{"id":103489,"date":"2012-11-02T00:08:44","date_gmt":"2012-11-02T00:08:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=103489"},"modified":"2012-11-02T07:34:07","modified_gmt":"2012-11-02T07:34:07","slug":"ganz-normal-und-doch-besonders-fachtagung-der-gemeinsamen-adoptionsvermittlungsstelle-zeigte-vielschichtigkeit-des-themas-adoption-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=103489","title":{"rendered":"\u201eGanz normal und doch besonders!\u201c Fachtagung der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle zeigte Vielschichtigkeit des Themas Adoption auf"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-103492\" title=\"507-Gruppenbild\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Gruppenbild.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"364\" \/><\/p>\n<p>H\u00fcnfeld. Was ist Adoption? Auf jeden Fall ein sensibles Thema. Ein Thema, bei dem Gl\u00fcck und Leid ganz nah beieinander liegen. Ein Thema, \u00fcber das man nicht (mehr) hinter vorgehaltener Hand spricht, sondern das in unserer Gesellschaft immer mehr zur Normalit\u00e4t wird<strong>.<\/strong> Wie vielschichtig das Thema \u201eAdoption\u201c tats\u00e4chlich ist, wurde bei einer Fachtagung der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle der Jugend\u00e4mter der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie der Stadt Fulda deutlich.<\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong> Max Colin Heydenreich <!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-103490\" title=\"507-Begru\u00cc\u02c6\u00dfung\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Begru\u00cc\u02c6\u00dfung-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" \/>Die Leiterinnen der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle, Ines George und Irmgard Plappert, hatten anl\u00e4sslich des f\u00fcnfj\u00e4hrigen Bestehens der Vermittlungsstelle zu der Tagung in das St. Bonifatiuskloster nach H\u00fcnfeld eingeladen. Mehr als 60 Teilnehmer, darunter Kollegen aus anderen Adoptionsvermittlungsstellen, Mitarbeiter von Beratungsstellen, Vorm\u00fcnder, Richter des Familiengerichts, Mitglieder des Jugendhilfeausschusses sowie Adoptiveltern und Adoptivbewerber, verfolgten die Vortr\u00e4ge und Erfahrungsberichte mit gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n<p>Vorab hatten Elke K\u00fcnholz (Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Hersfeld-Rotenburg), Dr. Heiko Wingenfeld (Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Fulda) und Dr. Wolfgang Dippel (B\u00fcrgermeister der Stadt Fulda) an die Entstehung der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle erinnert und den beiden Leiterinnen f\u00fcr ihre einf\u00fchlsame und konstruktive Arbeit gedankt. \u201eDie gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle ist eine Erfolgsgeschichte, die es wert ist, gew\u00fcrdigt zu werden\u201c, betonte Elke K\u00fcnholz. Dr. Heiko Wingenfeld hob hervor, dass es keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sei, dass sich verschiedene Landkreise und eine Stadt gemeinsam um das Thema Adoption k\u00fcmmerten. \u201eDie gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle war ein echtes Wunschkind\u201c, sagte Dr. Wingenfeld und Dr. Dippel f\u00fcgte hinzu, \u201edass der gemeinsame Weg auch in Zukunft weiter gegangen werden soll.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-103494\" title=\"507-Wingenfeld_Dippel\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Wingenfeld_Dippel-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Wingenfeld_Dippel-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Wingenfeld_Dippel.