{"id":102160,"date":"2012-09-23T00:09:48","date_gmt":"2012-09-23T00:09:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=102160"},"modified":"2012-09-23T07:32:05","modified_gmt":"2012-09-23T07:32:05","slug":"tanzen-reden-lernen-projekt-unterstutzt-neuntklassler-kribbeln-im-bauch-fordert-das-korper-und-selbstwertgefuhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=102160","title":{"rendered":"Tanzen, reden, lernen: Projekt unterst\u00fctzt Neuntkl\u00e4ssler &#8211; \u201eKribbeln im Bauch\u201c f\u00f6rdert das K\u00f6rper- und Selbstwertgef\u00fchl"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-102161\" title=\"20120921_104425\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/20120921_104425.jpg\" alt=\"\" width=\"592\" height=\"272\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/20120921_104425.jpg 592w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/20120921_104425-265x121.jpg 265w\" sizes=\"(max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/p>\n<p>Fulda. Sie haben Walzer getanzt, sich ausgetobt bei Modern und Hiphop \u2013 und intensiv \u00fcber Themen wie Konfliktl\u00f6sung, Rollenverhalten und Sucht gesprochen. Die Jugendlichen aus der 9.Klasse der Mittelpunktschule Hilders hatten f\u00fcnf Tage \u201eKribbeln im Bauch\u201c \u2013 so hei\u00dft das Tanzprojekt zur Sucht- und Gewaltpr\u00e4vention, das Tina Wienr\u00f6der von der Fachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention der Diakonie Fulda seit 2009 f\u00fcr 9. Klassen organisiert. Sie nennt es \u201eLebenskompetenztraining\u201c. Die Jugendlichen sollen Zutrauen in ihre F\u00e4higkeiten entwickeln, ihr Selbstwertgef\u00fchl st\u00e4rken und auf Gewalt und Drogen verzichten.<!--more--><\/p>\n<p>Egal ob in Schlabberjeans oder im Abendkleid \u2013 konzentriert und ohne Scheu zeigen die Hildeser Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler vor der Schulgemeinse, was sie an f\u00fcnf Tagen im Studio 82 in Fulda gelernt haben. Lauter Applaus, die Jugendlichen strahlten. \u201eUnglaublich, was f\u00fcr Energie die entwickelt haben\u201c, sagt ihre Lehrerin Barbara Knopp-Hennemuth. Auch sie wurde f\u00fcr das Projekt zwei Tage geschult.<\/p>\n<p>Insgesamt zwei Klassen haben dieses Jahr je eine Woche \u201eKribbeln im Bauch\u201c gesp\u00fcrt. Die Neuntkl\u00e4ssler, der Hildeser Schule und die Sch\u00fcler der Albert-Schweizer Schule in Neuhof, trainierten und tanzten zusammen, redeten mit ehemaligen Drogenabh\u00e4ngigen. Essst\u00f6rung, Komasaufen und ausuferndes Computerspiel \u2013 auch das kam zur Sprache. Mehrere Tanzlehrer und ein Pr\u00e4ventionsteam betreuten die Jugendlichen abwechselnd.<\/p>\n<p>Manchmal fehlte Eltern das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Projektwoche, bedauert Tina Wienr\u00f6der. \u201eDann hei\u00dft es, die Sch\u00fcler sollen was lernen\u201c. Aber dabei werde \u00fcbersehen, wie wichtig soziales, kreatives Lernen und die F\u00e4higkeit seien, mit den eigenen Gef\u00fchlen umzugehen \u2013 Grundbedingungen des Lernens \u00fcberhaupt, findet Wienr\u00f6der.<\/p>\n<p>Eine Projektwoche kostet rund 2800 Euro. \u201eWenig Geld f\u00fcr das, was man erreicht\u201c, sagt die Expertin von der Fachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention. Eine Therapie etwa sei deutlich teurer. Unterst\u00fctzt wird das Projekt von Jolly Dent, der AOK Hessen, F\u00f6rstina Sprudel, der VR Genossenschaftsbank, dem Verein Zukunft-Bildung und der B\u00e4ckerei Happ. Wienr\u00f6der: \u201eJe mehr Sponsoren wir finden, desto mehr Wochen k\u00f6nnen wir anbieten\u201c.<\/p>\n<p>Mittlerweile haben rund 120 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die bunte Mischung aus Tanz und Gespr\u00e4ch kennen gelernt, bilanziert Wienr\u00f6der. 6 Projektwochen gab es bislang f\u00fcr 9 Schulklassen, \u00fcberwiegend aus sozialen Brennpunkten der Stadt. 10 Lehrkr\u00e4fte lie\u00dfen sich schulen. Bei sechs \u00f6ffentlichen Auftritten stellten die 120 \u00c2\u00a0Jugendlichen \u201eKribbeln im Bauch\u201c vor.<\/p>\n<p>Das Projekt stammt aus Bremen und wurde dort von Margrit Hasselmann, vom Landesinstitut f\u00fcr Schule, Gesundheit und Suchtpr\u00e4vention in 2006 einwickelt. Dort wurde es 2007 und 2009 wissenschaftlich begleitet. Rund hundert Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler lie\u00dfen sich vor und sechs Monate nach der Tanzwoche befragen. Dabei stellte sich heraus, dass ein Drittel der befragten Jugendlichen nach der Projektwoche das Rauchen eingeschr\u00e4nkt oder ganz damit aufgeh\u00f6rt hatte. Die Zahl derjenigen, die angaben, \u201eim letzten Monat nicht betrunken gewesen zu sein\u201c, hatte sich laut Erhebung der Universit\u00e4t Oldenburg nach einem halben Jahr verdoppelt. Mehr als zwei Drittel der Befragten sagten, sie h\u00e4tten ein besseres K\u00f6rpergef\u00fchl bekommen, viele fanden , sie seien selbstbewusster geworden. Auch zwei Jahre nach Projektende waren noch positive Verbesserungen bei den Teilnehmern festgestellt worden, berichtet Hasselmann.<\/p>\n<p>Bei weiterem Interesse an dem Projekt ist der Ansprechpartner vor Ort: Fachstelle f\u00fcr Suchtpr\u00e4vention, Tina Wienr\u00f6der, Diakonie Fulda 0661\/8388219 wienroeder@diakonie-fulda.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Sie haben Walzer getanzt, sich ausgetobt bei Modern und Hiphop \u2013 und intensiv \u00fcber Themen wie Konfliktl\u00f6sung, Rollenverhalten und Sucht gesprochen. 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