{"id":104507,"date":"2012-11-30T00:15:25","date_gmt":"2012-11-30T00:15:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=104507"},"modified":"2012-11-29T13:16:50","modified_gmt":"2012-11-29T13:16:50","slug":"am-naturdenkmal-lindenallee-bei-den-ritterhofen-nagt-der-zahn-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=104507","title":{"rendered":"Am Naturdenkmal \u201eLindenallee bei den Ritterh\u00f6fen\u201c nagt der Zahn der Zeit"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-104508\" title=\"541-Lindenallee-mit-Wu\u00cc\u02c6stensachsen-im-Hintergrund\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/541-Lindenallee-mit-Wu\u00cc\u02c6stensachsen-im-Hintergrund-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" \/>Ehrenberg-W\u00fcstensachsen. Hinter der Naturdenkmalnummer 6.31.166 verbirgt sich ein Name, dessen Klang vor dem inneren Auge stolze Ritter zwischen gr\u00fcnen B\u00e4umen entlang galoppieren l\u00e4sst: Es geht in der heutigen Folge der Serie \u00fcber Naturdenkmale im Landkreis Fulda um die \u201eLindenallee bei den Ritterh\u00f6fen\u201c nahe W\u00fcstensachsen. Tats\u00e4chlich kann dieses Phantasiebild der Wirklichkeit entsprochen haben. Hobby-Heimatforscherin Notburga Kl\u00fcber aus W\u00fcstensachsen vermutet, dass der Ritterhof, der heute an der L 3395 Richtung Oberelsbach liegt, als \u201eAu\u00dfenstelle\u201c des W\u00fcstensachsener Schlosses von Karl von Th\u00fcngen im 16. Jahrhundert gegr\u00fcndet worden ist. Da war zwar schon das Mittelalter und damit die eigentliche Bl\u00fctezeit der Ritter zu Ende, dennoch entsprachen die Adeligen, die den Weg benutzten, sicherlich unseren heutigen Vorstellungen von Rittersleuten.<!--more--><\/p>\n<p>Der jetzt geschotterte Weg war fr\u00fcher gepflastert und f\u00fchrte vom Ritterhof bis zum Schloss, dem bis heute erhaltenen Geb\u00e4ude neben der Kirche in der Ortsmitte. Doch mit der Umlegung des Wegs im Zuge von Flurbereinigungen in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verschwanden die Linden in Richtung der Ulsterbr\u00fccke; \u201edurch menschlichen Unverstand und Kurzsichtigkeit\u201c, wie der Autor der W\u00fcstensachsener Ortschronik kommentierte. Die alten und knorrigen B\u00e4ume, die unterhalb des Ritterhofes wuchsen, wurden 1936 unter Naturschutz gestellt und 1968 unter dem Namen \u201eLindenallee zu den Ritterh\u00f6fen\u201c als Naturdenkmale eingetragen. Elf Linden, davon allerdings eine in jenem Fr\u00fchjahr gerade zusammengebrochene, und eine Ulme z\u00e4hlte das Ensemble damals.<\/p>\n<p>Bl\u00e4ttert man durch die Naturdenkmal-Akte, so wird man unweigerlich an das Lied von den \u201eZehn kleinen Negerlein\u201c erinnert: Bereits 1982 sollten baumchirurgische Ma\u00dfnahmen zum Erhalt von noch neun Linden und einer Ulme getroffen werden, deren Kosten auf 17.000 Mark veranschlagt worden waren. Diesem Vorhaben musste der damalige B\u00fcrgermeister Rippstein eine Absage erteilen, weil die Gemeinde sich wegen laufender Gro\u00dfprojekte wie B\u00fcrgerhaus, Kl\u00e4ranlage und Ortssanierung finanziell nicht in der Lage sah, die nach einem Zuschuss des Landkreises noch verbleibenden 7.000 Mark f\u00fcr das Naturdenkmal aufzubringen. Seitdem verschwindet eine Linde nach der anderen: Im August 2001 notierte der dato bei der Naturschutzbeh\u00f6rde zust\u00e4ndige Otto Evers, dass die Krone einer Linde vollst\u00e4ndig abgebrochen sei, der Stumpf jedoch stehen bleiben solle. Im Februar 2007 werden acht B\u00e4ume und ein Stumpf gez\u00e4hlt; ein Jahr darauf sind es nur noch sieben B\u00e4ume und zwei St\u00fcmpfe. 2008, nach einem Sturm, wurde die Gartenbaufirma Kopf von der Gemeinde mit der F\u00e4llung einer weiteren Linde beauftragt, sodass sechs Linden verblieben sind.<\/p>\n<p>Doch auch deren Tage sind gez\u00e4hlt: Bei einer der Linden, die sich zwischen zwei aufgestellten Picknickb\u00e4nken befindet, ist ein baumstarker Ast abgebrochen. Diese und eine weitere nahe des Ritterhofs werden in n\u00e4chster Zeit gef\u00e4llt werden, um eine Gef\u00e4hrdung der Bev\u00f6lkerung auszuschlie\u00dfen, teilt B\u00fcrgermeister Thomas Schreiner auf Anfrage mit.<\/p>\n<p>Weil auch die bisher gef\u00e4llten oder abgebrochenen Linden innen faul oder hohl waren, lie\u00df sich ihr Alter nicht genau datieren. Gesch\u00e4tzt wird es jedoch auf etwa 400 Jahre. Zurzeit der von Th\u00fcngens standen die B\u00e4ume zwar dicht, waren aber noch jung und entsprechend klein, w\u00e4hrend die wenigen verbliebenen nunmehr daf\u00fcr mit ihrer Gr\u00f6\u00dfe beeindrucken. Teilweise f\u00fcnfeinhalb Meter betr\u00e4gt ihr Stammumfang.<\/p>\n<p>Mittlerweile tummeln sich sogar wieder ab und zu \u201eRitter\u201c unter ihren m\u00e4chtigen Kronen: Diese gelangen mit ihren aus St\u00f6cken bestehenden Schwertern auf Erkundungstour vom Abenteuerspielplatz \u201eRoter Rain\u201c aus auf dem Rundwanderweg 9 geradewegs zur Lindenallee.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ehrenberg-W\u00fcstensachsen. Hinter der Naturdenkmalnummer 6.31.166 verbirgt sich ein Name, dessen Klang vor dem inneren Auge stolze Ritter zwischen gr\u00fcnen B\u00e4umen entlang galoppieren l\u00e4sst: Es geht in der heutigen Folge der Serie \u00fcber Naturdenkmale im Landkreis Fulda um die \u201eLindenallee bei den Ritterh\u00f6fen\u201c nahe W\u00fcstensachsen. Tats\u00e4chlich kann dieses Phantasiebild der Wirklichkeit entsprochen haben. 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