{"id":103728,"date":"2012-11-07T00:11:20","date_gmt":"2012-11-07T00:11:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=103728"},"modified":"2012-11-07T09:23:32","modified_gmt":"2012-11-07T09:23:32","slug":"judische-nachbarn-wege-von-gestern-doppelausstellung-in-der-galerie-vor-den-spiegelsalen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=103728","title":{"rendered":"J\u00fcdische Nachbarn \u2013 Wege von gestern &#8211;  Doppelausstellung in der Galerie vor den Spiegels\u00e4len"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-103729\" title=\"weinberg_edith_yad_vashem_571704_1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/weinberg_edith_yad_vashem_571704_1-265x180.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/weinberg_edith_yad_vashem_571704_1-265x180.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/weinberg_edith_yad_vashem_571704_1.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Fulda (mb). Sie ist bedr\u00fcckend. Sie trifft jeden bis ins Mark: die Deportation j\u00fcdischer Menschen mit den Z\u00fcgen der Deutschen Reichsbahn in die Arbeits- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Der b\u00fcrokratischen Seite und dem menschlichen Aspekt der Deportation mit unmittelbaren Bez\u00fcgen zur j\u00fcdischen Gemeinde Fuldas widmet sich eine \u201eDoppelausstellung\u201c, die von der Fuldaer Gesellschaft f\u00fcr Christlich-J\u00fcdische Zusammenarbeit unter Vorsitz von Dr. Irina Ostmeyer initiiert\u00c2\u00a0 und mit Unterst\u00fctzung der Deutschen Bahn sowie der Stadt Fulda durch das Stadtarchiv und das Vonderau Museum ab 8. November in der Galerie vor den Spiegels\u00e4len gezeigt wird. <!--more--><\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet werden die beiden Ausstellungen \u201eSonderz\u00fcge in den Tod \u2013 Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn\u201c sowie \u201eJ\u00fcdische Nachbarn \u2013 Wege von gestern\u201c durch den Schirmherrn der Veranstaltung, Fuldas Oberb\u00fcrgermeister und Kulturdezernent Gerhard M\u00f6ller, am 8. November um 16 Uhr. M\u00f6ller dankte Irena Ostmeyer sowie allen weiteren Beteiligten f\u00fcr das gro\u00dfe Engagement, mit der beide Ausstellungen inhaltlich erg\u00e4nzend zusammengef\u00fchrt worden sind. \u201eWir sind dankbar f\u00fcr diese Arbeit des Erinnerns, des Gedenkens an die schlimmen Schicksale, die ehemalige j\u00fcdische Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger aus Fulda in der Zeit der Nazi-Terrorherrschaft erleiden mussten.\u201c<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrokratie des T\u00f6tens<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstellung der Deutschen Bahn Bahn (DB) dokumentiert nach Worten Irena Ostmeyers die \u201eB\u00fcrokratie des T\u00f6tens\u201c, allgemeine Informationen, vor allem Zahlen, Fahrpl\u00e4ne, Anordnungen, aber auch Zugnummern f\u00fcr die geplanten \u201eSonderz\u00fcge\u201c.\u00c2\u00a0 Den begleitenden Vortrag wird Susanne Kill, Berlin, am Mittwoch, dem 7. November um 19 Uhr im Bonifatiushaus halten.\u00c2\u00a0 Der Fuldaer Teil der Ausstellung ist nicht Gesetzen, Verordnungen oder Zahlen, sondern dem einzelnen Menschen mit seinem pers\u00f6nlichen Schicksal gewidmet, betont Ostmeyer. Namen und Gesichter ehemaliger Nachbarn werden in Erinnerung gerufen. Basis der Ausstellung sind Archivdokumente aus Deutschland, Israel und Tschechien, Zeitungen sowie Interviews mit ehemaligen Fuldaer Juden, die 1987 aufgenommen wurden.<\/p>\n<p>\u201eNach dem Aufruf in der Fuldaer Zeitung konnten wir noch einige Interviews mit Zeitzeugen f\u00fchren und bekamen bis dahin unbekannte Dokumente und Fotos aus privaten Archiven\u201c, freut sich Initiatorin Ostmeyer. So konnten die \u201eAusstellungsmacher\u201c mehr \u00fcber die letzten der noch in Fulda verbliebenen rund 250 j\u00fcdischen Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger erfahren, die schlie\u00dflich mit drei \u201eSonderz\u00fcgen\u201c nach Riga, Sobibor sowie Theresienstadt\u00c2\u00a0 transportiert wurden. F\u00fcr die allermeisten bedeutete der Transport nach Sobibor oder Theresienstadt, von wo aus es gerade f\u00fcr \u00e4ltere Deportierte weiter in die Vernichtungslager Treblinka und Auschwitz ging, den sicheren Tod. Lediglich im Lager von Riga, in das nur arbeitsf\u00e4hige Kr\u00e4fte kamen, \u00fcberlebten 12 der insgesamt 130 j\u00fcdischen Deportierten. Eine dieser \u00dcberlebenden und Zeitzeugin ist Ruth Rose, die \u00fcbrigens heute wieder in Fulda lebt. Wie Ostmeyer betont, w\u00e4re die\u00c2\u00a0 Ausstellung ohne die intensive wissenschaftliche Mitarbeit und Beratung von Gabriel Moeller undenkbar gewesen. Sein Vortrag \u201eJ\u00fcdische Nachbarn. Teil 2\u201c findet am Donnerstag, dem 29. November um 19 Uhr im Haus Oranien statt.\u00c2\u00a0 Entscheidend mitgewirkt an der Gestaltung des Fuldaer Teils\u00c2\u00a0 der Ausstellung habe Museumsp\u00e4dagogin Kornelia Wagner\u00c2\u00a0 vom Vonderau Museum.<\/p>\n<p>Von besonderer Bedeutung war die Mitarbeit einiger Lehrer und ihrer Sch\u00fcler sowie einer Reihe von Sponsoren, die die Ausstellung erst\u00c2\u00a0 erm\u00f6glicht haben.\u00c2\u00a0 Zu sehen ist die\u00c2\u00a0 Ausstellung in der Galerie vor den Spiegels\u00e4len bis zum 3. Dezember. \u00d6ffnungszeiten: Montag \u2013 Freitag 8:30-17:00 Uhr, Samstag und Sonntag 10:00-17:00 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb). Sie ist bedr\u00fcckend. Sie trifft jeden bis ins Mark: die Deportation j\u00fcdischer Menschen mit den Z\u00fcgen der Deutschen Reichsbahn in die Arbeits- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten. 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