{"id":104791,"date":"2012-12-07T00:13:33","date_gmt":"2012-12-07T00:13:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=104791"},"modified":"2012-12-07T08:52:55","modified_gmt":"2012-12-07T08:52:55","slug":"kommunen-informieren-sich-uber-windkraftnutzung-gut-besuchte-expertenplattform-die-energieeffiziente-kommune","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=104791","title":{"rendered":"Kommunen informieren sich \u00fcber Windkraftnutzung &#8211; Gut besuchte Expertenplattform \u201eDie energieeffiziente Kommune\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-104792\" title=\"2012-12-06 Pressefoto Information Kommunen Windenergie\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-06-Pressefoto-Information-Kommunen-Windenergie-265x184.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-06-Pressefoto-Information-Kommunen-Windenergie-265x184.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/2012-12-06-Pressefoto-Information-Kommunen-Windenergie.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Fulda. Etwa 50 kommunale Vertreter wollten aktuelle Informationen \u00fcber das Trendthema Windenergie nicht verpassen. Im Rahmen der Seminarreihe \u201eDie energieeffiziente Kommune\u201c wurde der Themenkomplex im \u00dcWAG-Informationszentrum in der Frankfurter Stra\u00dfe von allen Seiten beleuchtet.Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u00dcWAG-Tochterunternehmens GKU Gesellschaft f\u00fcr kommunale Umwelttechnik, Dr. J\u00fcrgen Wiese, begr\u00fc\u00dfte alle Teilnehmer und f\u00fchrte in das Thema \u201eRegenerative Energie im Landkreis Fulda\u201c ein. Auch der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SynEnergie GmbH, Dr. Marc Oeffner, freute sich \u00fcber das rege Interesse der Besucher: Windenergie sei ein kommunalpolitisches Thema, zu dem nicht gestritten, sondern konstruktiv Meinungen ausgetauscht werden sollten. Dies sei der Zweck der Veranstaltung. \u00c4hnlich sah dies auch Landrat Bernd Woide, der aber verstehen konnte, dass das Thema emotional besetzt sei. Man m\u00fcsse die Interessen von Landschafts- und Umweltschutz sowie \u00f6konomische Vorteile f\u00fcr die Kommunen gegeneinander abw\u00e4gen.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Osthessen hat gro\u00dfes Windenergie-Potenzial<\/strong><\/p>\n<p>Bruno G\u00fcnkel vom Landkreis Fulda referierte zur Regionalplanung und zu den lokalen Suchr\u00e4umen: Der Kreis sei bei der Windkraft auf einem guten Weg. Heute w\u00fcrden 9,1 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbarer Energien abgedeckt. Gleichzeitig sei gro\u00dfes Potenzial bei der Windkraftnutzung vorhanden, die entscheidende Frage sei aber: \u201eWie ermitteln wir geeignete Fl\u00e4chen?\u201c Hier sei bereits eine Goldgr\u00e4berstimmung ausgebrochen, in der jeder seine Claims abstecke. G\u00fcnkel beruhigte aber die Rh\u00f6ner Natursch\u00fctzer: \u201eEs ist so gut wie sicher, dass von Gersfeld \u00fcber Ehrenberg und Hilders bis nach Tann keine Vorranggebiete f\u00fcr Windenergie ausgewiesen werden.\u201c<\/p>\n<p>Energiepolitisch argumentierte Landtagsmitglied Peter Seyffardt (CDU): \u201eDiejenigen Nationen sind erfolgreich, die ausreichend Energie zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen.\u201c Dies gelte auch auf L\u00e4nderebene. Hessen als Bundesland sei ein massiver Stromimporteur, deswegen sei f\u00fcr das Land eine vermehrte Eigenstromproduktion von erheblicher Bedeutung.<\/p>\n<p>Wolfgang Ruch, Betreiber eines Windparks im Kreis Hersfeld-Rotenburg sowie Projektleiter bei der \u00dcWAG-Tochter SynEnergie, ging danach auf das Thema \u201eB\u00fcrgerbeteiligung\u201c ein. Wichtig sei besonders, dass f\u00fcr interkommunalen Dialog und Kommunikation mit dem B\u00fcrger gesorgt werde, erkl\u00e4rte er. Dies sei vor allem dann wichtig, wenn sich f\u00fcr Windenergie interessante H\u00f6henz\u00fcge auf Gemeindegrenzen bef\u00e4nden oder Windkraftnutzung aufgrund landschaftlicher oder naturschutzrechtlicher Bedenken \u00c2\u00a0umstritten sei. Zentrales Thema dabei sei immer die kommunale Wertsch\u00f6pfung: \u201eWir sorgen auch daf\u00fcr, dass 100 Prozent der Gewerbe\u00c2\u00adsteuerertr\u00e4ge auch in der Kommune bleiben und hinterlassen dabei keine verbrannte Erde wie andere Investoren, die sich Fl\u00e4chen sichern und erst danach kommunizieren, was sie vorhaben.