{"id":102130,"date":"2012-09-22T00:15:19","date_gmt":"2012-09-22T00:15:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=102130"},"modified":"2012-09-21T11:23:33","modified_gmt":"2012-09-21T11:23:33","slug":"studie-gesundheitswandern-weist-positive-effekte-auf-die-gesundheit-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=102130","title":{"rendered":"Studie Gesundheitswandern weist positive Effekte auf die Gesundheit nach"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig. Das vom Deutschen Wanderverband zertifizierte Gesundheitswandern\u00c2\u00a0 hat schon nach kurzer Zeit viele positive Effekte auf die Gesundheit des Menschen. Das beweist der gestern in Leipzig vorgestellte Abschlussbericht einer Studie der Uni Halle-Wittenberg. Jetzt will der Verband erreichen, dass entsprechende Angebote bei m\u00f6glichst allen Gesetzlichen Krankenkassen als Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme anerkannt werden. Damit verbunden w\u00e4re die zumindest teilweise Kosten\u00fcbernahme der Versicherungen f\u00fcr die Kurse.<!--more--><\/p>\n<p>Die Ergebnisse vom Deutschen Wanderverband zum Gesundheitswandern in Auftrag gegebenen Studie hat am 20. September 2012 Professor Kuno Hottenrott vom Institut f\u00fcr Leistungsdiagnostik und Gesundheitsf\u00f6rderung e.V. (ILUG) der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg vorgestellt. W\u00e4hrend der Jahrestagung der Kommission Gesundheit der Deutschen Vereinigung f\u00fcr Sportwissenschaft (dvs) in Leipzig sagte Hottenrott, dass das vom Deutschen Wanderverband (DWV) in Kooperation mit der FH Osnabr\u00fcck konzipierte Gesundheitswandern schon nach vergleichsweise kurzer Zeit eine Reihe positiver Effekte auf den Menschen habe.<\/p>\n<p>So ver\u00e4nderten sich dem Wissenschaftler zufolge nicht nur k\u00f6rperbezogene Parameter wie Gewicht Body Mass Index, und K\u00f6rperfett sondern es konnten auch Effekte auf das Kreislaufsystem,\u00c2\u00a0 das Wohlbefinden und die Vitalit\u00e4t nachgewiesen werden . Hottenrott: \u201eZum Teil waren die Ver\u00e4nderungen h\u00f6chst signifikant.\u201c<\/p>\n<p>Auch die Ausdauerleistungsf\u00e4higkeit und Koordinationsf\u00e4higkeit der Probanden verbesserten sich erheblich. Damit sei nun wissenschaftlich belegt, dass durch dieses Wandern die Hauptrisikofaktoren f\u00fcr die Gesundheit deutlich abnehmen und die Gesundheitsressourcen deutlich gest\u00e4rkt werden, so der Forscher. Zudem beweise die Studie, dass die Gesundheitswanderkurse die Kernziele des Pr\u00e4ventionsprinzips \u201eReduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivit\u00e4t\u201c des Paragraph 20 SGB V erreichen.<\/p>\n<p>Die vom DWV entwickelten Gesundheitswanderungen werden von eigens daf\u00fcr zertifizierten Gesundheitswanderf\u00fchrern angeboten. Im Unterschied zum \u201ereinen\u201c Wandern bieten diese Gesundheitswanderf\u00fchrer an besonders sch\u00f6nen Pl\u00e4tzen gemeinsame physiotherapeutische \u00dcbungen an. Dabei trainieren sie behutsam die Ausdauer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sie zeigen richtige Bewegungsabl\u00e4ufe im Wald und auf dem Feld und sie geben Tipps f\u00fcr mehr Bewegung im Alltag sowie f\u00fcr die richtige Ern\u00e4hrung. Immer mehr Menschen, die bislang kaum Erfahrungen mit dem Wandern haben, interessieren sich inzwischen f\u00fcr entsprechende Angebote.<\/p>\n<p>In seiner geleiteten Studie untersuchte Hottenrott neben einer Reihe von gesundheitsbezogenen Parametern die Entwicklung der k\u00f6rperlichen Leistungsf\u00e4higkeit von Personen, die sieben Wochen regelm\u00e4\u00dfig an Gesundheitswanderungen teilnahmen. Die Ergebnisse der aktiven Gruppe verglich Hottenrott nach sieben Wochen mit den Untersuchungen an einer Personengruppe, die nicht gewandert war. Eine zus\u00e4tzliche Untersuchung der aktiven Gruppe folgte drei Monate nach dem Ende der Phase mit Gesundheitswanderungen (follow up).