{"id":102333,"date":"2012-09-27T07:43:12","date_gmt":"2012-09-27T07:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=102333"},"modified":"2012-09-27T07:43:12","modified_gmt":"2012-09-27T07:43:12","slug":"naturdenkmaler-im-landkreis-fulda-teufelsborn-und-steinbruch-bei-pilgerzell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=102333","title":{"rendered":"Naturdenkm\u00e4ler im Landkreis Fulda: Teufelsborn und Steinbruch bei Pilgerzell"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-102334\" title=\"444-Teufelsborn\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/444-Teufelsborn-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/444-Teufelsborn-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/444-Teufelsborn.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>K\u00fcnzell. \u00d6stlich von Pilgerzell in der N\u00e4he der Waidmannsruh liegt ein stillgelegter Steinbruch, eine Sandsteinfelswand mit wassergef\u00fclltem Restloch. Nicht weit davon entfernt \u2013 im Wald von Andreas Bohl \u2013 befindet sich der Teufelsborn, eine Quelle, die heutzutage nahezu versiegt ist und eine sagenumwobene Geschichte hat. Beide Objekte im tiefen Laubmischwald geh\u00f6ren zu den Naturdenkm\u00e4lern im Landkreis Fulda.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Jahr 1986 befand die untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises, dass dieses Gebiet sch\u00fctzenswert sei, und nahm \u2013 nach Zustimmung durch die Grundbesitzer \u2013 das Areal in die Liste der erhaltenswerten Naturdenkm\u00e4ler auf. So entfiel auch eine weitere Entnahme von Steinen aus dem Bruch f\u00fcr Bauzwecke oder die Entnahme von Wasser f\u00fcr die landwirtschaftliche Nutzung. Doch obwohl diese Ma\u00dfnahmen seit jener Zeit Bestand haben, ist das Wasser im Teich immer weiter zur\u00fcckgegangen und droht, irgendwann ganz zu versiegen.<\/p>\n<p>\u201eDas Wasser am Steinbruch war fr\u00fcher deutlich h\u00f6her\u201c, wei\u00df Thomas Gr\u00fcnkorn, Ortsvorsteher von Pilgerzell zu berichten. An der Sandsteinfelswand sind die alten Markierungen des Wassers sichtbar. Sie lassen erahnen, in welcher H\u00f6he das Wasser fr\u00fcher gestanden haben muss. Durch das Waldst\u00fcck f\u00fchrt ein befahrbarer Weg, und auf der anderen Seite dieses Weges befindet sich der Teufelsborn, eine Quelle, die nahezu versiegt ist und ebenfalls als Naturdenkmal gilt. Wer sich hier aber nicht auskennt, wird sie kaum finden.<\/p>\n<p>Reinhold Kr\u00e4mer ist fast 80 Jahre und hat schon als Kind in diesem dichten Waldst\u00fcck mit seinen Freunden gespielt. Er findet die Stelle auf Anhieb. \u201eIch habe fr\u00fcher aus der Quelle getrunken\u201c, sagt der geb\u00fcrtige Pilgerzeller. \u201eDa hat sie noch richtig gesprudelt. Doch das ist lange schon vorbei.\u201c Er ist es auch, der von einer Version der Sage zu berichten wei\u00df, die den Teufelsborn umschwirren. \u201eEin Bauer hatte einem anderen Bauern Geld geborgt, das dieser nicht zur\u00fcckgab. Die beiden wurden sich nicht einig und so kam die Angelegenheit schlie\u00dflich vor Gericht. Zuvor hatte der Schuldner seinen Gehstock ausgeh\u00f6hlt und sein Geld darin versteckt. Er bat den gegnerischen Bauern, seinen Gehstock zu halten, und als der Richter fragte, ob er das Geld zur\u00fcckgegeben habe, schwor der Schuldner, dass dies der Fall sei. Er lie\u00df sich seinen Stock zur\u00fcckgeben und wurde freigesprochen. Vergn\u00fcgt machte sich der Bauer auf den Heimweg und wurde von einem Gewitter \u00fcberrascht. Schutz suchte er im Wald unter einer m\u00e4chtigen Eiche. Dort fuhr ein Blitz hinein und t\u00f6tete den Bauern. Man fand ihn tot auf dem Boden liegend mit ausgestreckter Schwurhand auf eine sprudelnde Quelle zeigend und der Stock mit dem Geld neben ihm.\u201c<\/p>\n<p>In einer anderen Version aus der Chronik des Dorfes Pilgerzell aus dem Jahr 1972 berichtet der Autor Bartho Brede von zwei Bauern, die sich um die Quelle und das B\u00e4chlein als Grenzverlauf gestritten h\u00e4tten. \u201eAuch hier kam die Angelegenheit vor Gericht und einer der beiden schwor einen Meineid, bekam das Gel\u00e4nde zugesprochen und fand schlie\u00dflich sein unr\u00fchmliches Ende an der sprudelnden Quelle\u201c, erz\u00e4hlt Ortsvorsteher Gr\u00fcnkorn. Welche Version auch immer die richtige ist, der Teufelsborn hat seitdem seinen Namen und stellt ein Symbol f\u00fcr Gottesfurcht und Ehre dar. Heute ist der Ort fast nur noch durch Ortskundige wie Reinhold Kr\u00e4mer zu finden. Dichtes Gestr\u00fcpp wuchert in diesem dunklen Teil des Waldes, und an der Stelle, wo die Quelle fr\u00fcher zutage trat, ist lediglich ein bemooster Stein mit einem kleinen Graben zu finden, der andeutungsweise verr\u00e4t, dass hier einmal sprudelndes Wasser und ein flie\u00dfendes B\u00e4chlein gewesen sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Zum Foto: Die Stelle, wo einst die Quelle am Teufelsborn sprudelte, ist heute nur noch f\u00fcr Ortskundige wie Reinhold Kr\u00e4mer (rechts) und Pilgerzells Ortsvorsteher Thomas Gr\u00fcnkorn (links) zu finden \/ Foto: Bickert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>K\u00fcnzell. \u00d6stlich von Pilgerzell in der N\u00e4he der Waidmannsruh liegt ein stillgelegter Steinbruch, eine Sandsteinfelswand mit wassergef\u00fclltem Restloch. Nicht weit davon entfernt \u2013 im Wald von Andreas Bohl \u2013 befindet sich der Teufelsborn, eine Quelle, die heutzutage nahezu versiegt ist und eine sagenumwobene Geschichte hat. 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