{"id":107735,"date":"2013-04-04T00:09:13","date_gmt":"2013-04-04T00:09:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=107735"},"modified":"2013-04-03T15:32:10","modified_gmt":"2013-04-03T15:32:10","slug":"die-bekassine-vogel-des-jahres-2013-bestande-des-wiesenvogels-sind-dramatisch-zuruckgegangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=107735","title":{"rendered":"Die Bekassine \u2013 Vogel des Jahres 2013 &#8211; Best\u00e4nde des Wiesenvogels sind dramatisch zur\u00fcckgegangen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-107736\" title=\"149-Bekassine\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/149-Bekassine1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"&quot;380\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/149-Bekassine1.jpg 592w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/149-Bekassine1-265x184.jpg 265w\" sizes=\"(max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/p>\n<p>Landkreis Fulda. Die Bekassine (Gallinago gallinago) ist stellvertretend f\u00fcr alle Wiesenv\u00f6gel zum Vogel des Jahres 2013 gek\u00fcrt worden. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts war sie allgemein verbreitet und wurde umgangssprachlich als \u201eGemeine Sumpfschnepfe\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Die Bekassine wird so gro\u00df wie eine Amsel und wiegt etwa 100 Gramm. Ihre br\u00e4unliche Tarnf\u00e4rbung mit markanten L\u00e4ngsstreifen auf Kopf und R\u00fccken l\u00e4sst sie &#8211; im d\u00fcrren Gras sitzend &#8211; mit der Umgebung verschmelzen. Ein beim Balzflug von abgespreizten, in der Luft vibrierenden Schwanzfedern erzeugter unverwechselbarer Instrumentallaut hat ihr den Namen \u201eHimmelsziege\u201c eingebracht. Zus\u00e4tzlich ruft sie \u201et\u00fccke-t\u00fccke\u201c.<\/p>\n<p>Das Verbreitungsgebiet der Bekassine umfasst gro\u00dfe Teile des gem\u00e4\u00dfigten Europas und Asiens. Sie lebte in der bewaldeten Urlandschaft in Nieder- und Hochmooren, die in Deutschland fr\u00fcher vor allem im k\u00fcstennahen Tiefland und im Voralpenland gro\u00dffl\u00e4chig vorhanden waren. Au\u00dferdem ist sie eine Art des Feuchtgr\u00fcnlandes der Flussauen, wo sie auch heute noch vorkommt. In den Mittelgebirgen wie der Rh\u00f6n fand sie in den wenigen Mooren und sp\u00e4ter durch die gro\u00dffl\u00e4chig geh\u00f6lzarmen, extensiv genutzten Wiesen und Weiden Lebensr\u00e4ume. Nach der gro\u00dffl\u00e4chigen Entw\u00e4sserung und Nutzungsintensivierung konnte sich die Bekassine nur im sp\u00e4t gem\u00e4hten Feuchtgr\u00fcnland bis heute behaupten.<\/p>\n<p>Aus ihren \u00dcberwinterungsgebieten im Mittelmeerraum und den tropischen Gebieten Afrikas kehrt sie ab Mitte M\u00e4rz in ihre Brutreviere zur\u00fcck, die durch Entw\u00e4sserung, Gr\u00fcnlandumbruch, fr\u00fche Silagemahd, Zersiedelung und Verbrachung bzw. Verbuschung immer weniger werden. Hohe Nest- oder Jungenverluste durch Waschb\u00e4r, Fuchs und Wildschwein, feuchtkalte Witterung zur Aufzuchtzeit und vor allem der trotz EU-Gesetze immer noch sehr hohe Abschuss in den Mittelmeerl\u00e4ndern lassen die Best\u00e4nde weiter dramatisch sinken.<\/p>\n<p>Mit ihrem speziell gebauten Sondierschnabel, der als unterirdisches Tastwerkzeug und Greifzange dient, stochert sie vor allem <a title=\"Regenw\u00fcrmer\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regenw%C3%BCrmer\">Regenw\u00fcrmer<\/a> aus feuchten B\u00f6den. Bei Gefahr dr\u00fcckt sie sich am Boden und vertraut auf ihre Tarnf\u00e4rbung. Erst im letzten Augenblick fliegt sie mit einem heiseren \u201e\u00e4tsch\u201c in raschem Zickzackflug davon.<\/p>\n<p>Noch etwa 30.000 Tiere leben im Tiefland Osteuropas, Russlands, <a title=\"Skandinavien\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Skandinavien\">Skandinavien<\/a>s und des <a title=\"Baltikum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baltikum\">Baltikum<\/a>s, auf den <a title=\"Britische Inseln\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Britische_Inseln\">Britischen Inseln<\/a> sowie in den k\u00fcstennahen Niederungen der Niederlande und Norddeutschlands. Der Brutbestand in Deutschland ist \u00fcberall stark r\u00fcckl\u00e4ufig und bereits auf deutlich unter 600 Paare bei gleichzeitigem Arealverlust und unzureichendem Reproduktionserfolg gesunken.<\/p>\n<p>In Hessen lassen sich vielleicht noch 100 Paare nachweisen. Die Schwerpunkte der Verbreitung befinden sich heute im Auenverbund Wetterau, in der Schwalmaue bei Schwalmstadt, im Ohmbecken bei Kirchhain und in der Lahnaue bei Gie\u00dfen. Weitere nennenswerte Kleinstvorkommen gibt es noch im Vogelsbergkreis, in den Landkreisen Gro\u00df Gerau, Westerwald, Main-Kinzig und in der Rh\u00f6n (in allen drei Bundesl\u00e4ndern).<\/p>\n<p>Im Landkreis Fulda sind von rund 35 Brutpaaren in den 1970er Jahren heute nur noch zwei bis vier Brutpaare \u00fcbrig. Beobachtungen gibt es fast nur noch von durchziehenden V\u00f6geln. Diesem dramatischen R\u00fcckgang in der hessischen Rh\u00f6n steht eine relativ stabile Population in der Langen Rh\u00f6n (40 Brutpaare) sowie im Grabfeld und den Saalewiesen (15 Brutpaare) gegen\u00fcber, die durch einen hohen Aufwand in der Landschaftspflege und im Vertragsnaturschutz erhalten wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Landkreis Fulda. 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