{"id":103710,"date":"2012-11-07T00:12:53","date_gmt":"2012-11-07T00:12:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=103710"},"modified":"2012-11-07T08:59:46","modified_gmt":"2012-11-07T08:59:46","slug":"guatemaltekischer-bischof-ramazzini-zu-konzertlesung-in-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=103710","title":{"rendered":"Guatemaltekischer Bischof Ramazzini zu Konzertlesung in Fulda"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-103711\" title=\"P1080757_Bischof-Ramazzini\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/P1080757_Bischof-Ramazzini-265x298.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/P1080757_Bischof-Ramazzini-265x298.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/P1080757_Bischof-Ramazzini.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Fulda. \u201eWir leiden an einer gro\u00dfen Krise des Menschseins. Wir haben die W\u00fcrde der Menschen vergessen\u201c war ein Kernsatz des guatemaltekischen Bischofs Alvaro Ramazzini im Rahmen einer Konzertlesung mit dem DUO Porto La Plata und dem ehemaligen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des bisch\u00f6flichen Hilfswerks Misereor, Pr\u00e4lat Josef Sayer im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses. Dazu hatte das Solidarit\u00e4tswerk der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) zusammen mit dem Weltladen Fulda, der Agenda Arbeitsgruppe \u201eFaires Fulda\u201c und der Menschenrechtsorganisation FIAN eingeladen.<!--more--><br \/>\nVor fast 100 Zuh\u00f6rern rief der Bischof der guatemaltekischen Di\u00f6zese Huehuetenango zur Solidarit\u00e4t mit den Menschen in dem Mittelamerikanischen Staat auf. \u201eF\u00fcr die Globalisierung gibt es keine Grenzen, aber die Migranten erleben harte Grenzen\u201c geht Ramazzini auf die armutsbedingte Flucht vieler Menschen nach Mexiko und in die USA ein. Famili\u00e4re Strukturen w\u00fcrden dadurch zerst\u00f6rt, Kinder und Jugendliche verl\u00f6ren ihren Halt bei gleichzeitig andauernder Perspektivlosigkeit. Die Tatsache, dass knapp 60 % aller Kinder unter 3 Jahren chronisch unterern\u00e4hrt seien verdeutliche die Armut in dem Land. Nach Ansicht des Bischofs m\u00fcsse dies nicht sein, w\u00fcrden nicht der Gro\u00dfteil der Ernten von Mais, Bohnen, Bananen und anderen Fr\u00fcchten exportiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-103712\" title=\"P1080786_Fernando-Dias-Costa-u-Anibal-Civilotti_2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/P1080786_Fernando-Dias-Costa-u-Anibal-Civilotti_2-265x197.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/P1080786_Fernando-Dias-Costa-u-Anibal-Civilotti_2-265x197.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/P1080786_Fernando-Dias-Costa-u-Anibal-Civilotti_2.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Die Spekulation mit Lebensmitteln als auch die Erzeugung von Biosprit seien dabei ein fataler Anreiz zum Export der im Land ben\u00f6tigten Nahrungsmittel. Fehlende und nicht eingehaltene Arbeitsvorschriften, extrem lange Arbeitszeiten, niedrigste L\u00f6hne und das Fehlen jeglicher sozialer Absicherung versch\u00e4rften die Situation. Auch der Klimawandel, von dem Guatemala nach internationalen Untersuchungen im Jahr 2010 weltweit am zweitst\u00e4rksten betroffen war, versch\u00e4rfe die Situation. Die wirtschaftsorientierte auf maximalen Profit ausgerichtete Globalisierung f\u00fchre zu einer Disharmonie zwischen Mensch und Natur. \u201eWeder Geld, Macht noch Vergn\u00fcgen bringen Einklang in das menschliche Miteinander und zur Sch\u00f6pfung\u201c so der schon mehrfach mordbedrohte Sozialbischof. Die Realit\u00e4t sei, dass der Mensch nur so viel wert ist, wie er an materiellen G\u00fctern besitze statt im Menschsein an sich den h\u00f6chsten Wert zu sehen.