{"id":102176,"date":"2012-09-24T00:20:16","date_gmt":"2012-09-24T00:20:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=102176"},"modified":"2012-09-24T07:21:06","modified_gmt":"2012-09-24T07:21:06","slug":"gemeinsam-gegen-altersarmut-osthessisches-bundnis-gegrundet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=102176","title":{"rendered":"Gemeinsam gegen Altersarmut: Osthessisches B\u00fcndnis gegr\u00fcndet"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-102177\" title=\"Vertreter-innen der B\u00fcndnisorganisationen mit Gr\u00fcndungsurkunde\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Vertreter-innen-der-B\u00fcndnisorganisationen-mit-Gr\u00fcndungsurkunde-265x153.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"153\" \/>Fulda. Das wachsende Risiko der Altersarmut veranlasste 7 osthessische Gewerkschaften und Organisationen dazu ein gemeinsames B\u00fcndnis zu gr\u00fcnden. Ziel ist, das Problem Altersarmut im Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit zu erh\u00f6hen und sich f\u00fcr den Erhalt und Ausbau der solidarischen, gesetzlichen Rentenversicherung unter ge\u00e4nderten gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Bedingungen einzusetzen.<!--more--><br \/>\nDie gemeinsame Gr\u00fcndungserkl\u00e4rung wurde in einer \u00f6ffentlichen Veranstaltung von attac, Arbeiterwohlfahrt, Katholischer Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Sozialverband VdK unterzeichnet.<\/p>\n<p>Neueste amtliche Berechnungen machen deutlich, dass selbst lebenslanges Arbeiten nicht mehr vor Altersarmut sch\u00fctze. Die Zunahme von unterbrochenen Erwerbsbiografien und prek\u00e4rer Arbeitsverh\u00e4ltnisse mit einer Entlohnung, die regelm\u00e4\u00dfig Transferleistungen aus \u00f6ffentlichen Kassen notwendig machen und die unzureichende Ber\u00fccksichtigung der Erziehungsleistungen von Eltern versch\u00e4rfen die Situation f\u00fcr k\u00fcnftige Rentner noch mehr. Besonders sei nun auch deutlich geworden, dass Altersarmut k\u00fcnftig nicht nur ein Problem der unteren Einkommensbezieher, sondern auch f\u00fcr die Mitte der Gesellschaft sein werde.<\/p>\n<p>\u201eIm Alter droht der soziale Abstieg\u201c warnte Angelika Kappe, Bezirksgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Nach Berechnungen des statistischen Bundesamtes verdienen 36 Prozent aller Vollzeitbesch\u00e4ftigten im Monat weniger als 2.500 Euro, der Einkommensgrenze, die bei 45 Besch\u00e4ftigungsjahren gerade einmal f\u00fcr den Erhalt der Grundrente ausreiche. In Fulda liege das mittlere monatliche Bruttoarbeitsentgelt bei 2.474 Euro. Besonders betroffen seien Frauen, deren Durchschnittseinkommen in Fulda bei 2.026 Euro liege.<\/p>\n<p>\u201eBerufe wie Altenpfleger, Arzthelferinnen, B\u00e4cker, Einzelhandelskaufleute und viele andere erreichen diese Einkommen nicht\u201c so die engagierte Gewerkschaftlerin und bef\u00fcrchtet, dass f\u00fcr viele ein Leben in W\u00fcrde im Altern nicht mehr zu erwarten sei. Die von vielen Politikern propagierte \u201eEigenvorsorge\u201c k\u00f6nne von den meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern heute nicht geleistet werden.<\/p>\n<p>Deshalb fordert das B\u00fcndnis den Ausbau der solidarischen, gesetzlichen Rentenversicherung unter ge\u00e4nderten gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Bedingungen. Insbesondere m\u00fcssten die Anhebung der Altersgrenze von 67 Jahren und andere Ma\u00dfnahmen zur Rentenk\u00fcrzung zur\u00fcckgenommen werden, eine Verbesserung von Erwerbsminderungsrenten und flexiblen Ausstiegsm\u00f6glichkeiten bis 65. Au\u00dferdem m\u00fcsse die gef\u00f6rderte Altersteilzeit wieder eingef\u00fchrt werden. Die Grundsicherung sei auf 850 Euro im Monat anzuheben.<\/p>\n<p>Parallel dazu m\u00fcssten Regelarbeitspl\u00e4tze wieder die Regel werden, Leiharbeit und andere Niedriglohnverh\u00e4ltnisse d\u00fcrften nur noch Ausnahme sein. Auch der gesetzliche fl\u00e4chendeckende Mindestlohn sowie entsprechende Einkommenssteigerungen werden gefordert. \u201eDiese Forderungen sind absolut nicht \u00fcberzogen, blickt man auf den in den letzten Tagen ver\u00f6ffentlichten Armutsbericht der Bundesregierung\u201c argumentiert Michael Schmitt, KAB Di\u00f6zesansekret\u00e4r, der die Gr\u00fcndungsveranstaltung moderierte und verweist damit auf die Aktualit\u00e4t der dr\u00e4ngenden Fragen.<\/p>\n<p>Mit einem Theaterst\u00fcck \u00fcber die W\u00fcrde des Menschen machten die Fuldaer Domspatzen bei der gut besuchten Gr\u00fcndungsveranstaltung des B\u00fcndnisses im Fuldaer Bonifatiushaus szenisch auf die Problematik der drohenden Altersarmut aufmerksam.<\/p>\n<p>Michael Wahl, ver.di-Bezirksvorsitzender, stellte eine gemeinsame Brosch\u00fcre vor, in der die B\u00fcndnispartner ihre verbandliche Positionierung zu den Fragen der Alterssicherung formulieren. Diese Brosch\u00fcre kann \u00fcber ver.di Osthessen oder die KAB Fulda bezogen werden. (Michael Schmitt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Das wachsende Risiko der Altersarmut veranlasste 7 osthessische Gewerkschaften und Organisationen dazu ein gemeinsames B\u00fcndnis zu gr\u00fcnden. 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