preis einstimmig Herrn Dr. Mangold sowohl f\u00fcr die Tragikom\u00f6die \u201eVom Schicksal gezeichnet und geadelt\u201c als auch f\u00fcr sein gesamtes schriftstellerisches Werk und seine Leistungen auf dem Gebiet der Integration seiner Landsleute verliehen. Er habe sich l\u00e4ngst weit \u00fcber den Kreis der Russlanddeutschen hinaus als literarische Instanz etabliert. Wie kaum ein anderer Autor sei er mit der politischen und literarischen, mit der theologischen und philosophischen Geschichte der Deutschen aus Russland vertraut.<\/p>\n<p>Das Theaterst\u00fcck \u201eVom Schicksal gezeichnet und geadelt\u201c stelle die 250-j\u00e4hrige Geschichte der Deutschen aus dem Wolgagebiet nach \u2013 von der Anwerbung in B\u00fcdingen zur Ansiedlung an der Wolga bis zur Verschleppung nach Sibirien und dem schwierigen Anfang in der neuen Heimat. Das Theaterst\u00fcck zeige auf originelle Weise, dass man sich der schwierigen Problematik mit einem weinenden aber auch lachenden Auge n\u00e4hern kann. Es sei besonders als Arbeitsmaterial den Schulen zu empfehlen. Mit dem Preis ebenfalls gew\u00fcrdigt werde das gesamte schriftstellerische Wirken von Herrn Dr. Wendelin Mangold und seine soziale Arbeit bei der Integration seiner Landsleute. \u201eHerr Dr. Wendelin Mangold ist auf Grund seines Lebenswerkes und seines unerm\u00fcdlichen Wirkens ein herausragender Preistr\u00e4ger\u201c, so die Landesbeauftragte.<\/p>\n<p>In ihrer Laudatio zum zweiten Preistr\u00e4ger, der Stadt Wetzlar, w\u00fcrdigte die Landesbeauftragte die \u00dcbernahme der \u201ePatenschaft f\u00fcr das Ostdeutsche Lied\u201c vor \u00fcber 50 Jahren. In Wetzlar werde eine dauerhafte Kulturarbeit geleistet und eine au\u00dferordentliche Leistung f\u00fcr die Erhaltung des ostdeutschen Kulturgutes erbracht. In der Patenschaftstelle seien inzwischen ca. 1.800 Liederb\u00fccher und ca. 1.500 Liederbl\u00e4tter gesammelt worden. Die elektronische Lieddatei enthalte mittlerweile ca. 65.000 Eintr\u00e4ge. Bei einem nicht unwesentlichen Teil der Lieder handele es sich um das Liedgut der Russlanddeutschen. Damit werde das diesj\u00e4hrige Thema des Preises im besonderen Ma\u00dfe getroffen. \u201eDiese Sachpatenschaft ist einmalig und beispielhaft in Hessen und ganz Deutschland und hat somit die Auszeichnung verdient\u201c, so Frau Ziegler-Raschdorf am Ende der Laudatio.<\/p>\n<p>Herr Dr. Wendelin Mangold bedankte sich f\u00fcr den Preis bei allen, die ihn unterst\u00fctzt haben. Es sei ihm eine Ehre, den Preis entgegenzunehmen, denn damit sei seine Volksgruppe gemeint, die er repr\u00e4sentiere. Er dankte weiterhin der Hessischen Landesregierung, der Landesbeauftragten f\u00fcr Heimatvertriebene und Sp\u00e4taussiedler, und dem Bund der Vertriebenen, dass diesmal der Preis an einen Russlanddeutschen vergeben worden sei.<\/p>\n<p>Herr B\u00fcrgermeister Wagner von der Stadt Wetzlar erinnerte in seiner Dankesrede daran, dass rund 3.000 Heimatvertriebene nach dem Krieg in Wetzlar Aufnahme gefunden h\u00e4tten. Die Preisverleihung sei f\u00fcr alle Beteiligten Motivation, die Arbeit der Patenschaft fortzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Kassel. Zum zweiten Mal wurde der Hessische Preis \u201eFlucht, Vertreibung, Eingliederung\u201c von der Hessischen Landesregierung ausgelobt und beim Brauchtumsnachmittag des Bundes der Vertriebenen anl\u00e4sslich des Hessentages in Kassel durch Herrn Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner verliehen. 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