{"id":105029,"date":"2012-12-17T00:11:25","date_gmt":"2012-12-17T00:11:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=105029"},"modified":"2012-12-17T07:12:24","modified_gmt":"2012-12-17T07:12:24","slug":"im-oberen-sinntal-wird-landschaftsgeschichte-wieder-lebendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=105029","title":{"rendered":"Im Oberen Sinntal wird Landschaftsgeschichte wieder lebendig"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-105030\" title=\"kal_buchvorstellung_partner\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/kal_buchvorstellung_partner-265x159.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"159\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/kal_buchvorstellung_partner-265x159.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/kal_buchvorstellung_partner.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Rh\u00f6n. Im Beisein vieler Partner wurde jetzt im Informationszentrum \u201eHaus der Schwarzen Berge\u201c in Wildflecken-Oberbach der 3. Band der Reihe \u201eHistorische Kulturlandschaft Rh\u00f6n\u201c vorgestellt. Er widmet sich der Gemeinde Riedenberg und der Marktgemeinde Wildflecken im Oberen Sinntal.<!--more--><\/p>\n<p>In den letzten Jahren wurden im Auftrag der bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n historische Kulturlandschaftselemente in beiden Gemarkungen wissenschaftlich dokumentiert. Diese Dokumentation gibt Auskunft \u00fcber die menschliche Nutzung der Landschaft und \u00fcber die sich damit vollziehenden Ver\u00e4nderungen \u00fcber die Jahrhunderte.<\/p>\n<p>\u201eMan k\u00f6nnte dieses Buch auch mit dem Titel ,Landschaft lesen\u00e2\u20ac\u02dc \u00fcberschreiben\u201c, meinte die stellvertretende Leiterin der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, Dr. Doris Pokorny. Das 160 Seiten starke Buch soll die Menschen f\u00fcr all das sensibilisieren, was sich in der Kulturlandschaft Rh\u00f6n pr\u00e4sentiert, hob sie hervor. Eine Kulturlandschaft wie die Rh\u00f6n sei immer ein Spiegel der sozio\u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse einer Region.<\/p>\n<p>Wenn von historisch wertvollen Elementen die Rede ist, denke man meist zuerst an Geb\u00e4ude. \u201eDie Landschaft selbst wird bei diesem Begriff bisher eher negiert. Aber die Landnutzung, Wegeverbindungen, Viehtriebe oder die in den D\u00f6rfern vorhandene Gewerbestruktur haben Land und Leute ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt\u201c, betonte Dr. Doris Pokorny. Die verschiedenen Landschaftselemente \u2013 dazu geh\u00f6ren auch Bildst\u00f6cke, Wegekreuze oder errichtete Steinmauern \u2013 h\u00e4tten ein erhebliches Potential, und zwar auch f\u00fcr den Tourismus. Denn hinter jedem Element verberge sich eine Geschichte.<\/p>\n<p>Genau wie in den beiden vorhergehenden B\u00e4nden betrachtet auch der 3. Band der \u201eHistorischen Kulturlandschaft Rh\u00f6n\u201c einen Zeitraum von rund 150 Jahren, was die Landnutzung angeht. Denn erst um 1850 wurden Bayern und damit auch die Rh\u00f6n im so genannten \u201eUrkataster\u201c erfasst, um eine kartographische Zuordnung zwischen Land und Eigent\u00fcmer zu erhalten.<\/p>\n<p>\u201eWie haben die Menschen fr\u00fcher gelebt und gewirtschaftet? Was ist heute noch sichtbar? Es ist f\u00fcr uns und f\u00fcr die nachfolgenden Generationen wichtig zu wissen, welche Geschichte die einzelnen Elemente unserer Kulturlandschaft haben. Deshalb sind wir als Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n der Meinung, dass man dies dokumentieren muss. Aus diesem Grund haben wir dieses Projekt angeschoben\u201c, erkl\u00e4rte Dr. Doris Pokorny. Die urspr\u00fcngliche Idee dazu habe das Fr\u00e4nkische Freilandmuseum Fladungen gehabt; der Beirat des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n habe dann diese Idee aufgegriffen und empfohlen, sie L\u00e4nder \u00fcbergreifend umzusetzen. Bislang sei dies jedoch nur auf bayerischer Seite geschehen, mit Mitteln aus dem Bayerischen Umweltministerium.<\/p>\n<p>Die Buchreihe richte sich an historisch Interessierte, an Rh\u00f6nliebhaber und vor allem an die Kommunalpolitik. Sie gebe Tipps und Empfehlungen dar\u00fcber, welche Objekte wichtig und erhaltenswert sind, wenn beispielsweise Kommunen Bauleitplanungen erstellen oder bauliche Ver\u00e4nderungen in Dorf und Flur anstehen. Neben dem wissenschaftlichen Teil wird es im n\u00e4chsten Jahr auch ein Arbeitsheft geben, das vorwiegend in Schulklassen der Sinntalgemeinden, aber auch in der Bildungsarbeit des Informationszentrums \u201eHaus der Schwarzen Berge\u201c Verwendung finden soll.