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eWindpark in eigener Regie betreiben\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Menschen vor Ort k\u00f6nnten die Windparks in eigener Regie betreiben. Es seien die l\u00e4ndlichen Gemeinden, die von der Energiewende profitieren k\u00f6nnten, wenn sie es richtig machten, so Ruch. \u201eKommunen k\u00f6nnen aber auch von externen Investoren \u00fcber den Tisch gezogen werden.\u201c Hier flie\u00dfe das Geld aus der Region ab. Ruch rechnete am Beispiel eines regionalen Windparks genau vor, mit welchen Kosten und Renditen die Gemeinden zu rechnen h\u00e4tten. Er erkl\u00e4rte, dass im \u00dcWAG\u2013Netzgebiet idealerweise ein Potenzial der regionalen Wertsch\u00f6pfung von rund 35 Millionen Euro im Jahr durch Windkraft vorliege und stellte die Frage: \u201eWollen wir diesen Schatz der Rh\u00f6n selbst heben oder andere ihn heben lassen?\u201c<\/p>\n<p>Dr. Jochen Karl vom Ingenieurb\u00fcro f\u00fcr Umweltplanung in Staufenberg kl\u00e4rte anschlie\u00dfend artenschutzrechtliche Fragen und pr\u00e4sentierte die Kosten f\u00fcr Genehmigungen und Analysen. \u201eFledermauskunde ist etwas f\u00fcr Spezialisten\u201c, so Karl. \u00c4hnlich kompliziert seien die genehmigungsrechtlich erforderlichen Analysen f\u00fcr Windpark-Planer. Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung sei der Schwarzstorch wenig windkraftsensibel, so Karl: \u201eKraniche und Wei\u00dfst\u00f6rche k\u00f6nnen Windparks ohne Probleme umfliegen.\u201c Der Rotmilan sei aber bekannterma\u00dfen das \u201eSorgenkind\u201c und seine Schutzr\u00e4ume m\u00fcssten geachtet werden.<\/p>\n<p><strong>Richtige Kommunikation entscheidend<\/strong><\/p>\n<p>Alle Experten waren sich einig: Ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Errichtung eines Windparks sei immer auch die lokale Akzeptanz durch die B\u00fcrger. Ein Schl\u00fcssel dazu sei eine offene Kommunikation, bei der eine fotorealistische Visualisierung helfen k\u00f6nne, so Jochen M\u00fclder von Lenn\u00e9 3D aus Hamburg. Die Vorteile solcher Bilder oder Simulationen sei ihre Genauigkeit und ihre Lebensn\u00e4he. Das Anzeigen vieler verschiedener Perspektiven des sp\u00e4ter zu realisierenden Windparks in der Landschaft sorge f\u00fcr schnelle Verst\u00e4ndlichkeit f\u00fcr Projektierer oder Anwohner und k\u00f6nne Vorurteile abbauen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie Wolfgang Ruch mahnte auch Lars Rotzsche vom Bundesverband Windenergie die Vertreter der Kommunen, die Investoren genau unter die Lupe zu nehmen. Er berichtete von Beispielen, in denen Projektierer die Anlagen sp\u00e4ter an ausl\u00e4ndische, institutionelle Investoren verkauft h\u00e4tten. \u201eDann flie\u00dft die Wertsch\u00f6pfung aus der Region ab\u201c, so seine Warnung. Abschlie\u00dfend wies Rechtsanwalt Dr. Fabio Longo darauf hin, dass Kommunen nur dann Wildwuchs der Windenergie auf ihrem Gebiet wirksam ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen, wenn sie auch Positivfl\u00e4chen f\u00fcr die Nutzung der Windenergie ausweisen. Regionalpl\u00e4ne w\u00fcrden sowohl von den Windkraftgegnern als auch den Bef\u00fcrwortern beklagt. Ein kommunales Planungsrecht k\u00f6nne hier Rechtssicherheit schaffen.<\/p>\n<p><strong>Besondere Veranstaltungsreihe<\/strong><\/p>\n<p>Das Seminar am Freitag war bereits das dritte innerhalb der \u00dcWAG-Initiative \u201eDie energieeffiziente Kommune\u201c, das sich in erster Linie als Informationsplattform der Kommunen in Sachen Energieeffizienz versteht und den Kontakt kommunaler Entscheider mit Energieexperten aus unterschiedlichen Fachgebieten vermitteln m\u00f6chte. Aufgrund der sehr positiven Resonanz der vergangenen Veranstaltungen war die Seminarreihe in diesem Jahr ausgebaut worden. 2013 und 2014 seien bereits Veranstaltungen geplant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Etwa 50 kommunale Vertreter wollten aktuelle Informationen \u00fcber das Trendthema Windenergie nicht verpassen. 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