{"id":103482,"date":"2012-11-01T00:09:35","date_gmt":"2012-11-01T00:09:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=103482"},"modified":"2012-11-01T09:16:28","modified_gmt":"2012-11-01T09:16:28","slug":"weltweit-einmaliges-vorkommen-der-rhon-quellschnecke-winzige-schnecke-liebt-saubere-quellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=103482","title":{"rendered":"Weltweit einmaliges Vorkommen der Rh\u00f6n-Quellschnecke &#8211; Winzige Schnecke liebt saubere Quellen"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-103483\" title=\"505-Rho\u00cc\u02c6n-Quellschnecke\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/505-Rho\u00cc\u02c6n-Quellschnecke.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"359\" \/><\/p>\n<p>Rh\u00f6n. Seit 2005 werden vom Landesverband f\u00fcr H\u00f6hlen- und Karstforschung Hessen e.V. in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n die Quellen im Landkreis hinsichtlich ihrer Tierwelt untersucht. Eine der besonders seltenen Arten, die weltweit nur in unserer Region vorkommt, ist die Rh\u00f6n-Quellschnecke. Der Fuldaer Quellenforscher Stefan Zaenker und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Natur und Landschaft der Kreisverwaltung, dem Biosph\u00e4renreservat und dem Forstamt Hofbieber die bekannten Vorkommen zu sch\u00fctzen und die Lebensr\u00e4ume zu verbessern.<!--more--><\/p>\n<p>Die Rh\u00f6n-Quellschnecke wurde 1850 erstmals in der Literatur erw\u00e4hnt. Die nur etwa zwei Millimeter gro\u00dfe Schnecke kommt als endemische Art weltweit nur in einem kleinen Areal im Dreil\u00e4ndereck Hessen, Bayern und Th\u00fcringen vor. Sie besiedelt Quellaustritte und die anschlie\u00dfenden Quellbachbereiche und ist auf gleichm\u00e4\u00dfig kaltes und unbelastetes Quellwasser zwingend angewiesen. Ihr typischer Lebensraum ist der Quellbach des Erlenbruchwaldes. Fr\u00fcher war sie in der offenen Landschaft verbreitet, kommt heute aber fast ausschlie\u00dflich in zusammenh\u00e4ngenden Laubwaldarealen vor. Aufgrund ihrer hohen Lebensraumanspr\u00fcche stellt die Rh\u00f6n-Quellschnecke eine wichtige Indikatorart f\u00fcr den Zustand der Quellen und ihres Umfeldes dar.<\/p>\n<p>Insgesamt sind in der Datenbank des Landesverbandes f\u00fcr H\u00f6hlen- und Karstforschung 858 Fundorte der Rh\u00f6n-Quellschnecke verzeichnet, davon 624 in Hessen. Die Analyse der erfassten Lebensraumdaten zeigt eine klare Bevorzugung von Quellbereichen in H\u00f6henlagen \u00fcber 450 Meter, die Mehrzahl der Vorkommen liegt in den Basaltgebieten, es sind jedoch auch zahlreiche Fundorte im Sandstein und im Muschelkalk bekannt. Die meisten Funde dieser Art stammen aus st\u00e4ndig flie\u00dfenden bzw. st\u00e4ndig feuchten Sickerquellen. Auff\u00e4llig ist die geringe Anzahl von Vorkommen in gefassten Quellen, was daf\u00fcr spricht, dass die Rh\u00f6n-Quellschnecke sehr anf\u00e4llig auf menschliche Beeinflussungen der Quellbiotope reagiert. Die Rh\u00f6n-Quellschnecke bevorzugt unbeeinflusste Waldquellen, au\u00dferhalb dieses Lebensraums nehmen das Vorkommen und die Besiedelungsdichte schnell ab. Optimal scheinen Wassertemperaturen von 5,5 bis 8,5 Grad, pH-Werte um den Wert 7 und eine dauerhaft niedrige elektrische Leitf\u00e4higkeiten zu sein.<\/p>\n<p>Fl\u00e4chig verbreitet ist die Rh\u00f6n-Quellschnecke in Hessen in der Hohen Rh\u00f6n, Teilen der Vorder- und Kuppenrh\u00f6n sowie im Hohen Vogelsberg. Im Fulda-Haune-Tafelland zwischen Fulda und Schlitz, dem Unteren Vogelsberg und dem Sandsteinspessart sind wenige Reliktvorkommen bekannt, die als n\u00f6rdliche und s\u00fcdliche Verbreitungsbr\u00fccke zwischen den beiden Hauptvorkommen angesehen werden k\u00f6nnen. Die Rh\u00f6n-Quellschnecke scheint au\u00dferhalb der Hauptverbreitungsgebiete weitgehend verschwunden zu sein, und es ist zu bef\u00fcrchten, dass immer mehr dieser Reliktvorkommen verschwinden. Um den weiteren R\u00fcckgang der Rh\u00f6n-Quellschnecke zu stoppen, hat das Forstamt Hofbieber die Biotop-Patenschaft f\u00fcr die Quellen in der Rh\u00f6n \u00fcbernommen und erarbeitet zusammen mit den Quellenforschern Schutzkonzepte f\u00fcr die stark bedrohte Art und ihren Lebensraum.<\/p>\n<p><strong>Info<\/strong><\/p>\n<p>Der Landkreis Fulda und insbesondere das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n sind Lebensraum f\u00fcr eine ganze Anzahl seltener und streng gesch\u00fctzter Arten. Auf den \u201eKreisseiten\u201c sollen die Juwelen dieser heimischen Arten, die der Naturfreund nur selten beobachten kann, in loser Abfolge vorgestellt werden. Den Anfang haben am 30. September die Kreuzotter und am 21. Oktober die Mopsfledermaus gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Seit 2005 werden vom Landesverband f\u00fcr H\u00f6hlen- und Karstforschung Hessen e.V. in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n die Quellen im Landkreis hinsichtlich ihrer Tierwelt untersucht. Eine der besonders seltenen Arten, die weltweit nur in unserer Region vorkommt, ist die Rh\u00f6n-Quellschnecke. 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