<\/p>\n<p>Ihren Dank richtete die stellvertretende Leiterin der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n in erster Linie an die den Markt Wildflecken und die Gemeinde Riedenberg, an die beteiligten Autoren sowie die zahlreichen \u00c4mter und Institutionen, die Informationen zulieferten. Besonders hob sie das Engagement von Gerwin Kellermann aus Oberbach hervor, der bereits schon vor einigen Jahren f\u00fcr das Obere Sinntal ehrenamtlich die Ortschroniken erstellte und sein umfangreiches Wissen auch mit in die Teilprojekte Riedenberg und Wildflecken und das neue Buch einbrachte. Aufbauend auf diesem bereits vorhandenen Schatz konnten erg\u00e4nzende Themen aufgearbeitet werden, etwa die Landnutzung im Truppen\u00fcbungsplatz. Auch der in jedem Dorf einberufene \u201eRat der Weisen\u201c, der aus Ortskundigen bestand \u2013 darunter vielen Senioren, war ein wichtiger Bestandteil und eine gro\u00dfe Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Projekt. Finanziell beteiligte sich das Bayerische Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege am 3. Band der \u201eHistorischen Kulturlandschaft Rh\u00f6n\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEs war nicht nur ein reines Abarbeiten eines Auftrags, sondern bei dieser Arbeit lernt man die Landschaft und ihre Menschen kennen und sch\u00e4tzen\u201c, sagte Dr. Thomas B\u00fcttner, einer der beteiligten Autoren. Das Projekt, eine Kulturlandschaft derart zu beleuchten und zu erforschen, sei einzigartig f\u00fcr alle deutschen Biosph\u00e4renreservate.<\/p>\n<p>\u201eBedauerlicherweise haben wir es bisher nur auf bayerischer Seite geschafft, die Empfehlung des Beirats des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n umzusetzen. Es w\u00e4re gut, wenn sich Hessen und Th\u00fcringen dieser Initiative anschlie\u00dfen\u201c, unterstrich der Landrat des Landkreises Bad Kissingen, Thomas Bold. \u201eWenn wir uns im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n Gedanken machen, wie wir das Zusammenleben weiter entwickeln, dann ist es wichtig, die Geschichte zu kennen. Wenn man die Geschichte nicht festh\u00e4lt, geht Wissen verloren.\u201c Deshalb ist es nach Ansicht von Bold dringend notwendig, diese Serie fortzusetzen. In den vergangenen Jahrhunderten habe es noch nie so viel Wandel wie in den letzten Jahrzehnten gegeben. \u201eWir sind daher gefordert, das zu erhalten, was wir noch haben. Das ist ein Beitrag zur Verwurzelung in der Heimat\u201c, hob der Landrat hervor.<\/p>\n<p>Die Kommunen wollen die vorliegende Dokumentation nutzen, um zumindest teilweise die gegebenen Empfehlungen umzusetzen, sagte der B\u00fcrgermeister der Marktgemeinde Wildflecken, Alfred Schrenk. \u201eDas Entstehen unserer Heimat zu dokumentieren, ist sehr wichtig. Und es ist gut, dass das mit dem Blick von au\u00dfen aufgearbeitet wird\u201c, meinte der B\u00fcrgermeister der Gemeinde Riedenberg, Dr. Robert R\u00f6mmelt.<\/p>\n<p>Es sei nicht einfach gewesen, f\u00fcr ein solches Thema einen geeigneten Verlag zu finden, in dessen Profil eine derartige Reihe passe, sagte Dr. Doris Pokorny. Der Imhof-Verlag in Petersberg sei f\u00fcr das Projekt des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n jedoch der ideale Partner. Die Reihe ist im Buchhandel sowie im Informationszentrum \u201eHaus der Schwarzen Berge\u201c in Wildflecken-Oberbach, im Informationszentrum \u201eHaus der Langen Rh\u00f6n\u201c in Oberelsbach, im Freilandmuseum Fladungen und in der Infostelle am Schwarzen Moor erh\u00e4ltlich. Der soeben erschienene 3. Band kann au\u00dferdem bei der Verwaltungsgemeinschaft Bad Br\u00fcckenau und bei der Gemeindeverwaltung in Wildflecken zum Preis von 16,80 Euro erworben werden. Die ISBN-Nummer lautet 978-3-86568-888-0. \u201eDieses Werk eignet sich auch als Geschenk f\u00fcr Weihnachten\u201c, meinte Dr. Doris Pokorny abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Im Beisein vieler Partner wurde jetzt im Informationszentrum \u201eHaus der Schwarzen Berge\u201c in Wildflecken-Oberbach der 3. Band der Reihe \u201eHistorische Kulturlandschaft Rh\u00f6n\u201c vorgestellt. 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