{"id":105086,"date":"2012-12-18T00:09:19","date_gmt":"2012-12-18T00:09:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=105086"},"modified":"2012-12-18T11:23:18","modified_gmt":"2012-12-18T11:23:18","slug":"uber-die-asthetik-beim-essen-und-die-erwartungen-des-anspruchsvollen-gastes-rhonsprudel-genussakademie-im-peterchens-mondfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=105086","title":{"rendered":"\u00dcber die \u00c4sthetik beim Essen und die Erwartungen des anspruchsvollen Gastes &#8211; Rh\u00f6nSprudel-Genussakademie im \u201ePeterchens Mondfahrt\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-105087\" title=\"kochdesign_und_esskultur_menu\u00cc\u02c6\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/kochdesign_und_esskultur_menu\u00cc\u02c6.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"365\" \/><\/p>\n<p>Rh\u00f6n. Essen und Trinken bedeutet in der Gastronomie nicht nur satt zu werden und den Durst zu l\u00f6schen. Es geh\u00f6rt vielmehr dazu: ein Gericht muss auch gut aussehen; es muss Appetit auf \u201emehr\u201c machen; ja, regelrecht eine Geschichte erz\u00e4hlen. Und auch an die Speisekarte kn\u00fcpft der anspruchsvolle Gast ganz bestimmte Erwartungen. Aus ihr will er n\u00e4mlich etwas \u00fcber die Produkte erfahren und \u00fcber die Menschen, die diese Produkte erzeugen und verarbeiten. Nicht zuletzt muss er sich beim Essen wohlf\u00fchlen \u2013 er erwartet ein Ambiente des Gastraums, das zur Region und zur jeweiligen Speisekarte passt.<\/p>\n<p>Auf die Suche nach dem perfekten Genuss begaben sich jetzt 20 Gastronomen aus der bayerischen, hessischen und th\u00fcringischen Rh\u00f6n, die am Dezember-Seminar der \u201eRh\u00f6nSprudel-Genussakademie\u201c, einer Gemeinschaftsinitiative des MineralBrunnens Rh\u00f6nSprudel und der Dachmarke Rh\u00f6n, teilnahmen. \u201eKochdesign und Esskultur \u2013 das Auge isst mit\u201c lautete diesmal das Thema. Referenten waren Friedhelm Josephs, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Terra Madre Consulting GmbH Erfurt und Gr\u00fcndungsmitglied der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Esskultur, sowie Alexander Mayrhofer, Koch und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer mehrerer H\u00e4user sowie Initiator einer Stiftungsprofessur f\u00fcr Esskultur an der Bauhaus-Universit\u00e4t in Weimar.<\/p>\n<p>\u00c4sthetik beim Essen, meinte Friedhelm Josephs, werde generell zu einer Herausforderung f\u00fcr die Food-Branche von morgen. Allerdings sei es nicht das Thema der K\u00f6che, einfach nur ein sch\u00f6nes Design auf dem Teller zu kreieren. Dieser Prozess m\u00fcsse bereits mit dem Urprodukt beginnen. Der Koch brauche zu diesem Urprodukt eine Beziehung \u2013 beispielsweise zur Kartoffel, zum Schweinefleisch oder zum Gem\u00fcse. Dies k\u00f6nne nur \u00fcber den Produzenten geschehen und damit \u00fcber eine enge pers\u00f6nliche Zusammenarbeit und habe etwas mit famili\u00e4ren und regionalen Traditionen zu tun.<\/p>\n<p>Nach dem theoretischen Teil am Vormittag stiegen die Seminarteilnehmer auf sehr angenehme Art und Weise in die Praxis ein. Die Verbindung von Produkt und Design auf dem Teller zeigte ihnen der K\u00fcchenchef des Hotels &amp; Restaurants \u201ePeterchens Mondfahrt\u201c auf der Wasserkuppe, Andreas Rau, in Form eines Vier-Gang-Men\u00fcs. Restaurantleiterin Mariola Golaszewski erkl\u00e4rte jeden Gang einzeln \u2013 woher die Produkte stammen, welche Zutaten in der K\u00fcche verarbeitet wurden und aus welchem Grund der K\u00fcchenchef die Speisen so angerichtet hat und welche Botschaft er gerade mit dieser spezifischen Pr\u00e4sentation vermitteln will. \u201eDer Servicemitarbeiter wird zum Erz\u00e4hler und Gastgeber. Damit tr\u00e4gt er zum Erfolg des Essens bei. Es gen\u00fcgt nicht, dem Gast einfach den Teller nur hinzustellen \u2013 sondern der anspruchsvolle Gast, mit dem wir es alle zu tun haben, erwartet diese besondere Kommunikation\u201c, meinte Rau.<\/p>\n<p>Alexander Mayrhofer beleuchtete w\u00e4hrend des Seminars insbesondere die Geschichte der Esskultur und ging dabei auch auf aktuelle Trends in Deutschland ein. Esskultur sei Lebenskultur, unterstrich er. \u201eJahrtausende lang war die Beschaffung, die Zubereitung und der Genuss von Lebensmitteln der zentrale Bestandteil menschlichen Lebens. Die gemeinsame Mahlzeit war Mittel und Ort der Kommunikation.\u201c Erst die st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit und \u00dcberproduktion von Lebensmitteln in den Industrienationen habe das Essen zu einer notwendigen Nebensache degradiert.<\/p>\n<p>Deshalb ist es nach Ansicht von Mayrhofer von gro\u00dfer Bedeutung, sich mit der Geschichte der Esskultur, den handwerklichen Traditionen der Lebensmittelherstellung und \u2013verarbeitung und der Arbeit der Landwirte und Lebensmittelhandwerker auseinanderzusetzen. Esskultur habe auch etwas mit der Erhaltung der Artenvielfalt zu tun \u2013 ein Punkt, der gerade im UNESCO-Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n eine gro\u00dfe Rolle spielt und von dem die einheimische Gastronomie nur profitieren k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Seminar im Rahmen der \u201eRh\u00f6nSprudel-Genussakademie\u201c gibt es am 14. Januar 2013, dann im Rh\u00f6nhotel \u201eS\u00e4chsischer Hof\u201c im th\u00fcringischen Dermbach. Das Thema lautet \u201eGenussvoll lernen mit System\u201c und wendet sich erneut an die Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte der regionalen Gastronomie. Mehr Informationen zu allen Seminaren gibt es auch im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.rhoensprudel-genussakademie.de\">www.rhoensprudel-genussakademie.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Essen und Trinken bedeutet in der Gastronomie nicht nur satt zu werden und den Durst zu l\u00f6schen. Es geh\u00f6rt vielmehr dazu: ein Gericht muss auch gut aussehen; es muss Appetit auf \u201emehr\u201c machen; ja, regelrecht eine Geschichte erz\u00e4hlen. Und auch an die Speisekarte kn\u00fcpft der anspruchsvolle Gast ganz bestimmte Erwartungen. 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