{"id":109726,"date":"2013-06-04T08:58:04","date_gmt":"2013-06-04T08:58:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=109726"},"modified":"2013-06-06T08:44:25","modified_gmt":"2013-06-06T08:44:25","slug":"deutsche-kinderpalliativstiftung-gegrundet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=109726","title":{"rendered":"Deutsche KinderPalliativStiftung gegr\u00fcndet"},"content":{"rendered":"<p><b>Fulda<\/b>. \u00c2\u00a0Nun ist es amtlich: Die Gr\u00fcnder der Deutschen PalliativStiftung (DPS) mit Sitz in Fulda haben die Deutsche KinderPalliativStiftung ins Leben gerufen. Daf\u00fcr hat die Stiftungsaufsicht in Kassel nun im Mai gr\u00fcnes Licht gegeben. Ziel der neuen Stiftung ist es, die Versorgungstrukturen der Hospizarbeit und Palliativversorgung f\u00fcr Kinder und Jugendliche in Deutschland st\u00e4rker auszubauen und das bisherige Nischenfach bekannter zu machen. \u201eDa wir acht Gr\u00fcnder der DPS uns fast alle bei einem Kurs f\u00fcr Kinderpalliativversorgung in Datteln kennengelernt haben, war die Stiftungsarbeit von Beginn an sehr auf die Palliativarbeit mit Kindern ausgerichtet\u201c, erkl\u00e4rt Vorstandsvorsitzender Thomas Sitte (Foto li.). So hat die DPS in den ersten drei Jahren ihres Bestehens diverse F\u00f6rderantr\u00e4ge bewilligt, die mit Kindern zu tun haben, hat verschiedene Einzelfallhilfen f\u00fcr schwerstkranke Kinder genehmigt und will nun gezielt den Strukturaufbau der ambulanten Kinderpalliativversorgung vorantreiben.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-109728\" alt=\"Thomas Sitte\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Thomas-Sitte-265x397.jpg\" width=\"265\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Thomas-Sitte-265x397.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Thomas-Sitte-176x265.jpg 176w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Thomas-Sitte-400x600.jpg 400w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Thomas-Sitte.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-109727\" alt=\"Prof. Dr. Boris Zernikow\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Prof.-Dr.-Boris-Zernikow-265x408.jpg\" width=\"258\" height=\"396\" \/>\u00c2\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>\u201eDaher erschien es uns nur folgerichtig, unsere T\u00e4tigkeiten in diesem Bereich in einer separaten Stiftung zu b\u00fcndeln, ohne in der Intensit\u00e4t der bisherigen Arbeit der DPS nachzulassen\u201c, betont Sitte, der mit seinem DPS-Vorstandsteam nun auch die KinderPalliativStiftung verwaltet. Nach Auskunft von Prof. Dr. Boris Zernikow (Foto re.), Chefarzt des Kinderpalliativzentrums Datteln und Stiftungsrat der Deutschen PalliativStiftung, leiden Hochrechnungen zufolge etwa 60.000 Kinder in Deutschland an lebensbedrohlichen und lebenslimitierenden Krankheiten. 1.500 bis 3.000 Kinder sterben j\u00e4hrlich an ihrer chronischen Erkrankung, etwa 600 von ihnen an Krebs.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Problem in der derzeitigen h\u00e4uslichen Versorgung ist nach Angaben von Stiftungsvorstand Sitte, dass f\u00fcr vergleichsweise wenige Patienten eine gro\u00dfe Zahl an Versorgenden bereitgehalten werden muss, die Wege sehr weit sind und die Kosten\u00fcbernahme seitens der Krankenkassen oft nicht gew\u00e4hrleistet ist. \u201eEin Palliative-Care-Team f\u00fcr Kinder hat in der Regel ein Versorgungsgebiet mit einem Durchmesser von 120 Kilometer. Bei entsprechenden Teams f\u00fcr Erwachsene liegt der Durchmesser meist bei 70 Kilometern. Zudem gibt es beim Krankheitsspektrum oder der Symptompr\u00e4sentation zahlreiche Besonderheiten im Vergleich zu erwachsenen Palliativpatienten.