<\/p>\n<p>Die Personengruppe, die an den Wanderungen teilgenommen hatte, verbesserte im Untersuchungszeitraum nicht nur die Ausdauerf\u00e4higkeit, sondern auch Koordination, Blutdruck und k\u00f6perbezogene Daten wurden positiv durch das Wandern beeinflusst. Der Body Mass Index (BMI), der die Relation des K\u00f6rpergewichts eines Menschen zu seiner K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe angibt und das K\u00f6rpergewicht nahmen deutlich ab. So lag das Gewicht der aktiven Probanden bei Studienbeginn im Schnitt bei 91,7 Kilo, am Ende der Untersuchung waren es im Mittel 2, 3 Kilo weniger. Schon nach dem Ende der siebenw\u00f6chigen Bewegungsphase hatte sich das Gewicht in der aktiven Gruppe durchschnittlich um 1,6 Kilo verringert, in der passiven Vergleichsgruppe hatte sich nichts getan.<\/p>\n<p>Hottenrott zufolge war auch die Verringerung des Blutdrucks in der Wandergruppe so deutlich nicht zu erwarten: \u201eDer systolische Wert fiel durchschnittlich von 147,7 auf 138,5 der diastolische Wert von 89,9 auf 85,6. Diese Ver\u00e4nderung hat positive Wirkungen auf die Gesundheit.\u201c<\/p>\n<p>Ein Wert, in den ganz unterschiedliche Faktoren eingehen, ist der Walking Index. Ber\u00fccksichtigt werden u.a. das Alter der Probanden, ihr BMI sowie die Herzfrequenz nach einer definierten Belastung. F\u00fcr die Untersuchung mussten die Probanden 2.000 Meter walken. Frauen mit einer Geschwindigkeit von sechs und M\u00e4nner in einer Geschwindigkeit von sieben Kilometer pro Stunde. Der Walking Index hatte sich am Ende der Untersuchung in der aktiven Gruppe im Durchschnitt von 70,2 auf 77,2 ver\u00e4ndert. \u201eDas ist h\u00f6chst signifikant\u201c, sagt Hottenrott. Einfluss auf das Ergebnis hatte vor allem die Abnahme der Herzfrequenz. F\u00fcr das gleiche Wandertempo verringerte sich der Wert von 131 auf 119 Schl\u00e4ge pro Minute.\u00c2\u00a0 Nicht zuletzt bemerkt der Forscher, dass sich den Untersuchungsergebnissen zufolge auch der Gleichgewichtssinn deutlich zum Positiven ver\u00e4ndert hat. Dies habe ein entsprechender Koordinationstest eindeutig bewiesen.<\/p>\n<p>Unterm Strich ist Studienleiter Hottenrott von der Wirksamkeit des Gesundheitswanderns \u00fcberzeugt: \u201eDie Wanderungen sind eine wirklich erfolgreiche und dabei nachhaltige Intervention.\u201c Das zeige sich auch hinsichtlich der Vitalit\u00e4t. \u201eDrei Monate nach dem Ende der eigentlichen Interventionsphase f\u00fchlten sich die Probanden wesentlich energiegeladener als zuvor\u201c, so der Mediziner. Damit sei klar, dass die Wirkungen des Gesundheitswanderns nicht verpufften, zumal fast alle Untersuchten nach der eigentlichen Intervention eigenst\u00e4ndig weiter gewandert waren und dies k\u00fcnftig beibehalten wollen.<\/p>\n<p>Auch zwei Krankenkassen \u2013 AOK Plus (Sachsen-Th\u00fcringen) und BKK Braun Melsungen \u2013 sind inzwischen vom Wert des Gesundheitswanderns \u00fcberzeugt und haben die Kurse als Prim\u00e4rpr\u00e4ventionsma\u00dfnahme anerkannt. Damit verbunden ist eine teilweise Kosten\u00fcbernahme dieser Kassen f\u00fcr entsprechende Kursangebote. Damit m\u00f6glichst viele Gesetzliche Krankenkassen das Gesundheitswandern als\u00c2\u00a0 Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme anerkennen, wird der DWV auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse einen entsprechenden Antrag beim Spitzenverband GKV einreichen. DWV-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Ute Dicks: \u201eDa unsere Kurse nun nachgewiesener Ma\u00dfen dem im Paragraph 20 SGB V definierten Pr\u00e4ventionsprinzip entsprechen, d\u00fcrfte einer Anerkennung eigentlich nichts im Wege stehen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Leipzig. Das vom Deutschen Wanderverband zertifizierte Gesundheitswandern\u00c2\u00a0 hat schon nach kurzer Zeit viele positive Effekte auf die Gesundheit des Menschen. Das beweist der gestern in Leipzig vorgestellte Abschlussbericht einer Studie der Uni Halle-Wittenberg. 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