<\/p>\n<p>\u201eWir haben vergessen, dass Gott die Realit\u00e4t ist!\u201c kritisiert Ramazzini. Der Glaube an Gott und die Liebe zu ihm seien Voraussetzung zum Glauben an die Menschen und zur N\u00e4chstenliebe. \u00dcber diese im Glauben begr\u00fcndeten Liebe k\u00f6nne ein Weg zu echter Solidarit\u00e4t gefunden werden. Bezugnehmend auf die Partnerschaftsarbeit der KAB Fulda zur guatemaltekischen MTC (Movimiento Trabajadores Campesinos) lobte er die vielf\u00e4ltigen pers\u00f6nlichen Beziehungen zwischen Vertretern der beiden Verb\u00e4nde. Vorwiegend in der Begegnung auf Augenh\u00f6he finde man Freunde und Freunde seien die wahren Sch\u00e4tze des Lebens.<\/p>\n<p>Der ehemalige Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des bisch\u00f6flichen Hilfswerks Misereor, Pr\u00e4lat Josef Sayer best\u00e4tigte aus seiner reichen Erfahrung die Ansichten des guatemaltekischen Bischofs. \u201eDurch unsere Solidarit\u00e4t merken die Menschen in Guatemala, dass wir Ihnen Beachtung schenken und sie uns als Person sehr viel wert sind\u201c. Durch diese Aufmerksamkeit k\u00f6nnten die Menschen nicht nur in Guatemala Hoffnung sch\u00f6pfen. Die vielf\u00e4ltigen Projekte der KAB in dem zentralamerikanischen Land, die teilweise von Misereor unterst\u00fctzt werden f\u00fchrten nicht nur zur Verbesserung der Lage dort, sondern seien f\u00fcr uns selbst eine Hilfe \u201eMensch zu sein\u201c und die W\u00fcrde des Menschen \u00fcber Profitsucht und Machtgier zu stellen.<\/p>\n<p>Die Wortbeitr\u00e4ge, die von dem Mittelamerikabeauftragten der Menschenrechtsorganisation f\u00fcr Ern\u00e4hrung FIAN, Martin Wolpold-Bosien \u00fcbersetzt wurden, waren eingerahmt in die musikalischen Darbietungen des Duo\u00c2\u00b4s Porto La Plata. Einf\u00fchlsames bis stimmungsvolles lateinamerikanisches Liedgut wurde von Fernando Dias Costa (Gesang und Perkussion) und Anibal Civilotti (Gesang und Gitarre) dargeboten. Die teils gesellschaftskritischen Texte der Lieder, von Fernando Dias Costa \u00fcbersetzt und erkl\u00e4rt spiegelten lateinamerikanischen Lebensalltag der Entbehrung, der Gewalt gegen Menschen und Unterdr\u00fcckung wieder \u2013 aber auch die Lebensfreude der Menschen Lateinamerikas in einem scheinbar schier ausweglosen bedr\u00fcckenden Umfeld.<\/p>\n<p>KAB Di\u00f6zesansekret\u00e4r Michael Schmitt begr\u00fc\u00dfte zu Beginn f\u00fcr die Veranstalter KAB Di\u00f6zesanpr\u00e4ses Pfarrer Christian Sack, f\u00fcr den Weltladen Iris K\u00f6rper-Hinz und f\u00fcr die Agenda Arbeitsgruppe Faires Fulda Gudrun Jonas und dr\u00fcckte seine Freude aus, dass Bischof Ramazzini zum wiederholten mal sich zur Verf\u00fcgung gestellt habe, Zeugnis \u00fcber das Leben im zweit\u00e4rmsten Land des amerikanischen Kontinents abzulegen. F\u00fcr die Stadt Fulda hie\u00df der ehrenamtliche Stadtrat Stefan Grauel sowohl die Akteure des Abends als auch die Zuh\u00f6rer willkommen.<br \/>\n(Michael Schmitt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. \u201eWir leiden an einer gro\u00dfen Krise des Menschseins. Wir haben die W\u00fcrde der Menschen vergessen\u201c war ein Kernsatz des guatemaltekischen Bischofs Alvaro Ramazzini im Rahmen einer Konzertlesung mit dem DUO Porto La Plata und dem ehemaligen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des bisch\u00f6flichen Hilfswerks Misereor, Pr\u00e4lat Josef Sayer im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses. 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