\u201c<\/p>\n<p>Vor allen Dingen wegen der enormen Probleme bei der Kosten\u00fcbernahme der Leistungen hapert es noch bei einer fl\u00e4chendeckenden ambulanten Versorgung von Kindern mit lebensverk\u00fcrzenden Krankheiten, obwohl diese wie alle Bundesb\u00fcrger seit 2007 einen gesetzlich verankerten Anspruch darauf haben, zu Hause angemessen betreut sterben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Prof. Zernikow mahnt daher eindringlich: \u201eZwar haben wir nach wie vor noch etliche Gebiete in Deutschland, die noch nicht versorgt sind. Aber ich sehe auch den Status quo in gro\u00dfer Gefahr. Ich f\u00fcrchte, dass aufgrund der extrem unsicheren Finanzierung auch die bereits versorgten Gebiete maximal gef\u00e4hrdet sind.\u201c Der Palliativmediziner f\u00fcgt hinzu: \u201eBis auf das Team in Dresden sind alle SAPV-Teams f\u00fcr Kinder und Jugendliche extrem spendenabh\u00e4ngig. Niemand kann ohne verl\u00e4ssliche Finanzierung entfristete Arbeitsvertr\u00e4ge vergeben. F\u00fcr eine nachhaltige, fl\u00e4chendeckende Versorgung ist dies jedoch unabdingbar.\u201c<\/p>\n<p>Doch noch sind die Versorgungsl\u00fccken gro\u00df: So hat beispielsweise in Hessen erst im M\u00e4rz 2012 ein SAPV-Team f\u00fcr Kinder und Jugendlich seine Arbeit aufgenommen, und zwar das PalliativTeam Frankfurt Gemeinn\u00fctzige GmbH. Zwei weitere Teams sind im Aufbau: in Kassel und in Gie\u00dfen. Bei beiden sind jedoch noch die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen im Gange. Da sich diese beiden hessischen Teams noch im Strukturaufbau befinden, organisiert \u00fcbergangsweise die Deutsche KinderPalliativStiftung die ambulante Palliativversorgung eines kleinen Jungen im Raum Fulda, der an einer schweren Nervenkrankheit leidet.<\/p>\n<p>Nach Auskunft von Zernikow ben\u00f6tige man f\u00fcr eine fl\u00e4chendeckende Versorgung in Deutschland etwa 30 SAPV-Teams f\u00fcr Kinder, 14 haben bereits die Arbeit aufgenommen. Ein weiteres Hauptanliegen der neu gegr\u00fcndeten Stiftung ist es, die Finanzierung des im deutschsprachigen Raum einzigen Kinderpalliativkongresses \u201eDattelner Kinderschmerztage\u201c, der alle zwei Jahre in Recklinghausen stattfindet, langfristig zu sichern. \u201eDieser Kongress ist eine hervorragende Mischung aus Theorie und Praxis. Zum einen liefert er ein wissenschaftliches Fundament f\u00fcr unsere Arbeit, zum anderen ist er wichtig, um Menschen f\u00fcr diese Arbeit zu begeistern, um den in der Kinderpalliativversorgung T\u00e4tigen die M\u00f6glichkeit zu geben, sich \u00fcber die Arbeit auszutauschen und Menschen fortzubilden\u201c, erkl\u00e4rt Zernikow.<\/p>\n<p>Deutsche KinderPalliativStiftung<br \/>\nDeutsche Bank<br \/>\nSpendenkonto 35 33 00<br \/>\nBLZ 100 700 00<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. \u00c2\u00a0Nun ist es amtlich: Die Gr\u00fcnder der Deutschen PalliativStiftung (DPS) mit Sitz in Fulda haben die Deutsche KinderPalliativStiftung ins Leben gerufen. Daf\u00fcr hat die Stiftungsaufsicht in Kassel nun im Mai gr\u00fcnes Licht gegeben. 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