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-103491\" title=\"507-Ga\u00cc\u02c6ste\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Ga\u00cc\u02c6ste-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" \/><\/p>\n<p>Im Anschluss referierte die Juristin Iris Egger-Otholt, Leiterin der Gemeinsamen Zentralen Adoptionsstelle Rheinland-Pfalz und Hessen, \u00fcber die Entwicklung des Adoptionswesens in Deutschland. Sie warf einen Blick auf die Geschichte der Adoption, informierte \u00fcber Auslandsadoptionen und verdeutlichte die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen. \u201eAdoption ist ein lebenslanger Prozess\u201c, betonte die Rechtsanw\u00e4ltin, \u201ewir m\u00f6chten deshalb, dass die Adoptionsbegleitung noch weiter ausgebaut wird.\u201c<\/p>\n<p>Wie wichtig die kompetente Begleitung nach der Adoption, aber auch die Vorbereitung auf eine Adoption ist, wurde deutlich, als Adoptiveltern beim Runden Tisch \u00fcber ihre Erfahrungen berichteten. Da war von H\u00f6hen und Tiefen die Rede, von schlaflosen N\u00e4chten, Zweifeln, Sorgen oder \u201edreit\u00e4gigen Schwangerschaften\u201c, weil der lang ersehnte Moment viel schneller da war, als erwartet. Tats\u00e4chlich glich keine Geschichte der anderen. Und doch gab es einen gro\u00dfen gemeinsamen Nenner: das stets pr\u00e4sente Gl\u00fcck, der unb\u00e4ndige Stolz auf und die Liebe zu den Kindern. Michael Friedrich, Leiter der Volkshochschule des Landkreises Fulda und selbst Adoptivvater, hatte den Runden Tisch moderiert und treffend zusammengefasst: \u201eWir \u2013 Adoptiveltern und -kinder \u2013 sind ganz normal und doch besonders!\u201c<\/p>\n<p>Weil Adoption f\u00fcr Ines George und Irmgard Plappert eine echte Herzensangelegenheit ist, widmeten sie sich in ihrem R\u00fcck- und Ausblick nicht nur der trockenen Statistik, sondern auch der gesellschaftspolitischen Dimension von Adoption, die in vielen F\u00e4llen eine humanit\u00e4re Antwort auf die Zukunft- und Perspektivlosigkeit \u00fcberforderter Familien sein kann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-103493\" title=\"507-Kloster\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Kloster-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Kloster-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/507-Kloster.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>So begleiten die beiden 52-J\u00e4hrigen neben Adoptiveltern und Adoptivbewerbern auch die leiblichen Eltern sowie die Herkunftssuchenden. In den vergangenen f\u00fcnf Jahren wurden laut Ines George insgesamt 374 Menschen begleitet, betreut und beraten. J\u00e4hrlich verzeichnet die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle mehr als 60 Adoptionsprozesse. Seit 2007 konnten 26 Kinder \u2013 16 aus dem Inland, zehn aus dem Ausland \u2013 zu neuen Eltern vermittelt werden. \u201eDabei waren die meisten Kinder zum Zeitpunkt der Vermittlung unter einem Jahr alt\u201c, erkl\u00e4rte Ines George, \u201cdoch \u00fcber die Vermittlung der \u00e4lteren Kinder freuen wir uns ganz besonders.\u201c Dar\u00fcber hinaus wurden 49 erwachsene Adoptierte bei der Suche nach ihrer Herkunft unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Zudem stellen sich die Leiterinnen der Adoptionsvermittlungsstelle in ihrer t\u00e4glichen Arbeit auch den aktuellen gesellschaftlichen Themen, wie beispielsweise Adoption in Lebenspartnerschaften, Leihmutterschaft sowie Babyklappe und anonyme Geburt. \u201eWenn es uns gelingt, Adoption als Chance f\u00fcr das Kind zu betrachten -\u00c2\u00a0 sowohl von der Seite der leiblichen Eltern als auch der Adoptiveltern &#8211; dann braucht es vielleicht weniger Babyklappen und weniger anonyme Geburten. Und wenn es uns gelingt, den Menschen, die das Beste im Sinn f\u00fcr ihr Kind entschieden haben, wertsch\u00e4tzend zu begegnen, dann erleben wir vielleicht, dass sich auch leibliche Eltern an so einem Tag wie heute eingeladen f\u00fchlen\u201c, so Irmgard Plappert abschlie\u00dfend. (Dorit Heydenreich)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>H\u00fcnfeld. Was ist Adoption? Auf jeden Fall ein sensibles Thema. Ein Thema, bei dem Gl\u00fcck und Leid ganz nah beieinander liegen. Ein Thema, \u00fcber das man nicht (mehr) hinter vorgehaltener Hand spricht, sondern das in unserer Gesellschaft immer mehr zur Normalit\u00e4t wird. 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