{"id":105374,"date":"2012-12-31T19:22:58","date_gmt":"2012-12-31T19:22:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=105374"},"modified":"2012-12-31T19:22:58","modified_gmt":"2012-12-31T19:22:58","slug":"das-leben-des-menschen-liegt-in-gottes-hand-silvestergottesdienst-im-vollbesetzten-fuldaer-dom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=105374","title":{"rendered":"Das Leben des Menschen liegt in Gottes Hand &#8211; Silvestergottesdienst im vollbesetzten Fuldaer Dom"},"content":{"rendered":"<p>Fulda (bpf). \u201eWer sich der Wahrheit \u00fcber den Menschen im Leben und Sterben stellt, der ist immun gegen\u00fcber den Verhei\u00dfungen von Selbsterl\u00f6sung und dem Sirenengesang des Wellness-Betriebs.\u201c Dies hob der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen in seiner Silvesterpredigt hervor, die Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez am Montagabend im vollbesetzten Hohen Dom zum Vortrag brachte. Der Weihbischof hielt anstelle des Oberhirten, der wegen eines schweren Krankheitsfalls in seiner Familie verhindert war, das Pontifikalamt zum Jahresschluss. <!--more--><\/p>\n<p>Das Geschaffene k\u00f6nne nur der Weg des Menschen zu Gott, keineswegs aber das Ziel des Menschen sein, so der Text Algermissens weiter. Der Nihilismus trete hervor wie ein Gespenst, \u201edas sich in einem lebensm\u00fcden Europa umhertreibt\u201c, welches mehr mit der Rettung des Euro als mit seinen j\u00fcdisch-christlichen Grundlagen besch\u00e4ftigt sei. \u201eIm Gegensatz zum Atheismus ist der Glaubende zur Welt hin offen. Die Sch\u00f6nheit der Natur, das Faszinierende auch in jeder menschlichen Biographie ist nicht der falsche Schein des Lichts, sondern der Glanz, der vom menschgewordenen Wort Gottes herkommt.\u201c Wer sein Leben in der Tiefe bedenke, der erfahre im Glauben an Gott, dass hinter der Welt der Erscheinungen das Sein Gottes, seine Wahrheit und G\u00fcte st\u00fcnden. Der Mensch schwebe nicht \u00fcber dem leeren Abgrund, der ihn am Ende verschlinge. \u201eUnser Leben liegt vielmehr in Gottes Hand. Gottes Gesch\u00f6pf zu sein, ist etwas grenzenlos Positives, das aller Negativit\u00e4t standh\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<p>Der Silvesterabend vertrage keine oberfl\u00e4chliche Vertr\u00f6stung, sondern verlange nach grunds\u00e4tzlicher Vergewisserung im Glauben, damit man auf dem Weg durch das neue Jahr Halt und Orientierung finde, hie\u00df es am Beginn der Predigt des Oberhirten. \u201eJeder muss diese Welt und alles, was ihm lieb ist, einmal zur\u00fccklassen.\u201c Auch das lauteste Feuerwerk in dieser Nacht k\u00f6nne nicht die Stimme \u00fcbert\u00f6nen, die einem sage, dass das eigene Leben bedingt und verg\u00e4nglich und die Zukunft ungewiss sei. \u201eDie Wende in dem menschlich betrachtet immer aussichtslosen Kampf zwischen Leben und Tod hat der herbeigef\u00fchrt, der sich in Jesus Christus als Sch\u00f6pfer der Welt, als Erl\u00f6ser und Retter des Menschen geoffenbart hat. Die Stunde, da der ewige Gott in diese Welt und unser Leben gekommen ist, markiert f\u00fcr uns den Angelpunkt der gesamten Menschheitsgeschichte.\u201c<\/p>\n<p>Als einzige Macht, die dem Tod gewachsen sei, bezeichnete Algermissen die Liebe Christi. Sie gebe Orientierung in der Zeit und Perspektive hinein in die Ewigkeit. Daher w\u00fcrden Christen auch nicht zynisch oder halten die Endlichkeit nur heroisch aus. \u201eWir fl\u00fcchten auch nicht in einen Rausch von Genuss und Konsum, der die Angst vor dem Nichts \u00fcberdr\u00f6hnt und das Leben trivialisiert.\u201c Als seine eigene Lebensmaxime stellte Bischof Algermissen Gottvertrauen, t\u00e4tige N\u00e4chstenliebe und Gelassenheit in den Mittelpunkt. \u201eDer an Jesus Christus Glaubende begreift seine Talente als Gaben Gottes.\u201c Er erf\u00fclle seine t\u00e4glichen Aufgaben und Pflichten gegen\u00fcber Gott und dem N\u00e4chsten und trage die \u201eWidrigkeiten des irdischen Weges und die Bosheiten von Zeitgenossen\u201c in unersch\u00fctterlicher Gewissheit, dass Gott ihm beistehe.<\/p>\n<p>Die Kirche bleibe der Welt die Botschaft vom Sieg des Lebens \u00fcber S\u00fcnde und Tod, \u00fcber den Hass auf Gott und die Verachtung des Menschen nicht schuldig, trug Weihbischof Diez weiter vor. \u201eAuch unter den erschwerten Bedingungen der Verweltlichung dieser Zeit und eines Denkens und Verhaltens \u00e2\u20ac\u0161als ob es Gott nicht g\u00e4be\u00e2\u20ac\u2122, das auch viele Christen pr\u00e4gt, die sich der Bedeutung des Glaubens an Gott und seiner Liebe nicht mehr recht klar sind, muss dennoch das Evangelium in seiner ganzen F\u00fclle und Konsequenz verk\u00fcndet und gelebt werden.\u201c Man d\u00fcrfe es nicht wie ein Parteiprogramm der W\u00e4hlergunst ausliefern oder \u201ewie ein verwelktes Herbstblatt im Meinungswind des Zeitgeistes hin und her treiben lassen\u201c.<\/p>\n<p>In der gro\u00dfen geistigen Auseinandersetzung, die auch im Bistum Fulda wie \u00fcberall gef\u00fchrt werde, gehe es nicht um Nebens\u00e4chlichkeiten und selbst ernannte Erl\u00f6ser, so Algermissens Text weiter. Es gehe vielmehr darum, dass es im Widerstreit von Tod und Leben nur einen Sieger geben k\u00f6nne. \u201eDas ist die Botschaft des Christentums, die die Kirche tr\u00e4gt und uns allen tagt\u00e4glich Kraft und Zuversicht gibt: das Evangelium vom Sieg Christi \u00fcber den Tod und die Erf\u00fcllung unserer Hoffnung in der Auferstehung und im ewigen Leben.\u201c Mit dem Heiland und Erl\u00f6ser Jesus Christus verbunden, sei die Zeit des menschlichen Lebens keine diffuse Addition von im Grunde sinnlosen Tagen, vielmehr ahne sie schon jetzt etwas vom \u201egro\u00dfen Atem der Ewigkeit\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). \u201eWer sich der Wahrheit \u00fcber den Menschen im Leben und Sterben stellt, der ist immun gegen\u00fcber den Verhei\u00dfungen von Selbsterl\u00f6sung und dem Sirenengesang des Wellness-Betriebs.\u201c Dies hob der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen in seiner Silvesterpredigt hervor, die Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez am Montagabend im vollbesetzten Hohen Dom zum Vortrag brachte. 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