{"id":107700,"date":"2013-04-03T00:12:24","date_gmt":"2013-04-03T00:12:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=107700"},"modified":"2013-04-02T15:55:29","modified_gmt":"2013-04-02T15:55:29","slug":"klotzsche-fdp-zur-uwag-gwv-fusion-besser-keine-fusion-als-eine-schlechte-fusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=107700","title":{"rendered":"Klotzsche (FDP) zur \u00dcWAG-GWV-Fusion: \u201eBesser keine Fusion als eine schlechte Fusion \u2013"},"content":{"rendered":"<p>Fulda. Mario Klotzsche, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag und Abgeordneter der \u00dcWAG-Zweckverbandsversammlung, sieht die gegenw\u00e4rtigen Planungen zur Neuordnung der kommunalen Energieversorger im Kreis Fulda kritisch. \u201eDie Grundidee einer Zusammenarbeit der Versorger ist richtig, entscheidend f\u00fcr den Erfolg ist aber, wie die Zusammenarbeit umgesetzt wird. Vor allem den Einstieg der Th\u00fcga AG sehe ich kritisch&#8221;, so Klotzsche.<!--more--><\/p>\n<p>Die Th\u00fcga AG ist ein milliardenschweres Energieunternehmen mit Sitz in M\u00fcnchen, das von einigen gro\u00dfen Stadtwerken beherrscht wird. Im Zuge der angestrebten Fusion von \u00dcWAG und GWV soll sich die Th\u00fcga in erheblichem Umfang an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen beteiligen.<\/p>\n<p>\u201eMich st\u00f6rt besonders, dass sich \u00dcWAG-Aufsichtsrat und Th\u00fcga anscheinend auf ein sogenanntes <em>\u00e2\u20ac\u0161Tracking Stock-Modell\u00e2\u20ac\u02dc<\/em> geeinigt haben. Danach beteiligt sich die Th\u00fcga nicht an dem neuen fusionierten Unternehmen insgesamt, sondern nur an den gewinnbringenden Gesch\u00e4ftsbereichen. So ein Modell l\u00e4dt geradezu zur Rosinenpickerei ein. Wo Gewinne flie\u00dfen kassiert die Th\u00fcga mit, w\u00e4hrend auf den Verlusten unrentabler Gesch\u00e4ftsbereiche allein Stadt und Kreis Fulda als Eigent\u00fcmer sitzen bleiben.\u201c so Klotzsche.<\/p>\n<p>Versch\u00e4rft wird dieses Problem dadurch, dass die verschiedenen Tochterunternehmen der \u00dcWAG mit der \u00dcWAG selbst und untereinander eng verflochten sind und Gewinne und Verluste dadurch k\u00fcnstlich \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen. So mietet beispielsweise die \u00dcWAG Netz GmbH von der \u00dcWAG-Mutter das Stromnetz zu festgelegten Bedingungen an, was zu Gewinnen der Mutter, aber zu Verlusten der Netz-Tochter f\u00fchrt. Solange beide die gleichen Eigent\u00fcmer haben, ist das weniger problematisch. \u201eWenn es aber verschiedene Eigent\u00fcmer im Rahmen des Tracking-Stock- Modells geben sollte, droht der Abfluss von Gewinnen zu Lasten von Kreis und Stadt Fulda. Da sage ich besser keine Fusion mit Th\u00fcga-Beteiligung als eine schlechte Fusion.\u201c, so Klotzsche weiter.<\/p>\n<p>Viele Fachleute sehen das Tracking-Stock-Modell auch deshalb skeptisch, weil eine klare Abgrenzung der Verantwortung und der Rechnungslegung innerhalb des Gesamtunternehmens schwierig ist und dies zu weniger, statt zu mehr Transparenz f\u00fchrt. \u201eF\u00fcr ein kommunales Unternehmen ist es aber besonders wichtig transparente Strukturen zu haben, damit B\u00fcrger, aber auch politisch Verantwortliche verstehen k\u00f6nnen, was passiert.\u201c so Klotzsche.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der geplanten Beteiligung der Th\u00fcga an dem neuen Unternehmen ist au\u00dferdem fraglich, ob Anteile und Verm\u00f6gen welches an die Th\u00fcga verkauft werden soll nicht grunds\u00e4tzlich zuvor \u00f6ffentlich auszuschreiben ist. \u201eWenn \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge vergeben oder Verm\u00f6gen verkauft wird, findet normalerweise immer eine \u00f6ffentliche Ausschreibung statt, insbesondere wenn es um ein so gro\u00dfes finanzielles Volumen geht. Das sollte, schon aus rechtlichen Gr\u00fcnden, auch hier geschehen.\u201c, so Klotzsche.<\/p>\n<p>Ein zentraler Punkt f\u00fcr die Fusionsverhandlungen ist die Bewertung der Unternehmen. Erst danach k\u00f6nnen Anteile der Eigent\u00fcmer f\u00fcr das neue Unternehmen bestimmt werden. \u201eOffenbar hat es hier erhebliche Probleme geben. Was sind die \u00dcWAG-Beteiligungen an milliardenteuren Kohle- und Gaskraftwerken und dem Windpark in Borkum heute eigentlich noch wert sind? Umso besser die GWV im Verh\u00e4ltnis zur \u00dcWAG bewertet wird, umso besser ist es f\u00fcr die Th\u00fcga, die an der GWV schon 25 Prozent besitzt, und umso schlechter ist es f\u00fcr den Landkreis als gr\u00f6\u00dfter Anteilseigner der \u00dcWAG. \u201eAls Abgeordneter von Kreistag und Zweckverbandsversammlung m\u00f6chte ich die verschiedenen Gutachten zur Wertermittlung der Unternehmen sehen, bevor ich eine Entscheidung treffe.\u201c, so Klotzsche.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen auch die Interessen der Arbeitnehmer bei der geplanten Fusion ber\u00fccksichtigt werden. \u201eIch habe hier meine Zweifel, wie ein Schreiben des Betriebsrates der \u00dcWAG an die Fraktionen zeigt. Eine faire Beteiligung der Arbeitnehmer ist gerade in einem kommunalen Unternehmen notwendig. Die Fusion darf nicht auf den R\u00fccken der Besch\u00e4ftigten erfolgen.\u201c, so Klotzsche abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Mario Klotzsche, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag und Abgeordneter der \u00dcWAG-Zweckverbandsversammlung, sieht die gegenw\u00e4rtigen Planungen zur Neuordnung der kommunalen Energieversorger im Kreis Fulda kritisch. \u201eDie Grundidee einer Zusammenarbeit der Versorger ist richtig, entscheidend f\u00fcr den Erfolg ist aber, wie die Zusammenarbeit umgesetzt wird. 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