{"id":110044,"date":"2013-06-12T00:22:45","date_gmt":"2013-06-12T00:22:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=110044"},"modified":"2013-06-12T07:31:31","modified_gmt":"2013-06-12T07:31:31","slug":"heimattiergarten-neuenberg-e-v-ist-kooperationspartner-des-awo-berufsbildungsprojektes-artemis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=110044","title":{"rendered":"Heimattiergarten Neuenberg e.V, ist Kooperationspartner des AWO-Berufsbildungsprojektes \u201eArtemis\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-110046\" alt=\"263-Heimattiergartenprojekt 2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/263-Heimattiergartenprojekt-2-265x175.jpg\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/263-Heimattiergartenprojekt-2-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/263-Heimattiergartenprojekt-2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Fulda. In unseren W\u00e4ldern sind die als Sch\u00e4dlinge verschrienen Waschb\u00e4ren nicht gern gesehen. Der possierliche Waschb\u00e4r im Heimattiergarten Neuenberg e.V. jedoch erfreut die Besucher und er ist \u2013 neben der Eule \u2013 das Lieblingstier der 17-j\u00e4hrigen Natascha. Gerade ist das M\u00e4dchen dabei, gemeinsam mit der zwei Jahre \u00e4lteren Vanessa einen Misthaufen zu versetzen, um einen Abfluss frei zu r\u00e4umen. Ihr Muskelkater erinnert die beiden Teilnehmerinnen des AWO-Berufsbildungsprojektes \u201eArtemis\u201c daran, dass sie auch schon die Tage vorher mit dieser anstrengenden Aufgabe besch\u00e4ftigt waren.<!--more--><\/p>\n<p>Zuvor haben sie an diesem Morgen die ihnen anvertrauten Tiere gef\u00fcttert und die Gehege gekehrt. \u201eArtemis\u201c wurde 2008 von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Pendant zu \u201eLohn und Brot\u201c ins Leben gerufen, um auch benachteiligte junge Frauen zu erreichen: Es geht darum, Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen durch intensive sozialp\u00e4dagogische Betreuung f\u00fcr eine Ausbildung oder den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Dazu geh\u00f6rt auch die Anleitung zu Selbstst\u00e4ndigkeit im Alltag.\u00c2\u00a0 Zehn Ma\u00dfnahmenpl\u00e4tze f\u00f6rdert das Kreisjobcenter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-110045\" alt=\"263-Heimattiergartenprojekt 1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/263-Heimattiergartenprojekt-1-265x175.jpg\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/263-Heimattiergartenprojekt-1-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/263-Heimattiergartenprojekt-1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>\u201eDie tiergest\u00fctzte P\u00e4dagogik hilft, die oft sehr verschlossenen M\u00e4dels zu erreichen\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiterin Heidi Sarritzu. \u201eDie Tiere sind unvoreingenommen und achten nicht auf Aussehen oder Nationalit\u00e4t.&#8221; Auf Aggressivit\u00e4t dagegen reagierten die Tiere sensibel und signalisierten den M\u00e4dchen sofort, wenn ein ruhigeres Auftreten erforderlich w\u00e4re. Ein guter Weg, um in die Sorgen und N\u00f6te der Teilnehmerinnen eingeweiht zu werden, sei das gemeinsame Arbeiten. \u201eDann sind wir drei Betreuer nicht mehr Chefs, sondern Kollegen.\u201c<\/p>\n<p>Arbeit gibt es genug in dem Tiergarten, der von Ehrenamtlichen in Form eines Vereins getragen wird. Deshalb bedeutet die Kooperation mit der AWO eine Entlastung f\u00fcr die 150 Mitglieder. Dass ihre Arbeit gesch\u00e4tzt wird, erfahren die jungen Frauen auch immer wieder von Besuchern. \u201eDiese Wertsch\u00e4tzung ist sehr wichtig, um das Selbstbewusstsein aufzubauen.\u201c Dieses bilde die Grundlage f\u00fcr alle weiteren Kompetenzen, die im Laufe der Ma\u00dfnahme gelernt werden sollen. \u201eNicht gleich den Kopf in den Sand stecken\u201c, geh\u00f6re dazu, listet Heidi Sarritzu mit Blick auf den Vogel Strau\u00df in seinem Gehege auf. Neben der Frustrationstoleranz solle auch die Eigenmotivation erh\u00f6ht werden. Die Regeln und Konsequenzen bei Verst\u00f6\u00dfen haben sich die Jugendlichen selbst erarbeitet.<\/p>\n<p>Typische \u201eM\u00e4nnerarbeiten\u201c lernen die jungen Frauen anhand der immer wieder anfallenden Reparaturen im Tiergarten kennen. Dies inspirierte Teilnehmerinnen schon zu Praktika in Schreinereien.\u00c2\u00a0 Sozialp\u00e4dagoge Karsten Siebert ist sowohl bei Artemis als auch bei Lohn und Brot als Betreuer t\u00e4tig. \u201eMit den Jungs muss man direkter sein, bei den M\u00e4dchen vorsichtiger mit dem, was man sagt\u201c, lautet seine Erfahrung. Trotzdem werden die Teilnehmerinnen nicht mit Samthandschuhen angefasst. \u201eBei uns werden die M\u00e4dels mobilisiert und bekommen richtig Muckis\u201c, erkl\u00e4rt Sarritzu. Dies wiederum sei vorteilhaft f\u00fcr eine gesunde K\u00f6rperwahrnehmung, die bei vielen von ihnen gest\u00f6rt sei.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt solle ein positives Geschlechterbild vermittelt werden, worauf auch die Bezeichnung \u201eArtemis\u201c anspielt: Artemis als griechische G\u00f6ttin der Jagd galt als Besch\u00fctzerin der Frauen und Kinder (auch der Tierkinder) und war neben ihrer F\u00fcrsorglichkeit zugleich wehrhaft und k\u00e4mpferisch. Den zu Beginn der Arbeit endlos erscheinenden \u201eKampf\u201c gegen den Misthaufen haben Natascha und Vanessa mit Unterst\u00fctzung der anderen jungen Frauen jedenfalls am Ende gewonnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.awo-fulda.de\">www.awo-fulda.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. In unseren W\u00e4ldern sind die als Sch\u00e4dlinge verschrienen Waschb\u00e4ren nicht gern gesehen. 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