{"id":105007,"date":"2012-12-15T00:09:22","date_gmt":"2012-12-15T00:09:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=105007"},"modified":"2012-12-15T09:26:31","modified_gmt":"2012-12-15T09:26:31","slug":"zeit-fur-ein-schwatzchen-in-martinas-dorfladchen-in-rasdorf-geht-es-menschlich-und-familiar-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=105007","title":{"rendered":"Zeit f\u00fcr ein Schw\u00e4tzchen: In \u201eMartinas Dorfl\u00e4dchen\u201c in Rasdorf geht es menschlich und famili\u00e4r zu"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-105008\" title=\"567-Tante-Emma-Laden\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/567-Tante-Emma-Laden.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"363\" \/><\/p>\n<p>Rasdorf. \u201eGeh mal schnell und hol ein halbes Pfund Butter! Und bring auch noch zehn Eier mit!\u201c Wo w\u00fcrden Sie jetzt \u201eschnell\u201c hingehen in Ihrem Dorf irgendwo im Landkreis Fulda? In der Stadt und den angrenzenden Gro\u00dfgemeinden f\u00e4nde sich sicher direkt in der N\u00e4he ein Discounter, aber in den l\u00e4ndlichen Gemeinden?<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong> Winfried M\u00f6ller<!--more--><\/p>\n<p>In Rasdorf, der mit knapp 1.300 Einwohnern und rund 500 Haushalten kleinsten Gemeinden im Landkreis, muss niemand weit laufen. Neben Getr\u00e4nkemarkt, Wurst-, Fleisch- und Backwarenangeboten gibt es ihn wirklich noch den Tante-Emma-Laden\u201c, der hier \u201eMartinas Dorfl\u00e4dchen\u201c hei\u00dft. Das Dorfl\u00e4dchen liegt ganz zentral am Anger, dem gr\u00f6\u00dften Dorfplatz Hessens, der mit der Stiftskirche und der Gemeindeverwaltung den Ortsmittelpunkt bildet.<\/p>\n<p>Junge Menschen k\u00f6nnen mit dem Begriff \u201eTante-Emma-Laden\u201c oder \u201eKolonialwarengesch\u00e4ft\u201c nicht mehr viel anfangen. F\u00fcr sie ist Martinas Dorfl\u00e4dchen \u201eder Gutkauf\u201c. \u00c4ltere Mitb\u00fcrger hingegen erinnern sich noch an die Zeit, als es drei Tante-Emma-L\u00e4den in Rasdorf gab. F\u00fcr sie ist auch noch der Begriff \u201eKolonialwaren\u201c pr\u00e4sent. Das waren \u00fcberseeische Genuss- und Lebensmittel wie Tee, Kaffee, Kakao, Zucker, Gew\u00fcrze, Reis und Tabak. Waren also, die aus den damaligen Kolonien kamen.<\/p>\n<p>Als Gudrun Seidel Ende 2006 ihren Lebensmittelladen aufgab, fasste sich Martina M\u00fcller, die mit Tochter und Lebenspartner 1997 nach Rasdorf gezogen war, ein Herz und \u00fcbernahm das Gesch\u00e4ft. \u201eBevor nichts mehr im Dorf ist, wo man einkaufen kann, habe ich gedacht, ich probiere es einfach mal. Mehr als schief gehen kann es ja nicht.\u201c Und so baute sie ihr Tante Emma L\u00e4dchen um und aus, wechselte den Lieferanten und wird heute als \u201eGutkauf\u201c von Edeka beliefert. In Martinas Dorfl\u00e4dchen ist alles zu finden, was ein Haushalt zum t\u00e4glichen Leben ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann das Dorfl\u00e4dchen nicht mit den gro\u00dfen Handelsketten mithalten, aber die Preise liegen nur unwesentlich h\u00f6her, wie ein Vergleich von Markenbutter zeigt, die nur f\u00fcnf Cent teurer ist. Und manchmal gibt es auch Angebote. In dem kleinen Laden geht es menschlich und famili\u00e4r zu. Man kennt sich und da wird auch mal zwischendurch ein Schw\u00e4tzchen gehalten.<\/p>\n<p>\u201eIch bin eine aufmerksame Zuh\u00f6rerin, manchmal auch Seelentr\u00f6sterin und 99 Prozent duzen mich\u201c, beschreibt sich Martina M\u00fcller. Sie kennt die Eigenarten und wiederkehrenden W\u00fcnsche ihrer Kunden. \u00c4ltere oder kranke Mitb\u00fcrger bestellen ihre Waren telefonisch und bekommen sie nach Hause geliefert. \u201eMartina, kannst du mir mal zeigen wo\u201c ist ein oft geh\u00f6rter Satz. Und dann muss man halt an der Kasse etwas warten. Niemand murrt, denn jeder wei\u00df die Hilfsbereitschaft von Martina M\u00fcller und ihren Verk\u00e4uferinnen zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Auch die Kinder, die auf ihrem Weg zur Schule oder zur Bushaltestelle an Martinas Dorfl\u00e4dchen vorbeikommen, sind froh, dass es den Tante-Emma-Laden gibt. Da wird nicht nur h\u00f6flich gegr\u00fc\u00dft, sondern schnell noch ein Schulheft oder ein Tintenkiller gekauft- oder \u201eSchnupp\u201c, wie im Fuldaer Land S\u00fc\u00dfigkeiten unterschiedlichster Art bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Eine Sorge der 38-j\u00e4hrigen Jungunternehmerin ist, dass sie nicht nur von den \u00e4lteren Menschen im Dorf leben kann. Das ist auch ein Appell an die Bewohner von Rasdorf, verst\u00e4rkt in Martinas Dorfl\u00e4dchen einzukaufen. Ein weiterer Laden in einem der Nachbarorte k\u00f6nnte den Warenumsatz erh\u00f6hen und dadurch die Preise g\u00fcnstiger werden lassen, ist eine Idee von Martina M\u00fcller.<\/p>\n<p>Dass sie \u00fcber den Tellerrand hinausschaut, zeigt eine Aktion zum Beginn der Adventszeit. Sie beteiligte sich an einem Projekt zu Gunsten eines Kinderheimes in Kenia. Dort arbeitete die Rasdorferin Maren Herbert f\u00fcr ein Vierteljahr. Sowohl der scheidende B\u00fcrgermeister Berthold K\u00f6rbel als auch sein Nachfolger J\u00fcrgen Hahn lie\u00dfen es sich nicht nehmen, die Aktion durch ihren Besuch zu unterst\u00fctzen. Denn eines ist sicher: G\u00e4be es \u201eMartinas Dorfl\u00e4dchen\u201c nicht mehr, w\u00e4re Rasdorf um Einiges \u00e4rmer. (wim)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rasdorf. \u201eGeh mal schnell und hol ein halbes Pfund Butter! 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Foto: Winfried M\u00f6ller<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,78],"tags":[],"class_list":["post-105007","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-topthema"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/105007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=105007"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/105007\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=105007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=105007"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=105007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}