{"id":105350,"date":"2012-12-27T00:15:04","date_gmt":"2012-12-27T00:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=105350"},"modified":"2012-12-27T18:11:12","modified_gmt":"2012-12-27T18:11:12","slug":"kartierungen-des-landesbetriebs-hessen-forst-ergaben-eine-erstaunlich-hohe-dohlenpopulation-im-hessischen-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=105350","title":{"rendered":"Kartierungen des Landesbetriebs Hessen-Forst ergaben eine erstaunlich hohe Dohlenpopulation im hessischen Wald."},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-105351\" title=\"Unknown\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Unknown-265x175.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Unknown-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Unknown.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Hessen. Eine Umfrage unter den hessischen F\u00f6rstern hat eine Zahl von mindestens 650 &#8211; 700 Brutpaaren ergeben, die ihre Jungen in Schwarzspechth\u00f6hlen gro\u00dfziehen. Rechnet man Unsicherheiten bei der Erhebung sowie teils nicht kartierte Fl\u00e4chen im Kommunal- und Privatwald hinzu, so d\u00fcrften 1.400 &#8211; 1.600 Dohlenpaare in hessischen W\u00e4ldern vorkommen. Damit br\u00fcten etwa 60% der in Hessen von der HGON auf 2.500 bis 3.000 Brutpaare gesch\u00e4tzten Population in den W\u00e4ldern Hessens.<br \/>\nDieser hohe Waldbr\u00fcteranteil ist &#8211; soweit bekannt &#8211; bundesweit einmalig und zeigt die Bedeutung des Waldes f\u00fcr die Dohle als Brutvogel in Hessen.<!--more--><br \/>\nAu\u00dferhalb des Waldes ist die Art besonders durch die gravierenden Umbr\u00fcche in der Landwirtschaft gef\u00e4hrdet. Vor allem die starke Zunahme des Maisanbaus und anderer Energiepflanzen entzieht der Dohle und auch vielen anderen Offenlandarten wichtige Nahrungsfl\u00e4chen. Auch durch Geb\u00e4udesanierung sowie Renovierungsarbeiten an Kircht\u00fcrmen und anderen alten Gem\u00e4uern sind in der Vergangenheit der Dohle viele Brutpl\u00e4tze verlorengegangen.<\/p>\n<p><strong>Schwarzspecht zimmert der Dohle das Heim<\/strong><br \/>\nBesser sieht es im Wald aus. Dort baut der Schwarzspecht als Quartiermacher das Heim der Dohle. Er wiederum profitiert von der in ganz Hessen verbreiteten Fichte. Dieser Nadelbaum sorgt \u00fcber die an sie gebundene Waldameise zu einem hohen Nahrungsangebot f\u00fcr den Schwarzspecht, der so sein Verbreitungsgebiet erweitern konnte. Der Schwarzspecht wiederum baut H\u00f6hlen im Stamm von Buchen, die die Dohlen gerne nutzen.<br \/>\n<strong>\u00c2\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>Naturschutzleitlinie im hessischen Staatswald sichert H\u00f6hlenb\u00e4ume f\u00fcr die Dohle<\/strong><br \/>\nDie Eignung des Waldes ist als Brutbiotop auch durch die Ausweisung von H\u00f6hlenb\u00e4umen als gesch\u00fctzte Habitatb\u00e4ume im Rahmen der Naturschutzleitlinie von Hessen-Forst gesichert. Vor allem die hessischen Mittelgebirge wie Vogelsberg, Rh\u00f6n, Spessart, Lahn-Dill-Bergland und Westerwald locken Dohlen in gro\u00dfer Zahl an. Hier gibt es neben einem hohen Waldanteil auch ausgedehnte, reich strukturierte Gr\u00fcnl\u00e4ndereien, die f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Art ausschlaggebend sind. Insbesondere Weidefl\u00e4chen mit extensiver Gro\u00dfviehhaltung bieten durch Insektenreichtum und kurz gehaltenes Gras ideale Nahrungsfl\u00e4chen. Die h\u00f6chsten Dichten weist der Burgwald auf: Hier scheinen die Lebensbedingungen f\u00fcr die Dohle besonders g\u00fcnstig zu sein. Durch die Wahl zum \u201eVogel des Jahres\u201c bekam die Dohle in 2012 eine besondere Aufmerksamkeit in der \u00d6ffentlichkeit. Diese sollte dazu genutzt werden, die Lebensbedingungen f\u00fcr diese Vogelart nun auch au\u00dferhalb der W\u00e4lder zu verbessern.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><br \/>\nDie Dohle ist der \u201eVogel des Jahres 2012\u201c. Sie bewohnt nicht nur alte Gem\u00e4uer &#8211; wie Burgen, Kirchen und Schl\u00f6sser &#8211; sondern f\u00fchlt sich auch auf Dachb\u00f6den und in Schornsteinen heimisch. Der anpassungsf\u00e4hige Singvogel br\u00fctet aber ebenso in Baumh\u00f6hlen in Parks und Alleen und legt sein Nest auch in W\u00e4ldern an. Dabei nutzt er nahezu ausschlie\u00dflich die gro\u00dfr\u00e4umigen H\u00f6hlen des Schwarzspechts in \u00e4lteren Buchenbest\u00e4nden. Hauptsache dunkel und in Gesellschaft, denn die Dohle ist ein ausgepr\u00e4gter Koloniebr\u00fcter. Bis zu 20 Brutpaaren kann solch eine Kolonie im Wald beherbergen und wenn m\u00f6glich, nutzen auch gerne mehrere Brutpaare ein und denselben H\u00f6hlenbaum. Bevorzugt werden dabei H\u00f6hlen in Waldrandn\u00e4he, denn ihre Nahrung sucht die Dohle ausschlie\u00dflich im Offenland. Auch au\u00dferhalb der Brutzeit liebt sie die Geselligkeit und ist immer in gr\u00f6\u00dferen Trupps, oft zusammen mit Raben- und Saatkr\u00e4hen, unterwegs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hessen. Eine Umfrage unter den hessischen F\u00f6rstern hat eine Zahl von mindestens 650 &#8211; 700 Brutpaaren ergeben, die ihre Jungen in Schwarzspechth\u00f6hlen gro\u00dfziehen. 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